Vive Focus VR

Grenzenlose Freiheit versprechen autarke VR-Brillen. Aber wie sieht das in der Praxis aus? Richard Lai von Engadget hat eine Vive Focus mit in den Flieger genommen und die VR-Freiheit über den Wolken getestet. Dabei trat ein unerwartetes Problem auf, doch am Ende überwiegt die Freude – vor allem durch das Tracking mit 6DoF.

Vive Focus: Die grenzenlose VR-Freiheit über den Wolken

Für dieses Jahr sind mehrere autarke VR-Brillen angekündigt, die sich allerdings technisch und preislich sehr voneinander unterscheiden werden. Nach der auch bei uns erhältlichen Pico Neo brachte HTC die High-End-Brille Vive Focus im Januar 2018 auf den Markt. Diese ist allerdings bisher nur in China erhältlich und mit umgerechnet rund 635 US-Dollar sicherlich kein Schnäppchen. Dafür bietet sie mit 2880 x 1600 Bildpunkten eine hohe Auflösung und beherrscht Inside-Out-Tracking mit 6DoF. Lediglich bei dem Controller muss man sich mit 3DoF zufriedengeben.

Vive Focus VR

Richard Lai vom US-Magazin Engadget hat sich mit der Vive Focus im Handgepäck auf die vierstündige Flugreise von Hongkong nach Tokio begeben und berichtet von seinen Erfahrungen. Das Fazit zuerst: Der Redakteur ist äußerst angetan und hat nur wenige Einschränkungen zu bemängeln. Deal-Breaker sind die allerdings nicht oder kaum. Das größte Manko ist sicherlich die Verfügbarkeit des VR-Headsets im Westen, bei einem Import wird die eh schon nicht günstige Brille noch teurer. Eher interessant als problematisch ist die Erfahrung von Lai, dass das Tracking bei Abflug und Landung aus dem Tritt kommt – dafür gibt es allerdings einen Workaround. Man muss das Tracking der Vive Focus von 6DoF auf 3DoF umstellen und während der Phasen auf Roomscale verzichten.

Eine andere Einschränkung ist die Anzahl an Erfahrungen im Store über die Viveport App. Etwas weniger als 50 zählte Lai. Darunter befindet sich derzeit keine, die speziell für VR im Sitzen angepasst wäre. Verwunderlich ist das allerdings nicht bei einem System, das von Beginn an auf 6DoF setzt. Trotzdem lassen sich ein paar Apps hervorragend im Flieger spielen, ohne dabei den Sitznachbarn mit dem Ellenbogen zu belästigen, da sie nur geringe Bewegungen zur Steuerung erfordern.

Die Vive Focus bleibt im Fluggepäck

Die Vorteile der Vive Focus gegenüber möglichen Alternativen wie Daydream und Samsung Gear VR sind laut Lai deutlich. Gerade für Filme punktet die Lösung von HTC mit der höheren Auflösung und damit schärferen Darstellung mit reduziertem Fliegengittereffekt. Daneben hebt der Redakteur das Inside-Out-Tracking hervor, das die Immersion unheimlich steigere. Man schaut nicht nur auf eine Leinwand, sondern kann sich beispielsweise vorlehnen. Man befinde sich in der eigenen VR-Welt, so Lai. Die Vive Focus darf also bei ihm im Gepäck bleiben. Der Redakteur wünscht sich lediglich mehr Apps wie einen Music Player mit großartigen Visualisierungen, um auf dem Flug zu entspannen. Aber vielleicht ist die ja schon in Entwicklung.

(Quelle: Engadget)

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