Kino zur Virtual Reality Erfahrung umbauen

In Zeiten von Heimkino, Streaming-Diensten und 4K-Fernsehern rücken klassische Entertainment-Medien immer mehr ins Abseits. Vor allem lokale Kinos, sowohl in Europa als auch den Vereinigten Staaten, sehen sie sich sukzessive sinkenden Besucherzahlen ausgesetzt. Das amerikanische Unternehmen Nomadic, hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, ungenutze Kinosäle mithilfe von Requisiten und Modulen in einzigartige Erfahrungen in der virtuellen Realität zu verwandeln.

Die Fragen der Zukunft: Kinofilm oder VR-Experience?

Das Team aus ehemaligen Business-Ikonen von Disney, Electronic Arts und Industrial Light and Magic verfolgt mit ihrem neuen Unternehmen die Philosophie, alte Kinos in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, indem sie einerseits Module herstellen, die einen real existierenden Hindernisparkour ermöglichen und andererseits die Software bereitstellen, um innerhalb der Lichtspielhäuser komplexe VR-Erfahrungen zu schaffen. Voraussetzung dafür: Man müsse zunächst die Kinosäle entkernen und ein einheitliches Grid einrichten, auf dem Nomadic die entsprechenden Komponenten installieren kann.

Anders als bei den bisherigen VR-Experiences steht dabei der Gedanke der Flexibilität im Vordergrund. Die Kinos sollen also nicht nur ein oder zwei verschiedene Events beherbergen, sondern – ähnlich wie VR Arcades – gleich mit einem ganzen Arsenal aufwarten, das sich spontan auswechseln lässt und Besucher aller Alters- und Interessengruppen zurück in die Filmtheater lockt. Nomadic plant 15-minütige VR-Erfahrungen, die preislich leicht unter einem herkömmlichen Kinobesuch angesiedelt werden sollen. Vorerst ist das Projekt für die Vereinigten Staaten geplant, es ist also fraglich, ob und wann europäische Lichtspielhäuser uns die ersten VR-Angebote machen.

Physische Objekte im virtuellen Raum

Die Jungs und Mädels von UploadVR konnten im Rahmen eines Besuchs bei Nomadic bereits einen Einblick in die Möglichkeiten von VR im Kino gewinnen und zeigten sich durchweg begeistert:

As I walked through the first room I decided to randomly kick a stool placed in the corner. My guess was they wouldn’t have positionally tracked EVERY asset in the experience. But, sure enough, my foot connected with metal. I then started testing everything I could and all of the walls, tables, doorknobs and drawers were all physically there with me in the digital experience.

Die Experience unter dem Codenamen Chicago entführt die Kunden in die “Windy City”, in der es – passender könnte es nicht sein – direkt auf eine windige und turmhohe Feuerleiter geht, auf der etliche Dronen mit einer virtuellen Waffe, in der Realität einer Atrappe, zu erledigen sind. Momentan nutzt Nomadic die Oculus Rift als VR-Brille, die in Kombination mit einem PC-Rucksack auf dem Rücken des Kunden Platz findet. In Zukunft soll allerdings die hauseigene Technik Anwendung finden. Optitrack Kameras scannen den ganzen Raum und sorgen für punktgenaues Tracking.

(Quelle: UploadVR, Nomadic)

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