XMG Walker Test

Mit dem Walker hat XMG den ersten Rucksack PC auf den Markt gebracht, der mit der HTC Vive quasi kabelloses Virtual Reality ermöglicht. Wir haben ausgiebig mit dem Rucksack gespielt und verraten euch, ob sich der Kauf des Walkers lohnt.

XMG Walker im Test

Der Walker von XMG bringt die Power eines vollwertigen PCs auf euren Rücken. Das System beherbergt einen Intel Core i7-6700HQ, eine NVIDIA GeForce GTX 1070 und 16 GB DDR 4 Arbeitsspeicher. Damit das System mit ausreichend Strom versorgt wird, setzt XMG auf zwei Akku-Blöcke, die in das System eingesetzt werden müssen und auch während des Spielens ausgetauscht werden können. Somit müsst ihr den PC nicht ausschalten, wenn ihr einen neuen Akku einlegen wollt, um weiter in der virtuellen Welt zu bleiben. Mit zwei eingelegten Akkus könnt ihr 90-100 Minuten spielen. Die Akkus werden mittels eine separaten Ladestation aufgeladen und somit braucht ihr den PC auch nicht an ein Kabel hängen, wenn die Akkus aufgeladen werden müssen.

Für den gewöhnlichen Gebrauch sollte die Spielzeit von 90 Minuten auch absolut ausreichend seien. Selbst auf Messen wird man den Rucksack nicht 90 Minuten im Dauerbetrieb lassen. Außerdem hängt die Laufzeit des Akkus auch von der verwendeten Anwendung ab. Mit einer einfachen Anwendung sind auch deutlich längere Spielzeiten mit dem Walker möglich. In der günstigsten Variante wird der Walker mit zwei Akkus ausgeliefert. Wenn ihr vier Akkus benötigt, um fast dauerhaft in VR zu bleiben, dann solltet ihr die empfohlene Konfiguration von XMG wählen. Im Idealfall besorgt ihr euch aber gleich sechs Akkus, damit euch niemals der Saft ausgeht.

Beim Festplattenspeicher setzt XMG auf eine SSD mit 250 GB. Der Speicher kann aber gegen Aufpreis auch vergrößert werden. Zum Lieferumfang gehört auch ein USB-Stick, mit dem ihr das System schnell wieder zurücksetzen könnt, falls es Probleme macht.

Anschlüsse

XMG Walker Anschlüsse

Wie ihr vielleicht am Bild des Walkers schon erkennen könnt, hat XMG kein Display verbaut und XMG liefert den Walker auch ohne kleines Display zum Konfigurieren aus. Ihr könnt den Walker über den DisplayPort oder über den HDMI-Anschluss an euren herkömmlichen Monitor anschließen. Wirklich praktisch ist dies aber nicht, denn ihr müsst schließlich auch euren Raum konfigurieren und wollt ggf. schnell einen Blick auf den Monitor werfen, ohne ständig vom Kabel genervt zu sein. XMG verkauft über die eigene Webseite aber auch einen Transmitter, der das Bild drahtlos vom Walker auf den Monitor bringt. Außerdem könnt ihr mit dieser Technik ein Bild auf den Monitor für die Zuschauer anzeigen lassen. Der Transmitter von PureLink muss jedoch für 239,95 separat gekauft werden. Alternativ bekommt ihr den Transmitter aber auch etwas günstiger auf Amazon. Wer das Geld für den Walker übrig hat, der sollte an dieser Stelle nicht sparen und lieber in den Transmitter investieren. Leider besitzt der Walker aber nur einen HDMI Port. Das bedeutet, dass ihr entweder den Transmitter oder die HTC Vive über einen DisplayPort-Adapter betreiben müsst.

Folgende Anschlüsse stehen am Walker zur Verfügung:

  • 2x USB 2.0 Type-A
  • 3x USB 3.0 Type-A
  • 1x USB 3.1 Gen 2 Type-C
  • 1x HDMI 2.0
  • 1x Mini DisplayPort 1.3
  • 1x Kopfhörerausgang
  • 1x Mikrofoneingang
  • 1x 12V DC-out Stromversorgung von VR-Brille oder Zubehör
  • 1x Netzteil-Eingang
  • 1x Line-Out

Wir ihr in der Auflistung seht, steht ein Anschluss für den Stromanschluss der Breakout Box der HTC Vive zur Verfügung. Somit könnt ihr die Vive komplett an den Walker anschließen, ohne das ein weiteres Kabel zu einer Steckdose geführt werden muss.

Damit ihr die Kabel und die Box der HTC Vive auch richtig verstauen könnt, hat XMG dem Walker zwei Taschen und zwei Karabinerhaken spendiert. Somit könnt ihr die Kabel einfach fixieren und verhindert, dass die Kabel zwischen euren Beinen hängen.

Virtual Reality mit dem XMG Walker

XMG Walker Virtual Reality

Der Walker bringt ein Gewicht von 3,8 kg auf euren Rücken. Beim Spielen störte uns das Gewicht aber nicht wirklich, da die Polsterung und die Träger die Hardware weich an dem Körper anliegen lassen. Auch wenn der Tracking-Bereich der HTC Vive weiterhin bei ca. 4 x 4 Metern liegt, so entsteht mit dem Walker doch ein komplett neues Spielgefühl. Wenn man an kein Kabel gebunden ist, bewegt man sich in der virtuellen Realität wesentlich freier und man kann deutlich tiefer in die VR Erfahrung eintauchen, da man nicht ständig daran erinnert wird, dass die gezeigte Welt nicht real ist. Dies passiert nämlich bei der Verbindung mit einem herkömmlichen PC regelmäßig, da man beim Drehen ständig einen Schritt über das echte Kabel machen muss, welches in der virtuellen Realität nicht vorhanden ist.

Bei der Performance haben wir absolut keinen Grund zur Klage, was bei der verbauten Hardware aber abzusehen war. Kein getestetes Spiel bereitete Probleme in der virtuellen Realität. Die Verarbeitung des Walkers wirkt auch sehr hochwertig und so muss man auch keine Angst haben, dass man die Hardware zerstört, falls man mit dem Rücken gegen eine Wand stößt. Trotz der robusten Bauweise scheinen die Lüfter aber gute Arbeit zu leisten und das System ging nie durch zu große Wärmeentwicklung in die Knie. XMG setzt hierbei auf Lüfter auf der Rückseite und auf kleine Luftschlitze an den Seiten des Gehäuses.

Wartung

XMG Walker Rückseite

XMG spendiert dem Walker keine einfache Mechanik, um an das Innenleben zu gelangen. Ihr müsst zunächst vier große Schrauben am Polster lösen und anschließend einige kleine Schrauben auf der Rückseite des Walkers. Eine Öffnung des Gerätes ist bei XMG aber prinzipiell unproblematisch und führt nicht dazu, dass die Garantie erlischt.

Fazit

Der XMG Walker macht Virtual Reality immersiver. Der Einstiegspreis für den Walker liegt bei knapp 3.300 Euro und somit muss für etwas mehr Immersion, sehr tief in die Tasche gegriffen werden. Für den privaten Anwender ist dieser Preis sicherlich zu hoch und der Nutzen zu klein. Für professionelle Anwender hingegen lohnt sich der Walker definitiv. Wenn man Menschen eine VR-Erfahrung zeigen will, dann geht es nicht besser als mit einem Rucksack PC. Zudem wird bei einer Vorführung verhindert, dass die Tester über die Kabel stolpern und somit wird das Verletzungsrisiko minimiert.

Im Moment gibt es keine Möglichkeit auf dem Markt, die einen Rucksack PC ersetzen könnte. Im nächsten Jahr kann sich dies aber ändern, wenn der TPCAST auch für Menschen aus diversen Länder zugänglich gemacht wird. Bei den letzten Vorbestellungen ließ sich der TPCAST nur in China bestellen.

Den XMG Walker könnt ihr auf der Webseite von XMG kaufen.

Stark
  • Akku Hot-Swap-Funktion
  • Akkulaufzeit
  • bequem zu tragen
Schwach
  • kein integriertes Display
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Christoph SpingerNico Letzte Kommentartoren
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Nico
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Nico

Wie geht denn der Wechsel der Batterien von statten? Muss das Gerät dazu abgesetzt werden oder sind die Akkus von hinten gut erreichbar? Wie sind die Akkus gegen Herausfallen gesichert?

trackback

[…] in den Schatten, aber leider hält die Technik nicht ganz mit. Derzeit setzt die Location auf XMG Walker (einen Rucksack-PC), welcher jedoch ziemlich heat beim Spielen wurde. Zudem konnte er die Framerate […]