GTA V

Über GTA V ist eigentlich alles gesagt, was es zu sagen gibt. Zahlreiche Preise hat das AAA-Spiel von Rockstar abgeräumt, eine kleine Kontroverse rund um die im Spiel enthaltene Folterszene ausgelöst. GTA V kam im September 2013 mit viel Marketing für die Xbox 360 und die Playstation 3 auf den Markt. Im November 2014 erschienen dann überarbeitete Versionen für die Xbox One und die Playstation 4. Der Windows-PC ist nun die fünfte Plattform, für die das Spiel erscheint.
Warum also beschäftigen wir uns nun mit einem Spiel, das nicht nur über 1 ½ Jahre alt ist, sondern auch auf den ersten Blick nichts mir Virtual Reality zu tun hat? Die Antwort ist so einfach wie eingängig: VorpX

Mit VorpX in die First Person

Bereits vor einigen Monaten kündigten wir an, dass GTA V einen Ego-Modus spendiert bekommt und prophezeiten, dass – wenn nicht von Rockstar selbst, dann doch von eifrigen Moddern – eine VR-Variante für das beliebte Spiel auf den Markt kommen wird. Nachdem Rockstar selbst dann eine eigene VR-Version dementierte, wurde es erst einmal ruhig um die dahingehenden Möglichkeiten.

GTA V

Dank der potenten PC-Version zaubert GTA auch in VR wunderschöne Grafiken auf den Schirm.

Doch das Programm VorpX (von uns bereits getestet) springt nun ein und bringt die Arbeit von Rockstar zu Ende. Im folgenden Test gehen wir nun auf die Darstellungsform ein, welche ohne VorpX so nicht möglich wäre. Da zu dem restlichen Spiel bereits mehr als genug gesagt wurde und es auch in der PC-Version nichts an seinem Charme verloren hat, sparen wir uns mal einen ausführlichen Test des Spiels selbst.

Technische Hürden

Nachdem wir VorpX auf die neuste Version gepatcht und auch die Firmware der Rift noch einmal geupdatet haben, stürzen wir uns direkt ins Geschehen. Zuerst einmal öffnen wir den Treiber, konfigurieren unsere Rift und drücken auf »Apply«. Dann öffnen wir Steam und starten GTA V. Nach wenigen Minuten die erste Überraschung: Statt vor einem Blickfeldfüllendem Hauptmenü finden wir uns im sogenannte »Kino-Modus« von VorpX wider. Wir sitzen auf einem Sessel, den Controller in der Hand und vor uns ein riesiger Flachbildfernseher, der jedem TV-Fanatisten die Tränen in die Augen treiben würde. Die Schrift lässt sich gut lesen und auch das navigieren stellt kein Problem da.
Mit Druck auf »Entf.« öffnete sich ein im Vergleich zur früheren Version ebenfalls sehr gut lesbares VorpX Menü. Hier könnten wir von dem Kino-Modus wieder direkt in den normalen, Bildschirmfüllendne Modus umswitchen.

Die Entwickler empfehlen den Kino-Modus beizubehalten. Dafür sind jedoch noch einige Änderungen nötig:

1. Wechselt von der Lounge-Szene zur Ambient-Szene oder derjenigen ohne Background, ganz nach Belieben

2. Zoomt mithilfe von Screen Distance Offset näher heran

3. Nun müsst ihr das Headtracking so sensibilisieren, dass es sich für euch gut anfühlt. Wichtig ist dabei, dass ihr nicht zu schnell zu weit in eine Richtung schaut, da sonst der Rahmen schnell störend werden kann.

GTA V – R

Technisch gesehen befindet sich nun eine riesige Leinwand direkt vor euren Augen. Da das Spiel jedoch noch immer auf die Headtracking Eingaben hört, schaut der Charakter auch in die Richtung, die ihr fixiert. Allerdings sollte man ein wenig vorsichtig sein, da die Leinwand natürlich immer noch endlich ist. Zu kräftige Bewegungen und ihr schaut an der Leinwand vorbei. Am wenigsten störten uns diese Limitierungen beim Autofahren, da hier in der Regel sowieso fast nur geradeaus geschaut werden muss. Als wir jedoch dem verständlichen Drang nachgingen einen Schulterblick zu machen, starrten wir schnell wieder in die Schwärze – die Leinwand ist schließlich nur vor uns und nicht hinter uns. Die Mausbewegungen können beim Laufen jedoch teilweise für Verwirrung sorgen, wenn sie konträr zu den Kopfbewegungen stattfinden.
Das Zielen stellt zumindest mit Maus und Tastatur kein Problem dar – Gamepadfreunde werden jedoch gegängelt. Zumindest bei uns war der rechte Stick auf einmal sehr ungenau, oftmals kam es auch zu Eingabefehlern und der Wechsel in den Ego-Modus über die Select-Taste war nicht mehr möglich. Wir legen also jedem interessierten ans Herz die VR Version mit Maus und Tastatur zu spielen und mit »V« in die Ego-Ansicht zu wechseln.
Diese ist in GTA bereits so gelungen, entfaltet aber eine ganz neue Wirkung, wenn wir mit VorpX spielen. Es ist geradezu beruhigend über die weißen Sandstränge von Los Santos zu schlendern oder die Wälder und Bergkämme zu durchwandern. Selbst der Blick auf die Karte bleibt einem nicht verwehrt, wenn man den Kopf ein Stück weit nach links unten dreht. Sollten wir überfahren werden oder stürzen, spüren wir dies aufgrund der guten Ragdoll-Engine geradezu.

GTA V

Im Ego-Modus wirken alle Kulissen traumhaft schön und laden zum verweilen ein.

Auch Schriften sind ohne Probleme lesbar, wenn auch zuweilen der Hintergrund des Handys ein wenig zu hell anmutet, doch dafür kann VorpX nichts. Erstaunlich ist auch, dass diese Art der Darstellung kaum mehr Leistung frisst. Auf unserem Testgerät mit einem i7 Prozessor und einer übertakteten GTX680 konnten wir sowohl auf dem Desktop als auch in VR in höchsten Einstellungen spielen. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen hatten wir auch den Eindruck, dass die höher aufgelösten Texturen sogar in der Rift einen echten Mehrwert brachten.

Technische Hürden II

Wer sich jedoch nicht mit der Illusion einer ganzheitlichen VR-Erfahrung zufrieden geben will, der kann auch aus dem Kino-Modus in den normalen VR-Modus schalten. Um hier jedoch ein vernünftiges Ergebnis zu erhalten ist noch einiges an Vorarbeit nötig:
Zuerst einmal ist es unumgänglich, dass ihr das FOV des Spiels ändert, ansonsten wird alles seltsam verzerrt und herangezoomt erscheinen und schnell zu Motion Sickness führen. In diesem Reddit-Thread findet ihr einen FOV Hack für GTA V. Seid euch jedoch bewusst, dass Rockstar sehr empfindlich auf Modifikationen an ihren Spielen reagiert. Echter Ärger ist zwar unwahscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Außerdem muss dieser kleine Hack nach jedem Update erneut angewandt werden.

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Die Schusswechsel im Ego-Modus gestalten sich jedoch zuweilen noch als schwieriger als normal. Mit Gamepad, sogar unmöglich

Eine etwas einfacher zu handhabene Alternative ist Flawless Widescreen.

Das FOV das ihr nutzen müsst, basiert auf dem »Aspect Ratio Mode« in VorpX. Das bedeutet in etwa 120° Horizontal und 89° vertical. Zwar kann so ein rundum Erlebnis generiert werden, jedoch wirken Cutscenes sehr störend – wechselt für die Dauer der Cutscenes einfach mit einem Druck auf »Entf« wieder zurück in den Kino-Modus.

Fazit:

Komplett würden wir GTA zwar nicht in der VR Variante von VorpX durchspielen, für einige kurze Ausflüge oder einem Spaziergang durch die pulsierende Metropole Los Santos lohnt sich die Installation jedoch allemal. Wer einen potenten PC hat, wird wenige VR Spiele finden, die solch eine Weitsicht und solch schöne Panoramen in ansprechenden Grafiken bieten wie GTA V.
Die Einrichtung ist beim ersten Mal ein wenig gewöhnungsbedürftig. Spieler, die lieber mit Gamepad spielen könnten sogar von der beinahe schon zwingend erforderlichen Maussteuerung frustriert sein. Aber ein Blick lohnt sich auf alle Fälle.

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