Ready Player One VR

Bisher war VR hauptsächlich für Nerds ein Tummelplatz. Zwar hatte mobiles VR mit billigen Pappbrillen und der Samsung Gear VR auch Einfluss auf den Massenmarkt, allerdings waren und sind die Erfahrungen nicht besonders überzeugend und von der mit Systemen wie Rift, Vive und auch PSVR weit entfernt. Die hohen Preise der besseren VR-Systeme inklusive fähiger Hardware als Zuspieler schreckten und schrecken bis heute viele ab. Mit der Steven-Spielberg-Verfilmung von Ready Player One könnte aber erneut das Interesse an VR entflammen. Und es stehen jetzt oder in Kürze neue Systeme bereit. Aber wofür soll man sich – als Nicht-Nerd – entscheiden?

Ready Player One: VR-Film trifft auf chaotischen Markt

Eigentlich ist der Kinostart von Ready Player One Ende März in Amerika und am 5. April in Deutschland eine wunderbare Chance, das Interesse an Virtual Reality wieder zu befeuern. Wenn man nicht gerade Nerd ist und sowieso das Thema aufmerksam verfolgt, dann gibt es allerdings ein Problem, denn das Angebot an VR-Lösungen ist so chaotisch wie nie zuvor aufgestellt. Aus Kundensicht: Welche VR-Lösung darf es denn sein? Wenigstens Besitzern einer PlayStation 4 (Pro) dürfte die Antwort noch vergleichsweise leicht fallen – was schon in der Vergangenheit der Fall war und die PSVR auf den Thron der verkauften besseren VR-Lösungen hievte. Zumindest für Gamer mit dickem PC und gut gefüllter Brieftasche ist die Antwort auch noch vergleichsweise einfach: Oculus Rift oder HTC Vive, eventuell aktuell auch die Samsung Odyssey – andere Nerds haben die Pimax 8K (zusätzlich) über Kickstarter geordert.

Schon dort hat man die Qual der Wahl, die Optionen werden aber mehr: Am 5. April erscheint pünktlich zum Kinostart von Ready Player One – HTC ist offizieller Film-Partner – die Vive Pro mit höherer Auflösung sowie eingebauten Kopfhörern. Allerdings vorerst als reines Headset ohne Zubehör wie Lighthouse-Stationen und Controllern. Klar, für Nerds außer dem Preis von 879 Euro kein Thema. Für den Otto-Normal-Konsumenten, der sich nach dem Kinobesuch für ein System interessiert, kann das aber schon verwirrend sein: Erst die HTC Vive für 599 Euro kaufen und die Pro dann gleich dazu? Wohl eher nicht. Zumindest in Amerika kommen noch die Windows Mixed Reality Headsets als preisgünstiges System in Frage, da sie teilweise für knapp über 200 US-Dollar verkauft werden. Der Preis ist zwar gut, dann kommt aber die nächste Frage: Was für einen PC benötige ich eigentlich für die Brillen?

Ready Player One VR

Immersion klingt wie eine Krankheit

Sollte man dann vielleicht doch lieber zu einem autarken Headset wie die Oculus Go greifen, deren Verkaufsstart die Facebook-Tochter am 1. Mai verkünden soll? Welche Variante darf es dann sein, die für 200 Dollar mit 32 oder die teurere mit 64 GB? Oder noch mal mehr drauflegen und die autarke Brille von Lenovo holen, die Mirage Solo? Die soll 400 Dollar kosten und bietet Inside-Out-Tracking. Und was ist der Vorteil von diesem ominösen Tracking? Ist es den Aufpreis von 200 Dollar gegenüber der günstigsten Oculus Go wert? Greife ich da nicht lieber zu einer Windows-Mixed-Reality-Brille für rund 250 Dollar und – ach ja, da war ja die PC-Frage.

Nicht-Nerds winken gleich ab, wenn man ihnen die Unterschiede zwischen den VR-Systemen – Controller-Tracking in drei oder sechs Freiheitsgraden, Roomscale, Inside-Out-Tracking etc. – erklären will. Dann fällt noch der Standard-Satz von der erhöhten Immersion – und dann spätestens ist Schluss. Immersion klingt ähnlich wie Infektion, als etwas, das man nicht haben möchte.

Ich fürchte, dass der Kinostart von Ready Player One zwar das Interesse an VR deutlich erhöhen kann – aber die verschiedenen VR-Systeme derzeit einfach noch nicht reif für den Massenmarkt sind. Am ehesten sind es noch die PSVR und wohl auch die kommende Oculus Go. Aber beide Systeme können das tatsächliche Potential der virtuellen Realität nur bedingt entfalten.

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