Haptischer Controller mit Vive Tracker und Luft

Auf der SIGGRAPH, einer Zusammenkunft zu Mensch-Computer-Interaktionsthemen, haben Forscher einen neuartigen haptischen Controller vorgestellt, der während einer Demo seine Form von „fest“ zu „weich“ ändert. Diese Transformation soll das Greif- und Berühr-Erlebnis in der Virtual Reality deutlich verstärken und immersiver machen.

Der neue Controller basiert auf vorangegangen Forschungen des Organic Robotics Lab der Cornell University. Das Labor zeigte schon zuvor, wie sich die Sinnesempfindung bei den HTC Vive Controller verstärken lässt. Hierzu simulierten die Forscher Szenarien wie das Abfeuern einer Pistole oder den Wasserfluss durch den Griff des Controllers.

Pumpe Luft in spezielle Formen und Materialien

Die neue Variante des Controllers nutzt nun lediglich einen Vive Tracker. Somit bleibt genug Spielraum im Griff für die neuartigen haptischen Innovationen. Das gesamte Projekt ist lediglich sechs Monate alt und die Vive Tracker sind zudem erst seit wenigen Monaten verfügbar, was deutlich macht, dass der Ansatz, Luft in spezielle Materialien zu pumpen, um das Greifempfinden zu beeinflussen, noch in den Kinderschuhen steckt.

Die Doktoranden Ben Mac Murry und Bryan Peele sind hauptverantwortlich für das Projekt, das in Partnerschaft zwischen NVIDIA und der Cornell University entsteht. Das Team nutzt NVIDIA’s VR Funhouse Software, um beispielsweise zwei Schwerter zu simulieren. Das eine ist dabei schwach und fühlt sich weich und wabbelig an, während das andere fest in der Hand liegt. So ist auch nur zweiteres in der Lage, Luftballons zum Platzen zu bringen. Die Controller änderten dabei während der Präsentation ihre Festigkeit, indem Luft in die Griffmaterialien gepumpt wurde. Diese noch recht einfache Demonstration kann aber laut Peele schon bald viel ausgereifter sein. Indem man Sensoren und Bedienelemente nutzt, die verschiedenste Szenarien der Controller-Anwendung erkennen, könnten sich die Eingabegeräte schon bald darauf einstellen, wie fest man den Griff drückt, um ein realistischeres Feedback zu erzeugen.

Ein VR-Controller, der sich verwandelt

Ein Objekt, das man in VR virtuell in der Hand hält – sei es ein Schwert oder eine Pistole – kann so wirklich das Objekt in der Hand werden“, so Peele. Weiterhin führt er aus, dass der Controller nicht immer den selben Durchmesser und die selbe Form haben muss, wie es bei aktuellen Controllern der Fall ist. Der Controller mit haptischen Feedback kann tatsächlich seine Form verändern und sich in ein völlig neues Objekt verwandeln oder einfach seinen Härtegrad ändern. „Ein Schwamm fühlt sich anders an als ein Stein, und ein Seil anders als ein Schwert.“

Noch ist die Kabelgebundenheit des des aktuellen Prototypen ein großes Problem. Die Gruppe erforscht daher auch andere Lösungen, die das System portabler machen sollen. Es könnte sein, dass sich diese Art der Technologie zuerst in VR-Arcades wiederfindet, in denen die Nutzer Akkus am Körper tragen, um die große Menge an Energie an die Controller zu transferieren. Man arbeite jedoch auch an Lösungen, die auf eine kabelgebundene Verbindung zum Computer verzichten, so Peele.

(Quelle: UploadVR)

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