Fulldome Lucid Trips Filmtage

Virtual Reality ist üblicherweise eine sehr private Angelegenheit. Privat deshalb, weil das, was man mit der VR-Brille erlebt, lediglich für einen selbst bestimmt ist. Wir sind auf den nordischen Filmtagen in Lübeck und präsentieren unsere Erfahrung Lucid Trips bis zum Sonntag: Durch die Projektion im Fulldome Cinema kann auch ein größeres Publikum ohne VR Headset die Erfahrung immersiver miterleben.

VR: Von einsam zu gemeinsam

Andere an seiner Erfahrung teilhaben zu lassen, ist eines der aktuellen Problem der Virtual Reality: Zwar kann man einem Publikum durch die parallele Wiedergabe der Erfahrung auf dem Monitor einen Eindruck vermitteln. Jedoch fällt es den meisten Menschen schwer, das vom VR-Benutzer erlebte Szenario auf diese Weise nachzuempfinden. Insbesondere dann, wenn man noch nie in den Genuss einer direkten VR-Erfahrung gekommen ist.
Fulldome Lucid Trips Filmtage
Durch die Mixed Reality genannte Aufnahmetechnik kann man den VR-Spieler von einer dritten Perspektive aus darstellen und von Außen zeigen, wie er sich durch die virtuelle Umgebung bewegt und interagiert. Diese Methode hilft sehr, um das VR-Konzept dem Publikum verständlich darzustellen, da der Zuschauer weniger abstrahieren muss. Trotzdem entfernt uns die Mixed-Reality-Darstellung eher von der Erfahrung: Sie bietet dem Betrachter kaum Immersion, denn es fehlt das für VR signifikante Gefühl, sich physisch an einem anderen Ort zu befinden.

Fulldome Cinema: VR zum Zuschauen

Das Kuppel-Kino – auch genannt Fulldome Cinema – führt seit geraumer Zeit eine Koexistenz mit der VR-Brille. Dabei werden Filme auf eine Halbkugel projiziert um so eine Darstellung zu liefern, die den größten Teil des menschlichen Sichtfeldes einnimmt. Zwar können die modernisierten Planetarien so kaum die Interaktionsmöglichkeiten bieten wie wir sie durch VR kennen. Außerdem unterliegt der Immersionsgrad dem der VR-Brille. Doch zwei große Vorteile hat der Dome gegenüber VR: Zum einen ist keine weitere Peripherie nötig, um am Erlebnis teilzuhaben. Zum anderen können wie im Kino viele Leute gleichzeitig dieselbe Vorführung genießen. Das Fulldome-Cinema liegt also irgendwo zwischen VR und Kino.
Fulldome Lucid Trips Filmtage
Auf den nordischen Filmtagen in Lübeck bringt Kurator und Fulldome-Produzent Ralph Heinsohn mit seinem Team die VR Technologie mit der Kuppel-Projektion zusammen – in Japan fand im Sommer ein ähnliches Experiment mit dem Spiel Rez Infinite statt. Das Ziel ist es, vielen Zuschauern eine möglichst immersive Teilhabe an einer live vorgeführten VR-Erfahrung zu bieten. Dazu entwickelte Heinsohn und sein Team ein Unity-Plugin. Das entzerrt das Bild und sorgt damit für eine korrekte  Darstellung im Fulldome.

Nordische Filmtage in Lübeck: Noch bis Sonntag Lucid Trips

Auf den Filmtagen werden zwei verschieden Ansätze präsentiert. Die erste Experience ist der interaktiver VR-Kunstfilm Nothing Happens von Michelle und Uri Kranot und ihrem Team. Der zweite Teil ist eine Live-Performance von dem bei uns entwickelten und auf Steam für Oculus Rift und HTC Vive veröffentlichten Titel Lucid Trips. Auch wenn das Ganze zu diesem Zeitpunkt noch als ein Experiment gelten mag, zeichnet sich bereits ab, dass diese Art der parallelen Darstellung durch die beiden Medien Sinn ergibt. Sie funktioniert jedenfalls besser, als man vielleicht vermuten würden.

Wer sich davon selbst überzeugen will, der hat noch bis Sonntag die Möglichkeit, die nordischen Filmtage zu besuchen. Die Vorführungen von Lucid Trips finden heute, am Freitag den 3. November um 20 Uhr, am Samstag um 15 Uhr und am Sonntag um 13 Uhr statt. Das Ticket kostet regulär 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Hinzu kommt gegebenenfalls eine Vorverkaufsgebühr von 1,20 Euro.

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