HP Reverb G2
Tower Tag auf Steam

Mit der Reverb G2 möchte HP mit einer sehr hohen Auflösung und einer Sound-Lösung von Valve den PC-VR-Markt erobern. Ich habe die Brille getestet und verrate euch in diesem Beitrag, ob die Spezifikationen halten, was sie versprechen.

Verarbeitung und Komfort

Die neue VR-Brille von HP setzt auf eine ähnliche Halterung wie die Valve Index und nutzt auch die gleiche Polsterung. Die Brille sitzt damit angenehm und sie fühlt sich nicht frontlastig an. Mit einem Kampfgewicht von knapp 500g liegt sie dabei im absoluten Durchschnitt der aktuellen VR-Brillen.

Die Verarbeitung der Komponenten ist in Ordnung, wobei die Controller deutlich günstiger wirken als die Controller der HTC Vive Pro oder Oculus Quest 2. Immerhin sind die Controller aber der ersten Generation an Windows Mixed Reality Brillen deutlich überlegen. Trotzdem fühlen hören sich die Button und Sticks nicht besonders hochwertig an. Außerdem besitzen die Controller keine Sensoren um zu erkennen, ob eure Finger aufliegen.

Klang und Hörgefühl

Die HP Reverb G2 setzt auf ein Audio-System von Valve, wie wir es bereits bei der Valve Index gesehen haben. Das Besondere: Die Kopfhörer liegen nicht auf den Ohren auf, sondern schweben quasi vor den Ohren. Gepaart mit kräftigen kleinen Lautsprechern, entsteht eine tolle VR-Erfahrung, bei der ihr gleichzeitig noch eure Umgebung hören könnt. Besonders gut geeignet ist das System also für den privaten Gebrauch.

Der Sound der Kopfhörer ist sehr gut und gefällt mir besser als beispielsweise der Sound aus dem Deluxe Audio Strap von HTC oder den eingebauten Lautsprechern der Rift S oder Oculus Quest. Hier kann die HP Reverb G2 also deutlich punkten und profitiert von der Partnerschaft mit Valve.

Bildeindruck

Mit einer Auflösung von 2160 x 2160 Pixel pro Auge lässt die HP Reverb G2 zunächst die Oculus Quest 2 oder HTC Vive Pro alt aussehen. Doch sieht das Bild tatsächlich deutlich besser aus? Immerhin ist der Bildeindruck von unterschiedlichen Faktoren abhängig.

Bei den Displays setzt HP wie auch Oculus mit der Quest 2 auf LCDs und beide Brillen bieten eine Bildwiederholrate von 90Hz. Zudem bieten beide VR-Brillen eine Anpassung des Linsenabstandes, wobei die Quest 2 auch etwas kleinere Pupillenabstände (58-68 mm) abdeckt als die Reverb G2, welche zwischen 60-68 mm eingestellt werden kann. Dafür kann der Abstand bei der G2 jedoch stufenlos eingestellt werden, während es bei der Quest 2 nur drei feste Stufen gibt.

Mein Pupillenabstand liegt bei 72 mm und für mich funktionieren beide Brillen gut. Ich habe das Gefühl, dass die Quest 2 meinen Abstand etwas besser abdeckt, aber dieses Gefühl kann sich durch eine längere Nutzung auch legen. Generell sollte HP die meisten IPD-Werte gut mit der Reverb G2 abdecken.

Während bei der Quest 2 die Struktur der Pixel noch minimal erkennbar ist, kann ich bei der Reverb G2 absolut keine Linien mehr erkennen. Durch diesen Umstand sieht die Umgebung realistischer aus und die Immersion wird erhöht. Einzig störend für mich sind die God Rays. Unter diesen leiden aber so ziemlich alle aktuellen VR-Brillen für Konsumenten.

Das Field of View der Reverb G2 gibt HP mit 114 Grad an. Ich kann jedoch keinen deutlichen Unterschied zur Quest 2 erkennen, welche bei ca. 95 Grad liegen soll.

Um es kurz zu machen: Der Bildeindruck der Reverb G2 ist bisher der Beste, den ich bisher mit einer VR-Brille für Konsumenten erleben durfte. Das Field of View könnte jedoch gerne etwas weiter sein.

Tracking

Die HP Reverb G2 setzt auf Inside-Out-Tracking, kommt hierbei aber nicht an die Präzision und Schnelligkeit der Brillen von Oculus oder Valve heran. Besonders Spiele bei denen ihr weit ausholt (Kampfspiele, Beat Saber) oder die Controller sehr nah an das Gesicht führen müsst (einige Shooter) zeigen die Controller hin und wieder Schwächen.

Ich muss aber auch sagen, dass das Problem kleiner ist, als man vielleicht denken mag. Zwar gibt es kleinere Aussetzer hin und wieder bei den genannten Situation, diese sind meist sehr kurz und zerstören nicht das Spielgefühl.

Die Brille selbst zeigt beim Tracking keine Probleme, wodurch ihr Simulatoren die ohne VR Controller funktionieren, problemlos genießen könnt. Aber auch Spiele mit trackbaren Controllern funktionieren sehr gut. Nur halt nicht so gut, wie teilweise bei der Konkurrenz.

Windows Mixed Reality und Steam

Da es sich bei der HP Reverb G2 um eine Windows Mixed Reality Brille handelt, müsst ihr die entsprechenden Treiber für Steam und die entsprechende Software für Windows installieren. Ob ihr anschließend die Brille in der virtuellen Umgebung von Windows nutzen wollt oder direkt zu Steam wechselt, ist euch überlassen. Die Verwendung des Stores von Oculus ist aktuell nicht offiziell möglich. Viele Spiele aus dem Store von Oculus lassen sich aber durch Revive auch auf der Reverb G2 Spielen. Hierbei ist jedoch nicht sicher, ob Oculus die Nutzung irgendwann unterbinden wird.

Leistungshungrig

Da die HP Reverb G2 eine höhere Auflösung als viele andere VR-Brillen bietet, muss die Brille auch mit mehr Pixeln versorgt werden. Deshalb empfiehlt HP als Minimum eine GTX 1080, 16 GB RAM und einen recht aktuellen i7 Prozessor, wobei HP hier keine spezifischeren Angaben macht. Im Vergleich: Die Oculus Quest 2 benötigt laut Oculus nur eine GTX 970 und einen i5-4590 Prozessor als minimale Spezifikationen.

Ich habe die G2 an einem PC mit einer GTX 1080 Ti getestet und konnte keine schlechtere Performance als auf meiner Oculus Quest 2 via Link in meinen Lieblingsspielen feststellen.

Preis und Verfügbarkeit

Die HP Reverb G2 ist inklusive Controller aktuell für 682 Euro bei Bestware erhältlich. Aktuell rechnet der Händler mit einem Versand im Januar 2021 für Neubestellungen. Wenn ihr unsere Arbeit unterstützen wollt, dann nutzt gerne unseren Affiliate-Link.

Fazit

Die HP Reverb G2 ist im Vergleich zur Oculus Quest 2 deutlich teurer und kann nicht autark genutzt werden. Die Reverb G2 punktet dafür mit einer tollen Auflösung und könnte damit die perfekte VR-Brille für alle sein, die gerne Simulatoren spielen, Videos schauen oder sogar mit der VR-Brille arbeiten. Für Menschen, die gerne Beat Saber und Sportspiele im Wettkampf spielen, könnte das Tracking ggf. die entscheidenden Punkte zum Sieg kosten.

Wenn ihr zwischen beiden Brillen schwankt, dann schaut gerne in unsere Vergleichsliste der aktuellen VR-Brillen. Mehr zur Oculus Quest 2 findet ihr in unserem Langzeittest zur Brille.

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