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GerätenameVirtualizer
HerstellerCyberith
FunktionOmnidirektionale Treadmill
Releasedatumvoraussichtlich Ende 2014
EntwicklungsstandPrototyp Nr. 3
PlattformPC
Kombinierbar mit:Oculus Rift, PrioVR, Stem
Vergleichbar mit:Omni Virtuix
PreisTBA
Palmer Luckey, der Erfinder der Oculus Rift selbst sagt, dass sein Head Mounted Display nur einer von mehreren Puzzlestücken zur Virtual Reality ist. Der Virtualizer von der jungen Firma Cyberith ist sicherlich ein weiteres Puzzleteil. Doch ob es auch passt? Wir haben den Firmengründer Tuncay Cakmak in der Nähe von Wien besucht um selbst herauszufinden was sein zweiter Prototyp zu bieten hat.

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Maren goes VR

Das Konzept von einem omnidirektionalen “Laufband”, also einer Konstruktion auf der man in jede Richtung laufen kann ohne sich vom Platz zu bewegen, ist wahrscheinlich noch älter als die Idee von der VR-Brille selbst. Neu ist aber, dass sich einige junge Entwickler das Ziel gesetzt haben Treadmills zu produzieren, die sich auch Normalverdiener leisten können. Neben dem amerikanischen Threadmill–Konzept aus dem Hause Virtuix, hat ein kleines Team um den Wiener Physikstudenten Tuncay Kakmak mit ihren Youtube Videos von ihrem Virtualizer für einigen Wirbel gesorgt.


Funktionsweise des Virtualizers

Eine Treadmill setzt sich in der Regel aus zwei grundlegenden Elementen zusammen – einem Bodenteil, der es dem User ermöglicht Schritte auszuführen, ohne dass er sich tatsächlich von der Stelle bewegt und einer Vorrichtung, die den User sichert und davon abhält über die Bodenplatte hinaus zu schreiten. Während der amerikanische Treadmill Hersteller Virtuix auf ein Patent mit speziellen Schuhen und einer konkaven Bodenplatten setzt, arbeiten die Jungs von Cyberith mit einer flachen Bodenplatte, die dank eines gewissen Glättegrades mit haushaltsüblichen Socken benutzt werden kann. Aus eigener Erfahrung wissen die Cyberith Entwickler, dass  die Verwendung einer ebene Bodenplatten im Vergleich zu einer kuhlenartig geformten Platte, einen markanten Vorteil in puncto Immersion hat, denn in den meisten Spielen und Simulationen läuft man größtenteils auf einer ebene Fläche und jeder Moment in dem sich das Gesehene von dem Gefühlten unterscheidet, geht zu Lasten der Immersion. Ein weiterer Vorteil der Bodenplatte des Virtualizers ist die integrierte Bewegungserkennung. Diese funktioniert theoretisch mit jedem Spiel da die erkannten Gehbewegungen in Impluse umgewandelt werden, die beispielsweise direkt auf die Tasten W,A,S,D gelegt werden können.

Während bei der Virtuix Omni Treadmill der User hauptsächlich durch die konkave Form der Bodenplatte nach jedem Schritt wieder in die Mitte rutscht, übernimmt diesen Job beim Virtualizer ausschließlich die Hüfthalterung. Durch einen Klettergurt bleibt der User in der Mitte fixiert, kann sich aber in jede Richtung frei drehen. Diese Methode erfordert allerdings, dass der User sich beim Vor-und Rückwärtsbewegen in die jeweilige Richtung lehnt.

In der Hüfthalterung verbirgt sich ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der österreichischen Treadmill, ihre Höhe ist nämlich auf eine dynamische Weise flexibel. Das bedeutet nicht nur, dass Personen verschiedener Größe, direkt und ohne weiteres Einstellungsprozedere in den Virtualizer einsteigen können, sondern es bedeutet auch, dass der User in die Knie gehen, springen oder sich sogar hinsetzen kann (Siehe Video). Bei vielen Spielen ist das in Deckung gehen ein unabdinglicher Bestandteil des Gameplays und im Gegensatz zur Omni Treadmill ist genau das durch die fast stufenlosen und bereits integrierten Bewegungssensoren kein Problem für den Virtualizer. Wie es aussieht haben die Cyberith–Tüftler an alles gedacht.

Unsere Erfahrung

Doch um heraus zu finden ob dieses spannende Konzept wirklich aufgeht, muss man es einfach selber mal testen. Im imposanten Wien angekommen mieteten Maren und ich einen Wagen um in ein kleines Dorf zu fahren. Nachdem Tuncay und sein Kollege Holger uns sehr herzlich empfangen hatten, durfte ich als erstes in den Virtualizer hüpfen. Ich spielte Half-Life 2 und noch einige andere Demos. Da ich selber ein Oculus Dev Kit besitze und schon einiges ausprobiert hatte, war meine Begeisterungsfähigkeit was die visuelle Ebene betritt, selbstverständlich etwas runter geregelt. Trotzdem, das Erlebnis sich mit seinem eigenem Körper, sprich mit Gehbewegungen durch den virtuellen Raum zu befördern ist um ein vielfaches immersiver als mit einem Controller. Ich muss zugeben, dass das Vorankommen im Virtualizer etwas “geh”wöhnungsbedürftig ist. Gleichzeitig muss man aber auch sagen, dass es sich bei dem Gerät um einen völlig neuartigen Controller handelt. Wenn man meiner Mutter beispielsweise einen Playstation Controller in die Hand drücken würde und ihr sagt sie solle die Welt retten, glaube ich, dass sie dafür wirklich viel Zeit bräuchte. Daher möchte ich behaupten, dass der Virtualizer trotz Gewöhnungszeit ein sehr intuitiver Controller ist. Auch Maren, die an diesem Tag ihren allerersten Ausflug in virtuelle Realität machte, kam nicht nur gut mit dem Steuerungskonzept zurecht, sie war verständlicherweise auch sehr geflasht. Schlecht wurde übrigens keinem von uns, was sicherlich viel damit zu tun haben dürfte, dass wir im Virtualizer vorwiegend realistische Bewegungen in normalen Geschwindigkeiten ausgeführt hatten.

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Trikottausch

Bei aller Begeisterung gibt es jedoch noch ein paar kleine Makel. So ist die Präzision der Bodensensoren noch nicht perfekt, insbesondere die Sidesteps funktionierten bei mir nur unregelmäßig, auch die Geräusche die das Gerät produziert, könnten noch gedämpft werden. Tuncay und sein Team sind sich dieser Dinge sehr wohl bewusst und haben bereits Lösungen ausgearbeitet, die sie in den neuen Prototypen mit einfließen lassen werden. Auch ein etwas, wie ich finde, schöneres und marktfähigeres Design wird dem neuen Modell verpasst. Eine Sache die auch der Virtualizer wohl vorerst nicht können wird, ist ein genaues Motion-Tracking des gesamten Körpers. Die bisher beste Lösung dafür scheint uns das PrioVR System. Dieses Full-Body-Motion-Tracking Set in Verbindung mit einem ausgereiften Virtualizer erweckt in mir eine riesen Vorfreude.

Doch jetzt sind wir alle erstmal sehr auf die kommende Kickstarter-Kampagne gespannt und drücken dem Team von Cyberith alle Daumen, dass es weltweit genügend mutige VR-Enthusiasten gibt, die dieses Projekt unterstützen. Wenn ihr erfahren wollt, wie die Geschichte weiter geht, folgt uns auf Twitter, Facebook oder schaut einfach regelmäßig auf unserem Blog vorbei.

Fazit

Der Virtualizer ist unser Meinung nach das derzeit beste Konzept unter den omnidirektionalen Treadmills. Trotzdem ist es noch nicht perfekt – was für einen Prototypen auch zu viel verlangt wäre. Wenn der nächste Prototyp nur einen Hauch besser wird, wovon wir ausgehen können, dann ist die Sache locker eine dreistellige Kickstarter-Investition wert.

Pros and Cons
IconPlus Stabile Verarbeitung
IconPlus Leichte Montage
IconPlus Flexibel in der Höhe
IconPlus Ducken, Springen und Sitzen ist möglich
IconPlus Bewegungssensoren in der Bodenplatte
IconPlus Bewegungssensoren für die Stehhöhe
IconPlus Benötigt keine Zusatzprodukte (wie z.B. Kinect)
IconPlus Keine Speziallschuhe benötigt (Normale Wollsocken reichen)

IconMinus Gewöhnungsbedürftiges nach vorne lehnen erforderlich
IconMinus Bisher ein noch realtiv hoher Geräuschfaktor
IconMinus Bodensensoren noch nicht perfekt

Videos
Die Rolle als heldenhafter Drachentöter in Skyrim scheint Tuncay auf dem Leib geschneidert worden zu sein.

Des netten Tuncays dunkele Seite tritt im Ego–View gemoddetem GTA zum Vorschein.

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