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Es sind noch keine VR Headsets am Markt, aber dennoch lieben Gamer Oculus Rift, Project Morpheus und Co. Jaunt (umgangssprachlich: Spritztour, also eine Vergnügungsfahrt) ist eine neues Start-Up, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, Virtual Reality mit filmischem Live-Action zu verbinden. Hier kommt der VR Film.

Was also macht Jaunt?

Jaunt ist ein All-Inklusive Werkzeugkasten für Regisseure und Filmemacher, mit dem man 360° Aufnahmen in Bild und Ton von der echten Welt machen kann, die dann via eines VR Headsets wie Oculus Rift oder Sony’s Project Morpheus abgespielt werden können.

Diese Technik ist nicht zu vergleichen mit den heute bekannten Panoramafotos, die oft wie zusammengeklebt wirken. Auch ist hier keine computeranimierte Grafik zu sehen. Die Kamera ist eher eine Art Stellvertreter des Betrachters. Beim Abspielen, findet sich der “Zuschauer” am selben Platz wieder, wo sich die Kamera während der Aufnahme befunden hat.

Die Idee eine Technik zu entwickeln, die es ermöglicht einen VR Film in Bild und Ton aufzunehmen spornte das kleine Team an. Nachdem man sich ein Oculus Rift Dev Kit gebraucht gekauft hatte, um die Technik dahinter besser zu verstehen, wurde in vielen Schritten (angefangen mit Lego-Prototypen) ein Kamerasystem entwickelt, dass zu einem Prototyp wurde, der stark an ein Kamerastativ mit 360-Grad Kamera, 3D Mikrofon und Lichtern erinnert.

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Wie die Kamera funktioniert ist ziemlich selbsterklärend: Aneinandergereihte Kameras und Mikrofone nehmen die visuellen und hörbaren Daten aus dem 3D-Raum auf. Diese Daten können dann mit VR Headsets abgespielt werden.

Leute die es ausprobieren durften, sind, wenn man ihren Ausführungen glauben darf, begeistert. Aber wie immer mit VR, ist es schwer in Worte zu fassen, was man da erlebt. Man muss es einfach selber ausprobieren.

Was ist also so toll an dieser Technik?

Wenn man den Oculus Kauf von Facebook als einen Schritt nach vorne betrachtet, der aus dem Nischenmarkt VR, einen Massenmarkt machen könnte, dann scheint Jaunt ebenfalls ein so monumentaler Schritt in Richtung großartigem Virtual Reality Content sein, der auch Leuten gefällt, die sich nicht als Gamer verstehen. Zu den VR Games reihen sich nun VR Filme.

Die Konsequenzen sind atemberaubend. Man stelle sich vor, dass der Oscar prämierte Film Gravity nicht auf einer Leinwand gesehen wird, sondern komplett um einen herum. Man könnte dasselbe Material so unendlich oft anschauen und könnte jedes Mal Details entdecken, die einem bis dahin verborgen blieben, nur weil man seinen Kopf entweder ganz leicht, oder ganz herum gedreht oder auf und ab bewegt hat. Niemand wird jemals wieder den exakt selben Ausschnitt des trotzdem gleichbleibenden Filmes sehen. Es ist eine komplett personalisierte Erfahrung, abhängig davon wohin man gerade schaut und welchem Detail man seine Aufmerksamkeit schenkt.

Diese revolutionäre Idee kommt aber nicht ohne einige Hürden daher. Zum einen, hat bei einem klassischem Film der Künstler die Kontrolle darüber, was der Zuschauer sieht. Er kann also beeinflussen, wann man sieht, wenn der Bösewicht sich an den Protagonisten heranschleicht. Im VR Film hingegen könnte sich dieser Bösewicht an dich heranschleichen, du würdest es gar nicht merken, es sein denn es gebe einen Hinweis (entweder hör- oder sichtbar), der dir ein Anlass dazu gibt, dich umzudrehen. Plötzlich ist das ganze weniger eine Story die für dich gemacht wurde und eher eine Welt in der man sich in einer Geschichte wiederfindet.
Andererseits sollte man mit der Aufforderung, die Zuschauer zu mehr Kopfbewegungen zu motivieren auch vorsichtig umgehen. Aus eigener Erfahrung mit VR Spielen kann ich sagen, dass es oft die kleinen Bewegungen sind, die einem die größte Immersion liefern. Sich ständig komplett umzusehen ist richtig dosiert sinnvoll, fühlt sich aber bei zu häufiger Ausführung wohl eher für paranoide Personen natürlich an.

Wenn ich mir so vorstelle, zu was Jaunt im Sinne einer cineastisches Erfahrung in der Lage ist, kann ich guten Gewissens behaupten, dass wir eine unglaublich aufregende grundlegende Veränderung der modernen Medien sehen werden. Und das glauben auch andere. Der Vorsitzende von Dolby, Peter Gotcher sagt: “Jaunt ist eine totale sensorische Erfahrung, ungleich allem, was ich je gesehen habe. Die kreative Gemeinschaft wird uns in den kommenden Jahren verblüffen.” Diese Wandlung wird selbstredend nicht plötzlich geschehen, wenn sie aber verhältnismäßig und kontrolliert abläuft, wird sie gigantisch.

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