Dying Light

Vorwort:

Seit dem 27ten Januar ist Dying Light erhältlich – zumindest als europäische Downloadfassung außerhalb Deutschlands. Im deutschen Steam Store ist Dying Light offiziell nicht erhältlich, da es noch keine USK Einstufung bekam. Natürlich kann man sich Dying Light dennoch über Internet Key Shops wie G2A oder MMOGA beschaffen, sofern man das 18te Lebensjahr erreicht hat. Sobald am 27ten Februar jedoch die Disc Version erscheint und das Spiel an die deutsche USK gegeben werden muss, droht eine Indizierung. Das bedeutet, dass dieses Spiel dann auf dem Index steht und nicht beworben werden darf. Hier ist leider die Sachlage für uns als Journalisten relativ unklar – da auch Tests durchaus als Werbung angesehen werden können. Da wir vermeiden wollen, dass der Test im Nachhinein wieder von unserer Seite genommen werden muss, haben wir uns einen Kniff einfallen lassen: Wir konzentrieren uns bei unserem geschriebenen Test auf die Oculus Anbindung und nicht auf das eigentliche Spiel – dies ist immerhin unser Spezialgebiet.

Dying Light Test

Ich habe völlig die Zeit vergessen, während ich im Keller eines Hauses nach Vorräten gesucht habe: Schokoriegel, Mullbinden, Alkohol – irgendwas. Die Welt dort draußen ist knallhart und wenn ich auch nur einen Tag länger überleben will muss ich Stärke beweisen – härter sein. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch klettere ich zurück aufs Dach, während meine Armbanduhr unheilsvoll piepst. 21 Uhr. Die Sonne geht unter.
Mein Herz klopft, während ich mir bereits eines meiner Safehäuser auf der Karte markiere – dann nichts wie los. Ich springe vom Dach, rolle mich ab und laufe durch die engen Gassen. Ein Zombie torkelt auf mich zu, aber ich habe keine Zeit mich mit ihm zu befassen. Ich springe auf ihn, über ihn, hechte über einen Zaun und lande hart auf dem Boden, mir wird schwindelig und die

Dying Light

So behände müssen wir auch in der Rift kraxeln.

Sicht verschwimmt – der Abgrund war höher als gedacht. Kaum habe ich mich aufgerappelt schaue ich in die Fratze eines Nachtjägers. Sein Schrei lässt mir das Blut in den Adern gefrieren – ich leuchte ihm mit meiner UV Lampe direkt in sein entstelltes Gesicht und gebe Fersengeld. Doch das scheint ihn nur noch wütender gemacht zu haben; er nimmt die Verfolgung auf. Ich kann ihm entkommen, doch an einer Tankstelle – kurz vor meinem Safehouse findet er mich wieder – er springt auf mich und mein letztes Stündlein hat geschlagen. Frustriert ziehe ich mir die Rift vom Kopf und habe das Gefühl, am Monitor wäre dies einfacher gewesen.

Good Night, Good Luck

Während in den meisten Spielen, in denen ich die Rift Nutzen kann der Anwender in der Regel einen Vorteil aus dem großen Sichtradius zieht (siehe Elite Dangeorus), so bleibt stets das Gefühl, dass die Rift uns das Spielen nur unnötig kompliziert macht. Da Blick- und Laufrichtung nicht voneinander gekoppelt sind und das Headtracking leicht nachzieht, ist dieses leider kaum zu gebrauchen. Besser spielt es sich bei weitem, wenn wir einfach nur stur gerade aus schauen und den Rest der Bewegung mit dem Controller vollführen – doch hier besteht die Gefahr, dass wir nur all zu bald an Motion Sickness leiden. Mehr als eine halbe Stunde am Stück fiel uns durchgehend schwierig. Kommen dann auch noch Zwischensequenzen dazu, welche uns Dying light in der Egoperspektive präsentiert, wird uns noch schlechter. In der Rift die Kontrolle über die Kamera zu nehmen ist einfach ein NoGo. Auch sonst macht es uns das Spiel oftmals unnötig kompliziert – schauen wir bei Sprüngen etwa instinktiv nach unten, so fallen wir auch etwas schneller und verpassen vielleicht die Kante, an welcher wir uns eigentlich hochziehen sollten. Immerhin: Der Schock, wenn wir die Kante eines Daches in der virtuellen Welt gegen den Schädel gedonnert bekommen schreckt ziemlich auf – und der anschließende Fall sorgt für Magengrummeln.

Dying Light – Dying Hope?

Dying Light

Auch der Kampf ist in der Rift zuweilen zu actionreich. Uns drehte sich schnell der Magen um.

»Aber Dying Light ist doch noch gar nicht für die Rift optimiert« mag man jetzt sagen – und das stimmt. Es ist auch nicht so, als könnten wir nur Nachteile während unserer Session erkennen. Hinter Dying Light steckt eine gute Spielmechanik, die auch zu motivieren weiß. Und sollte Dying Light offiziell für die Consumer Edition der Rift erscheinen, werden wir selbstverständlich einen Nachtest folgen lassen – im Augenblick jedoch ist das Spiel mit der Rift eher semioptimal. Die Größenverhältnisse stimmen überwiegend, die Parkoureinlagen sind auch in der Rift relativ geschmeidig, wenngleich auch das Stottern und Nachziehen des Bildes während den Kopfbewegungne die Illusion schnell zerreißt.
Wie ihr das Spiel bereits jetzt in der Rift spielen könnt, erklärt euch unser Tutorial.

 

 

Fazit:

Ein endgültiges Fazit zu treffen ist nicht leicht. Denn auf der einen Seite, ist es nicht die offizielle Modifikation des Entwicklers, auf der anderen Seite war sie dies bei Alien Isolation auch nicht – und hier wurde uns nicht so schnell schlecht und die Zwischensequenzen waren besser gelöst.
Natürlich ist das Spielprinzip bei Alien Isolation allgemein etwas behäbiger und daher nicht so gefährdend für empfindliche Mägen wie der schnelle Parkour in Dying Light. Wir können uns sogar vorstellen, dass sich das Zombiespiel, wenn es erst einmal offiziell gepatcht und für die Consumer Edition der Rift aufbereitet wurde, richtig gut in der virtuellen Realität spielen lässt. Momentan jedoch ist es nicht viel mehr als ein nettes Experiment. Die bessere Spielerfahrung erfahrt ihr momentan noch auf dem Monitor.

[Bilder: Techland – Media]

 

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