Oculus Rift auf dem Weg ins All

Die Virtual Reality in unbekannten Weiten: Auf die International Space Station im All wurde nun eine modifizierte Oculus Rift geschickt. Verwenden will sie dort der französische Astronaut Thomas Pesquet. Allerdings nicht zum Eintauchen in Spielwelten, sondern für ein neurobiologisches Experiment: GRASP – Gravitational Reference for Sensimotor Performance: Reaching and Grasping. Die Forschungsergebnisse sollen dabei helfen, dass Astronauten in ihrem neuen schwerelosen Umfeld Dinge besser greifen können.

Wie die Oculus Rift verändert wurde und was sie messen soll

Die Oculus Rift musste allerdings zuvor einige Veränderungen durchlaufen, um auf der Raumstation genutzt werden zu können. Neben Test und Experimenten – zum Bespiel, dass die Oculus Rift im All nicht in Flammen aufgeht – musste auch das Tracking-System verändert werden. Eingebaut wurde ein europäischer Head-Tracker, welcher bereits in vorigen Experimenten Verwendung fand und einige Male in Zero-Gravity-Flugzeugen getestet worden war. Obwohl keinesfalls ideal für die VR-Brille, wird außerdem das HP Zbooks auf der Station verwendet.

Das Experiment soll den Forschern helfen zu verstehen, wie das menschliche Gleichgewichtssystem funktioniert und in welcher Beziehung es mit den anderen sensorischen Organen steht. Die Forschungsergebnisse sollen Aufschluss darüber geben, wie die Hand-Augen-Koordination funktioniert und soll helfen den Verlust des Gleichgewichtssinn für Menschen auf der Erde zu beheben. Auch sollen Rückschlüsse geschlossen werden, wie man das Laufen der Astronauten im All verbessern kann.

Die Virtual Reality ist also fest eingebunden in die Forschung. Oder ist zumindest ein sehr hilfreiches Mittel, um zu neuen Erkenntnissen zu gelangen.

Virtual-Reality-Brillen auf der Raumstation

Virtual-Reality-Brillen gibt es allerdings schon seit einiger Zeit im All. So war die HoloLens von Microsoft schon auf der Station und auch verschiedene VR-Brillen wurden bereits von den Astronauten verwendet. So hat der russische Astronaut Andrei Borisenko zahlreiche 360-Grad-Videos gedreht, welche man auf YouTube findet: Gezeigt wird der außergewöhnliche Alltag im All.

Auch der ESA-Austronaut Thomas Pesquet drehte mit Hilfe der Giroptic Kamera 360-Grad-Videos, welche wir hoffentlich bald zusammen mit den Ergebnissen des GRASP-Experiments sehen werden. Alle diese Videos sind leider noch in einer relativen geringen Auflösung, aber die NASA arbeitet daran, uns bald gestochen scharfe Videos aus dem All liefern zu können – mit Hilfe der Oculus Rift.

(Quelle: Upload VR, Beitragsbild: esa)

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