Vergleich Auflösung VR Headsets, Compare resolution Pimax Oculus Rift HTC Vive

Die Pimax 8K VR-Brille hat unter eingefleischten VR-Nerds viele Fans. Kein Wunder, denn die Firma Pimax wagt im Gegensatz zu den etablierten Herstellern einen großen Schritt nach vorne und gibt der VR-Community das, wonach sie schon seit länger Zeit lechzt: mehr Pixel und ein riesiges Field Of View. Die angepriesenen 8K lassen unsere Augen leuchten, lange bevor wir uns selbst von der kristallscharfen Darstellung überzeugen können. Und da liegt das Problem. Der Begriff 8K suggeriert uns eine Darstellungs-Qualität, welche die Pimax 8K einfach nicht erreichen kann. Das führt nicht nur zu dem Problem der nicht zu erfüllenden Erwartungshaltung, sondern lässt die Konkurrenz im Vergleich auf den ersten Blick sehr schlecht dastehen.

Warum 8K nicht gleich 8K ist

Genaugenommen macht Pimax in ihrer Kommunikation gar nicht so viel falsch, denn wenn man den K-Begriff verwendet, ist die Pixelanzahl in der Horizontalen gemeint. Der Vergleich funktioniert solange gut, wie das Seitenverhältnis des Displays gleich oder ähnlich ist. Da Pimax nun im Gegensatz zu allen anderen Herstellern aber die doppelte Breite verwendet, ist der Begriff irreführend. Klar, das ist eine reine Marketing-Entscheidung seitens Pimax. Wir Konsumenten sollten uns aber nicht davon blenden lassen und genauer hinschauen.

Vergleich Auflösung VR Headsets, Compare resolution Pimax Oculus Rift HTC Vive

Pixeldichte statt Pixelsumme

Ein größerer Sichtbereich (FOV) ist bei VR-Brillen eine feine Sache. Doch während den aktuellen AR-Brillen, insbesondere der Microsoft-Hololens, ein größeres FOV sehr gut tun würde, ist dieses nicht das größte Problem bei VR. Der aktuelle Sichtfeld-Standard von rund 100 Grad ist ein guter Kompromiss, der Hardwareanforderungen und Formfaktor, der Geräte im Rahmen hält. Neben dem störenden Kabel bemängeln Anwender hingegen immer wieder die zu geringe Auflösung und in diesem Zusammenhang den Fliegengitter-Effekt. Um dieses Problem zu beseitigen, brauchen die verbauten Displays mehr Pixel auf einer geringeren Fläche. Entscheidend für eine klare Sicht ist dabei aber nicht die Gesamtsumme der Pixel, sondern die Dichte. Beispiel: Wenn ich mir zwei 4K-Monitore an meinen Rechner anschließe, habe ich eine Gesamtbreite von 8K, trotzdem wird das Bild nicht schärfer. Ich habe nur mehr Platz, um meine Fenster abzulegen. Ähnlich verhält es sich bei der Pimax 8K. Ich habe nun einen auf der Horizontalen weiteren Sichtbereich, aber die Auflösung ist immer noch 4K. Daher sollte man bei der Pimax 8K eher von 4K+ sprechen.

Alternative Vergleichswerte

Vergleich Auflösung VR Headsets, Compare resolution Pimax Oculus Rift HTC Vive

Doch was könnten wir tun, um einen besseren Vergleichswert zu haben ohne gleich den Taschenrechner zücken zu müssen? Das einfachste wäre, wenn man anstelle der horizontalen Pixelanzahl die Vertikale nimmt. Man spricht dann von 720p, 1080p oder eben 2160p, was in der Regel 4K entsprechen würde. Bevor der Begriff 4K aufkam, wurde so im Videobereich auch unterschieden. Aus Marketingsicht ergibt es aber mehr Sinn, die jeweils größere Pixelzahl der Seitenlängen zu nehmen.

Pixel pro Grad – Pixel per degree (PPD)

Um einen vergleichbaren Wert zu zeigen, nutzen wir in unseren Vergleichstabellen der VR-Headsets den Wert Pixel-pro-Grad (diagonal). Der Wert ist nicht exakt, aber er gibt die ungefähre Anzahl der Pixel-pro-Grad des diagonalen Field-of-Views an. Dieser Wert bildet deswegen nur einen ungefähren Anhaltspunkt, da er auch stark von den verbauten Linsen und dem Abstand der Augen zum Displaypanel abhängt. Zudem ist durch die Krümmung der Linsen die Darstellung in der Mitte des Sichtfeldes schärfer als am Rand. Dennoch ist der Pixel-pro-Grad-Wert ein hervorragender Indikator, um die Bildqualität einer VR-Brille zu beschreiben. Im Grunde lässt sich festhalten: Je höher der Wert, umso besser der Bildeindruck. Die Pimax 8K Brille mit einer Gesamtauflösung von 7680 x 2160 und einem FOV von 200° hat hier einen Pixel pro Grad (diagonal) Wert von: 39,89 PPD.

Pimax 8K vs. Vive Pro im Vergleich.

Stellen wir die vertikale Pixelanzahl der Pimax 8K nun gegen die der Vive Pro mit quasi 3K, merken wir, dass zwischen den Geräte eine gar nicht so große Differenz liegt wie man bei 8 gegen 3 vermuten würde. Bei einem 2160p Display ist der Fliegengitter-Effekt naturgemäß noch geringer als bei dem 1600p Display der Vive Pro, doch dies hat seinen Preis. So ist Kantenglättung ein sehr wichtiges Thema, wenn es um den Bildeindruck geht. Fällt bei einem 2160p VR-Headset beispielsweise die Kantenglättung weg, weil der Rechner sonst die 90 Hz nicht mehr flüssig darstellen kann, kann der Bildeindruck bei einem 1600p VR-Headset trotz der geringeren Auflösung schärfer und glatter wirken. Denn ein VR-Headset mit weniger Auflösung kann potenziell eher eine zwei- oder vierfache Kantenglättung ermöglichen, da weniger Pixel auch weniger Ressourcen fressen.

Fazit

Ob nun die Pimax 8K oder die Vive Pro die bessere VR-Brille ist, können und wollen und können wir hier nicht beurteilen, schließlich sind beide VR-Brillen noch nicht erhältlich. Aber auch wenn die Fakten augenscheinlich für die Pimax 8K sprechen, sollte man zwischen den Zeilen lesen. Oder besser gesagt, man sollte die Anzahl der Zeilen ablesen. Diese Zahl sagt mehr zur Bildqualität aus als die der Spalten, also der horizontalen Pixelanzahl. Im direkten Vergleich der vertikalen Pixelanzahl (1600p vs. 2160p) unterscheiden sich beiden VR-Brillen viel weniger, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Der direkte Vergleich der Bezeichnungen 3K vs. 8K ist also nicht angemessen und verzerrt die Realität.

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Kosu
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Kosu

Man kann darüber reden und rechnen wie man will, im Endeffekt ist für ein Upgrade die Pixelzahl und FOV zu gering, Punkt. Man kann das Headset jetzt nur über den Preis schmackhaft machen. Alles über 300 € ist für mich absolut uninteressant, da warte ich lieber auf die Pimax. Wenn HTC wirklich so arrogant ist und das Headset für 500€… Weiterlesen »

Niko
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Ich denke dann wird die Samsung Odyseey eine gute Alternative für falls sie noch in die EU kommt. Die Vive Pro wird kaum unter 300€ kosten. Ich persönlich glaube, dass der Markt und vor allem die aktuelle PC-Hardware einfach noch nicht ready für 4K VR ist. Bin aber auch gespannt was Pimax zu bieten hat. Ich habe nur die Pimax… Weiterlesen »

Kosu
Gast
Kosu

Genau, die Samsung Odyssee ist eine sehr gute Alternative zur Vive Pro.
Und warum in Gottes Namen muss ich eine 4k Brille mit 4K befeuern? Das was HTC bringt ist zu wenig, oder gewollt, um nächstes Jahr noch mal mit der Vive 2 zur Kasse zu bitten.
Warum keine 16k Brille mit 2K befeuern? Null Fliegengitter und Reserve für die Zukunft.

kuhpunkt
Gast
kuhpunkt

Dann besorg uns mal ein 16k Display…

Pan
Mitglied

Erst der unfaire Vergleich über die vertikale Auflösung, dann so tun, als könne man nicht hochskalieren, sondern müsse nativ betreiben. Die pimax rendert nicht mit 2160p, sondern mit 1440p und erlaubt nach den Aussagen der Entwickler sogar eine input res von 1080p. Dann kann man je nach Hardware erhöhen. Es würde euch gut anstehen, diese Trivialitäten mal zu erwähnen. Bitte… Weiterlesen »

Pan
Mitglied

Der Vergleich über pixel pro Grad ist ein guter Schritt. Vollkommen falsch jedoch, die vertikale Auflösung zu priorisieren, da das menschliche Sehfeld in der Horizontalen größer und wichtiger ist als in der Vertikalen und die vivepro u. odyssey leider ein Hochkantformat hat, während das Pimax Breitbildformat viel mehr dem natürlichen Sehen entspricht. Wenn man es ganz fair machen möchte, sollte… Weiterlesen »

Markus Herrmann
Gast
Markus Herrmann

Das zweimal so breite Sichtfeld macht wahrscheinlich einiges wett, sollte man auch nicht unerwähnt lassen (wow!). Aber für mich uninteressant: Wenn ich mir den nötigen Rechner dafür leisten könnte, wär ich kein Konsolero ;-)

Reinhard
Gast
Reinhard

hmm.. bei dieser vertikalen Betrachtungsweise (1600Zeilen vs. 2160 Zeilen) muss man denke ich dann aber auch noch folgendes beachten: laut den ersten Reviews zur PImax 8K bietet sie auch vertikal einen größeren Blickwinkel als die Vives (also nach oben und unten mehr Sichtfeld) somit teilen sich auch die Vertikalen Pixel auf ein größeres Sichtfeld auf, wodurch die Pixelanzahl diesbezüglich in… Weiterlesen »