Elite Dangerous, oculus rift, dk2

Elite Dangerous

Es ist nicht mehr weit bis zu meinem Ziel: Einer Station im neutralen Gebiet der Galaxie. Ich habe vor einer halben Stunde den Auftrag erhalten, eine Ladung Schrott von A nach B zu bringen – 5.000 Credits wurden mir für diesen scheinbar leichten Job versprochen. Doch bevor ich die Anlage erreiche, wirft mich etwas aus dem Supercruiser – die Welt um mich herum zerspringt in blaue Fasern – ich versuche verzweifelt mithilfe meines Steuerknüppels auf Kurs zu kommen, doch es ist zu spät.
Ich habe kaum Zeit mich zu orientieren oder einen Fluchtpunkt auszumachen, schon prasseln die ersten Lasersalven auf meine Schilde. »Energie Schilde« brülle ich ins Mikrofon und bekomme von meiner KI, welche ich Amy getauft habe, die ruhige Antwort, dass die Energie verteilt worden sei. Nun muss alles schnell gehen – nach oben schauen, den Gegner ausmachen und den Joystick nach links reißen, Gas geben. Ich muss hinter ihn gelangen, dann: »Energie Waffen« – »Volle Energie auf Waffen« antwortet Amy. Mittlerweile befinde ich mich über meinem Feind, ich ziehe die Schnauze nach unten und eröffne das Feuer – der Konkurrent hat nun keine Chance mehr – nach wenigen Minuten ist der Kampf vorbei. Ein Eintrag geht in meinem Bordcomputer ein – der Kerl war ein berüchtigter Pirat. Das Kopfgeld kann ich mir in einem System, welches der Förderation angehört, abholen.

Zwar generiert die SpaceSim »Elite: Dangerous« solche Situation nicht am laufenden Band, dennoch zieht uns das neuste Spiel von David Braben direkt in seinen Bann. Egal ob wir uns gegen gemeine Piraten verteidigen oder das Gedränge in einer der Raumstationen bewältigen müssen – Elite fährt beträchtliches auf um dem Spieler eine glaubhafte Version einer möglichen Zukunft zu präsentieren. Mehrere Milliarden Sternensysteme warten darauf von Spielern erkundet zu werden. Ein komplexes, miteinander verzahntes Handelssystem simulierte eine Galaxieweite Wirtschaft. Neben all den Hintergründen, welche ein stichhaltiges Grundgerüst bilden sorgt vor allem die Cockpitansicht des eigenen Raumschiffs für eine perfekte Immersion. Vor allem wenn man Elite mit einem Joystick spielt vergisst man völlig wo man sich befindet. Die Hände zeigen die gleichen Bewegungen, welche man in Echtzeit vollführt, Menüs erscheinen als Hologramme wenn der Spieler seinen Kopf bewegt. Aufgrund der halbwegs realistischen Entfernungen kann eine Reise von einem Punkt zum anderen schonmal mehrere Minuten dauern. Dies mag nicht allen gefallen, die Einsamkeit des Alls steigert die Immersion jedoch enorm und kann noch mit weiteren Kleinigkeiten wie der im Anfangstext erwähnten, selbst programmierte KI verstärkt werden.(Nach dem Test geben wir euch eine Anleitung wie auch ihr euch eine KI zusammen basteln könnt).

Steuerung

Doch auch wenn wir uns die Steuerung mit Hilfe unserer KI erleichtern konnten, so dauert es doch Stunden bis man sich in Grundzügen an die Steuerung von Elite gewöhnt hat. Vor allem die Tastatursteuerung wirkt gelegentlich überladen – zwar fühlt sich die Bedienung mit HOTAS weitaus intensiver an, jedoch benötigt man selbst dann noch stellenweise Tastatur und Maus um wirklich alle Aktionen, die in der SpaceSim nötig werden ausführen zu können – das ist vor allem mit der Oculus störend. Auch die grelle Schrift ist zuweilen zu pixelig um sie gut zu lesen – eine Verbesserung kann durch Downsampling erzeugt werden. Eine Anleitung gibt es hier. Wen das dominante Orange im HUD stört, der findet bei uns auch eine Anleitung die Farbe zu ändern.

 

Story

Fans von ausgereiften Geschichten, wie denen der Space Opera Mass Effect werden von Elite leider allein gelassen. Zwar bietet das Universum eine Hülle an Hintergrundinformationen über die einzelnen Parteien und auch die Questbeschreibungen sind Nett geraten, doch eine epische Storyline bei der man mitfiebern kann, sucht man vergebens. Seine Stärke zieht Elite Dangerous viel eher aus den harten Kämpfen, den zuweilen ewig andauernden Reisen querdurch das All und der Einsamkeit, welche dieser luftleere Raum ausstrahlt. Bei jedem Gefecht zittert man mit – bedeutet der Verlust des eigenen Raumschiffs letzten Endes einen herben Rückschlag, welchen man erst durch viele Stunden handeln und arbeiten wieder ausgleichen kann.

Fazit

Unterm Strich lässt uns Elite Dangerous mit einem sehr zufriedenen Gefühl zurück. Dank der hervorragend umgesetzten Cockpitansicht können wir das Spiel stundenlang ohne Beschwerden genießen. Die Optik und der Sound überzeugen und ziehen damit mit Alien Isolation gleich auf. Die Langzeitmotivation fesselt uns nun bereits seit der Beta an Elite und dürfte auch für mehrere Dutzend, wenn nicht hunderte Spielstunden reichen. Immerhin gibt es etliche Sternensysteme zu erkunden. Elite Dangerous ist bisher eines der besten Spiele für die Oculus Rift und kann euch durch lange Winterabende begleiten. In diesem Sinne – wir sehen uns im Weltraum Pilot!

 

Gutes

IconPlus Tolle Grafik

IconPlus Sehr starke Immersion

IconPlus Hunderte Stunden Spielspaß

IconPlus Ausgearbeitetes Universum, welches sich an reale Physik hält

Weniger Gutes

IconMinus Musik eher Durchschnitt, “dudelt” vor sich hin

IconMinus Schrift zuweilen nur schwer lesbar

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KI mit VoiceAttack programmieren

Wer wie wir eine eigene KI nutzen möchte, dem sei das Programm VoiceAttack ans Herz gelegt. VoiceAttack nutzt die Windows Spracherkennung, welche man daher zu erst einmal ein wenig trainieren sollte. Ihr findet die Spracherkennung unter Systemeinstellungen.

VoiceAttack registriert eure Stimme und wandelt Befehle in Tasteneingaben um – ihr müsst also, wenn ihr euch selbst eine KI programmieren wollt, die genauen Tasteneingaben für die verschiedenen Weisungen im Optionsmenü nachschauen. Diese dann als Befehle in einem VoiceAttack Menü einpflegen. Vor allem mit der Oculus hilft VoiceAttack enorm, da man viele Anweisung ausführen darf ohne extra umgreifen zu müssen. Auch für die Immersion ist eine KI zuträglich. Wer möchte, kann in VoiceAttack Text eingeben, welcher dann von einer Computerstimme vorgelesen wird, ehe VoiceAttack die Aktion ausführt. Der User Mc Cloud 2K9 aus dem deutschen Elite Forum hat bereits ein fertiges Elite Dangerous Profil online gestellt, welches ihr euch hier herunterladen könnt. Im Thread findet ihr noch weitere Profile und unterschiedliche Sprachsamples, um eure KI zu individualisieren. Die VR Nerds wünschen euch viel Spaß!

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Marc
Gast
Marc

Ich will ja nicht meckern, aber die Musik ist dermaßen stimmig in dem Spiel. Da verstehe ich null, wie man das negativ ankreiden kann!

marco
Gast
marco

und noch eine “kleine” Korrektur: Es sind keine Millarden Sternensysteme, sondern 400 Millionen!

Serdan
Gast
Serdan

Also Elite ist ein absolutes Hammerspiel! Kaufen Kaufen Kaufen!

Wer es einmal mit Joystick und Rift gespielt hat, der will nicht mehr ohne xD

trackback
[…] Der „Weltraumsimulator“ Elite Dangerous des Entwicklers Frontier Development macht so einiges richtig. Man beginnt mit einem kleinen Raumschiff und ein wenig Startkapital und von da an kann man sich seinen Weg selbst suchen. Ob Händler, Schmuggler, Pirat oder Ressourcenabbau – den „Beruf“ kann jeder selbst bestimmen. Der unendliche Weltraum wartet darauf erkundet zu werden. Was viele Reviews positiv hervorheben… Weiterlesen »
trackback

[…] dem VR-Patch wieder eine Chance gegeben oder auf neue Spiele wie „Elite Dangerous VR“ zurückgegriffen […]

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