VRVANA Prototype Time of Flight HMD

Neben Oculus VR, Samsung, HTC und Valve wollen auch noch andere VR-Headset Hersteller den Markt mit innovativen Produkten erweitern. Eines dieser Unternehmen ist das 12-köpfige kanadische Team namens VRVANA. Mit ihrem Totem VR-HMD gehen sie einen leicht anderen Weg. In einem Kölner Hotel nähe des Messegeländes empfing uns VRVANA CEO Bert Nepveu und zeigte uns seinen jüngesten Prototypen des Totem Headsets, frisch aus dem 3D-Drucker.

3D Druck VR-Brille

In einer Demosession zeigte uns Bert die Demo Couchknight, die auch für das Oculus Rift Headset herunterladbar ist. Hier konnten wir uns mit der Hardware vertraut machen. Das Spiel kannten wir bereits, die Hardware nicht. Die Auflösung (2560 x 1440) ist zu vergleichen mit der von Samsungs Gear VR Headset. Kein Wunder, ist im Totem Prototyp ein Display-Panel verbaut, das auch im Galaxy Note 4 Verwendung findet. Auch das Sichtfeld, auch FOV (field-of-view) genannt, ist mit dem von anderen VR-Brillen wie Oculus Rift oder Gear VR vergleichbar. Eine Einstellmöglichkeit des Pupillenabstandes ist derzeit nicht vorhanden. Die großen Linsen erlauben es den meisten Menschen mit unterschiedlich großem Pupillenabstand scharfe Bilder zu sehen.

VR Headset Linsen

Im aktuellen Prototyp arbeitet das Display lediglich mit 60hz, in Zukunft will man aber mindestens 75hz anbieten können. Aufgrund der verbauten Technik, wird doch ein Teil der Rechenleistung vom Headset selber übernommen, ist das Virtual Reality HMD nicht gerade leicht, jedoch verlagert das stark an die Project Morpheus Ergonomie erinnernde Design das Gewicht relativ gut auf den Kopfmittelpunkt.

Raumerkennung Kamera Smartphone

Google Project Tango

Einen neuen Ansatz geht VRVANA jedoch in Sachen Positional Tracking. Wo andere Hersteller mindestens einen externen Sensor (Lighthouse, bzw. Constellation Tracker) verwenden, sogenanntes Optisches- oder Out-to-In-Tracking, nutzt das Totem die Inside-Out Tracking Technologie. Zwei in das Headset integrierte Time-of-Flight (ToF) Kameras scannen die Umgebung ähnlich wie Googles Project Tango. Dazu wird die Umgebung dank eines Lichtimpulses ausgeleuchtet. Die Kameras messen dann für jeden Bildpunkt die Zeit, die das Licht bis zum Objekt und wieder zurück braucht. Auf diese Weise erkennt das Headset die Kanten von Objekten in der Nähe (edge detection) und kann so die genaue Position des Nutzers im Raum erkennen.

Zugegebenermaßen funktionierte die Technik, jedoch noch nicht 100%ig. Der Prototyp zeigt aber deutlich, was mit dem Headset möglich sein wird, wenn es auf den Markt kommt. In der Demo Couchknight fühlte es sich so an, als würden die Bewegungen minimal verzögert in die virtuelle Welt übertragen. Das Team von VRVANA ist sich dessen sehr wohl bewusst. Auf Nachfrage, wann man mit submilimeter genauem Positional Tracking bei einer Latenz unter 20ms rechnen könnte, antwortete man uns, dass man dies bis zum Ende des Jahres realisieren wolle.

VRVANA Totem Couchknight

Das junge Unternehmen ist sich der weitreichenden Virtual Reality Anwendungsmöglichkeiten im Gamingsektor sehr wohl bewusst, setzt jedoch auch einen großen Fokus auf Anwendungen von Virtual- und Augmented Reality im Geschäftsbereich. Hier zahlen sich sowohl die Möglichkeit der AR-Nutzung, als auch das Inside-Out Tracking aus. Einen ersten Partner aus Deutschland konnte VRVANA bereits gewinnen. Volkswagen möchte allem Anschein nach mit den Jungs und Mädels aus Kanada zusammenarbeiten. Vorbestellen kann man das Headset für ca. 450 US-Dollar, das dann Anfang 2016 erscheinen soll.

Wir sind gespannt, wie sich das Totem weiter entwickelt und werden selbstverständlich weiter darüber berichten. Ein kurzes und definitiv spontanes Interview mit Bert findet ihr im Video. Viel Spaß!

 

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