Lollipop VR

“Eve” räkelt sich lasziv auf dem Boden, ehe sie geschmeidig aufsteht und damit beginnt an der Stange zu tanzen, dabei stets bemüht scheint sich in den richtigen Posen zu zeigen. Was klingt wie ein Besuch im Stripclub erlebe ich während einer Demo Session in den heiligen Hallen von Lollipop VR. Die Jungs rund um das junge Start-Up in Darmstadt haben es sich zur Aufgabe gemacht erotische Erlebnisse in der Rift zu präsentieren. Wie unser VR Nerd Yigal bereits im April schrieb – Auf die Zukunft der Virtuellen Realität freut sich eine ganze Industrie. Die Adult Entertainment Industrie. 

Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen und sind nach Darmstadt gefahren um LollipopVR dort in ihren Büroräumen zu besuchen. Den so entstandenen Podcast könnt ihr euch direkt auf unserer Seite anhören, diesen könnt ihr auch herunterladen oder auf Soundcloud anhören. Eine gekürzte Version folgt nun als Interview.

Das Interview


Lollipop VR

 

VR Nerds: Wir befinden uns gerade im Büro von Lollipop VR zusammen mit Andreas Horn und Markus Heimer – stellt euch doch einmal vor.

Andreas: Mein Name ist Andreas Horn, ich bin der Geschäftsführer der Lollipop VR und arbeite seit neun Monaten hier, kam vorher aus dem Mobile Gaming Bereich und interessiere mich nun für Virtual Reality.

Markus: Mein Name ist Markus Heimer, ich bin für Finanzen und Vertrieb zuständig, ebenfalls seit neun Monaten und Co-Gründer der Gesellschaft.

VR Nerds: Erstmal zur Namensfindung: Lollipop VR. Da würde man ja erst einmal an eine Süßigkeit denken. Wie kamt ihr auf den Namen und was macht ihr eigentlich?

Andreas: (lacht) Also wir programmieren Erotikanwendungen für VR und bei Lollipop fallen den Leuten meistens nur zwei Sachen ein: Das eine ist die Süßigkeit und das andere, das Erotik Gewerbe. Außerdem ist es ein sehr einprägsamer Name. Das haben wir gemerkt, als wir hier im Büro die Schilder aufgehangen haben (anm. d. Red.: Lollipop VR hat seinen Sitz in einem großen Bürogebäude für unterschiedliche Parteien) da wurden wir oft darauf angesprochen, was wir tun. Man erregt Aufmerksamkeit mit diesem Namen, deswegen haben wir uns dafür entschieden.

Markus: Es geht darum, dass man den Namen sehr leicht im Kopf hat. Lollipop ist ein sehr gebräuchlicher Gegenstand und ich denke, es ist für Menschen einfacher in einem komplett neuen Medium sich auch auf alte Begriffe einzulassen.

VR Nerds: Ihr habt nun eine Anwendung entwickelt, welche sich Eves Moonlight Strip nennt und für 7,49€ auf eurer Seite und auf Rift Arcade vertrieben wird. Viele Leute halten dies bestimmt für “Schweinekram” – habt ihr bisher negative Kritiken bekommen?

Markus: Also ich kenne keine, du Andreas?

Andreas: Nein, eher noch im Gegenteil: Wir bekommen sehr viel positives Feedback. Gerade von Frauen hören wir öfter, dass mal ein Mann her muss und wir planen da gewisse Dinge. Viele sind auch froh, dass sich mal jemand dieses Thema annimmt.

Markus: Wir glauben, ein Medium wird nur funktionieren in Verbindung mit dem Thema Sex.

“Ein Medium wird nur funktionieren in Verbindung mit dem Thema Sex”

VR Nerds: Ihr habt für euer Programm Motion Capturing Aufnahmen verwendet. Wie habt ihr die professionelle Tänzerin denn von eurem Projekt überzeugt?

Markus: Es ging damals über einen Freund von mir, welcher als Fotograf tätig ist. Er hat mir dann die Tänzerin Andrea Dreikluft vermittelt. Diese tanzt seit 17 Jahren professionell, sie hat ein Pole Dance Studio und lehrt also auch das Strippen. Wir haben ihr gesagt, wir haben ein komplett neues Medium – wir haben ihr dann die Oculus gezeigt und sie war so begeistert, dass sie direkt zugesagt hat. Sie hat auch gemeint, sie liebt das Thema Strippen und sie liebt es die Männer heiß zu machen, aber sie wird nun mal auch älter. Heute ist sie über dreißig – in zehn Jahren ist sie über vierzig. Sie sagte zu mir: Wenn ich die Männer wenn ich 70 bin immer noch heiß machen kann, auf Basis dieses virtuellen Ichs, dann bin ich zufrieden.

VR Nerds: Ihr habt bereits einiges an Umsatz generiert – gab es viel Resonanz oder wird eher Stillschweigen bewahrt?

Andreas: Wir haben eigentlich relativ viel Feedback bekommen, ich war selbst überrascht. Sowohl positives als auch negatives – wobei sich das eher auf das Thema Preis bezog. Bei manchen Leuten ist die Bereitschaft überhaupt für Erotik Produkte zu bezahlen nicht besonders hoch. Andere fanden das absolut in Ordnung und haben die Preispolitik verteidigt. Was immer gelobt wurde war jedoch das Motion Capturing. Wir hatten auch in kürzester Zeit ein Let’s Play. Was man aber immer merkt ist, dass die Community gerne mehr Einstellungsmöglichkeiten hätte – andere Perspektiven, andere Modelle und so weiter. Wobei wir diese Politik nicht verfolgen wollen – wir wollen viel eher eine Gesamterfahrung bieten. Für den nächsten Teil werden auch Dialoge auf Englisch und Deutsch stattfinden. Allgemein wollen wir eher eine erotische Erfahrung bieten, anstatt ein erotisches Tool.

VR Nerds: Du hast gerade noch einmal das Thema Motion Capturing angesprochen – wie viel Arbeit war denn dieser Teil der Produktion?

Markus: Wir haben ein sogenanntes “Markerless” Motion Capturing verwendet.

Andreas: Genau – es gibt bisher nur zwei Anbieter dieser Technik. IP-Soft und das Frauenhofer Institut, für die wir auch Beta Tester sind. Der Vorteil dieses System ist, dass es mobiler ist – wenn auch nicht ganz genau. Dadurch entsteht ein sehr hoher Nachbearbeitungsbedarf. Und diese Nachbearbeitung macht die Sache sehr teuer.

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VR Nerds: Lohnt sich all dieser Aufwand?

Markus: Lohnen im finanziellen Aspekt? Nein – wir sehen das eher als Marketing Maßnahme um sich im Markt auch etablieren zu können. Wir wollen natürlich auch Erfahrung mit der Technik machen um weitere Produkte noch immersiver zu gestalten. Wir hoffen natürlich, dass sich das für uns mittelfristig lohnt.

VR Nerds: Habt ihr nicht die Angst, dass es irgendwann – wie allgemein im Erotikmarkt momentan üblich – dass es alles kostenlos geben wird?

Markus: Ich glaube nicht, dass es unmittelbar bevorsteht, weil das Medium erst entsteht. Aber du hast natürlich Recht, wenn man sich überlegt was im Bereich Porno passiert ist. Wir verfolgen daher mehrere Wege – unter anderem auch 360° Aufnahmen für Oculus und mobile Handyversionen. Das wird dann natürlich für solche Seiten schwieriger, da sich die Brillen erst durchsetzen müssen.

VR Nerds: Habt ihr eine Übersicht welche Märkte euer Produkt beziehen?

Andreas: Tatsächlich haben bisher überwiegend Leute aus englischsprachigen Ländern und aus Deutschland unser Produkt gekauft. In Japan können wir bisher nur einen Verkauf kennzeichnen.

VR Nerds: Habt ihr noch weitere Ideen für das Thema Erotik in VR?

Markus: Ohne zu viel zu verraten, wir haben Ideen für Multiplayer-Spiele um den Leuten eine Gelegenheit zu bieten vielleicht auch miteinander in einer erotischen Umgebung Spaß zu haben.

“Wir haben Ideen für (erotische) Multiplayer-Spiele”

VR Nerds: Ihr arbeitet ja nicht nur an erotischen Sachen, sondern momentan auch an einem Musikvideo. Was ist denn daran so besonders?

Markus: Wir haben neben der Lollipop ja noch zwei weitere Gesellschaften gegründet. Die Muttergesellschaft heißt Matrix Technologies mit Sitz in Heidelbeg. Und unsere Aufgabe war es ein Elektronik-Musikvideo von einem deutschen Künstler namens Kris Menace und seinem Album “The Entirety of Matter” in die VR zu übertragen. Wir können mit Fug und Recht behaupten, dass wir die ersten sind die ein VR Musikvideo publiziert haben. Als spezielles Feature haben wir einen 3D Sound verwendet. Das Ganze mithilfe von  unserem Partner Christian Sander. So wird eine natürliche Klangwiedergabe im Raum simuliert – per Headtracking bemerken wir wohin der Nutzer schaut und können so die Klangquellen anordnen

VR Nerds: Habt ihr auch noch weitere Anwendungen in Entwicklung?

Markus: Ja, Thema “virtuelle Begehung”. Da sind wir mit einigen Bauträgern und anderen Partnern dabei an der Begehung von virtuellen Räumen zu arbeiten. Das heißt im Regelfall muss ein Bauträger, der ein größeres Projekt hat mehrere zehntausend Euro in die Hand nehmen um sich ein Modell bauen zu lassen, dass er nicht begehen kann. Wir verwenden nun Technik um Räume und Größenverhältnisse zu schaffen, welche realistisch sind um Menschen, die sich so etwas nicht vorstellen können ein Gefühl zu geben wie etwas aussehen kann noch bevor es gebaut ist. Vielleicht auch noch auf Probleme eingehen kann bevor es gebaut wurde.

VR Nerds: In welchem Preissegment bewegt ihr euch bei diesem Thema?

Markus: Wir bewegen uns unter 2000 Dollar für eine Raumanwendung – wenn natürlich auch abhängig von der Größe des Raumes und der Menge der Interieurs.

VR Nerds: Wie sehen eure Zukunftspläne aus? Habt ihr vor das alles zu verbinden oder wo geht eure Reise hin?

Andreas: Nun ja, das mit dem verbinden ist natürlich schwierig. Dennoch ist es so, dass man aus dem einen Projekt viel lernt. Wir haben aus unseren Raumanwendungen viel Know-How für unsere Erotik Anwendungen gezogen – wie man einen Raum natürlich aufbaut und ähnliches. Was unser Musikvideo angeht – dies ist ein Projekt, das aus der Leidenschaft heraus angegangen wurde. Wohin sich das genau entwickelt ist noch nicht entschieden, wenngleich wir uns natürlich freuen würden wenn dies auf große Resonanz stößt und wir könnten uns vorstellen das wir Musiklabels bei der Produktion solcher Formate helfen um die audio-visuelle Darstellung zu fördern. Unser Architektur-Programm ist unser Standbein und die Erotik-Sparte lohnt sich zwar noch nicht, aber wir glauben das diese in Zukunft viel bringen wird.

Markus:  Vielleicht zur Ergänzung: Wir versuchen, durch die Strukturen die wir uns aufgebaut haben ein Marktteilnehmer zu werden, der auch weltweit beachtet wird. Wir sind nicht daran interessiert einzelne Projekte umzusetzen um zu sagen, dass wir zu den Pionieren dieses Marktes gehören. Wir wollen mit unseren Projekten natürlich auch Geld verdienen und da sind wir sicher im Moment eine der wenigen Gesellschaften in Deutschland, die bereit ist solche Strukturen zu erschaffen. Natürlich gehen wir daher ein großes Risiko ein, auf der anderen Seite sehen wir aber auch das Potential des Marktes. Wenn wir es schaffen bereits am Beginn einer solchen Entwicklung uns am Markt positionieren zu können, schaffen wir vielleicht etwas das wir in etablieren Bereichen so nie schaffen würde. Wir stehen noch völlig am Anfang eines neuen Mediums und müssen von der Community lernen.

VR Nerds: Vielen Dank für das Interview!

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