Kopin Elf Headset

Auf der E3 2017 konnte Road To VR erstmals einen Prototypen der Kopin-Brille unter die Lupe nehmen, dessen Mini-Displays eine rekordverdächtige Pixeldichte von 2900 ppi bieten und besonders kompakte und leichte Headsets ermöglichen. Ganz ausgereift ist die Sache allerdings nicht und man kann erst Ende 2018 mit einem fertigen Produkt rechnen.

Elf Headset von Kopin: Revolutionäres Lightning-Display weiter in Entwicklung

Auf dem Datenblatt klingt es fantastisch: Das lediglich ein Zoll große Lightning-Display des Herstellers Kopin löst mit 2048 x 2048 Pixeln auf und erreicht damit eine Pixeldichte von 2900 ppi. Das winzige Displays scheint damit ideal für VR-Brillen zu sein, denn es verspricht wesentlich leichtere und kompaktere Headsets bei gleicher oder besserer Abbildungsleistung wie heute üblich. Der Prototyp von Kopin, das Elf Headset, wiegt lediglich 200 g und damit weniger als die Hälfte von Oculus Rift und HTC Vive. Allerdings fehlt dem Leichtgewicht auch erschwerende Zugaben wie Tracking-Technik und Kopfhörer. Bei der Bildwiederholrate von 120 hz kann das Lightning-Display ebenfalls punkten.

Kopin Elf Headset

Das 2K-Display von Kopin überzeugt durch seine hohe Pixeldichte

Drei Linsen, drei Sichtfelder, einige Probleme

Also alles wunderbar? Nicht ganz. Ein zweites Hands-on brachte die Probleme des Systems zum Vorschein, und die bestehen hauptsächlich in der Bildhelligkeit und dem Sichtfeld. Die Helligkeit des Elf Headsets war deutlich zu dunkel. Kopin versprach, dass man daran arbeite, die Helligkeit zu verdoppeln. Das andere ist das Sichtfeld, das beim ersten Prototypen nur 70 Grad betrug. Zwei weitere Headsets-Designs konnten mit 80 und 100 Grad ein weiteres Sichtfeld bieten. Der Prototyp mit 80 Grad nutzte wie die Oculus Rift und HTC Vive Fresnel-Linsen. Das Bild war wesentlich heller als bei der 70-Grad-Brille. Bei dem Headset mit 100 Grad ohne Fresnel-Linsen war das Bild wieder zu dunkel. Außerdem störte die Immersion, dass der Tester die Bildschirmränder sehen konnte. Im direkten Vergleich gefiel ihm das 80-Grad-Modell am besten.

Fertiges Produkt nicht vor Ende 2018

Nun hofft Kopin zusammen mit dem Hersteller des Elf Headsets Goertek, dass man einen Kunden findet, der aus dem Prototypen ein Produkt machen will. In einem Gespräch mit einem Partner der Firmen, der als Hersteller hinter der Oculus Rift und PSVR steckt, hat Road To VR nun mehr erfahren. So soll ein fertiges Produkt erst Ende 2018 erscheinen können. Ein Grund ist nicht nur die Kundensuche von Kopin, sondern auch die weitere notwendige Entwicklungsarbeit an Display und Linsen. Außerdem mangelt es derzeit noch an der Fertigungskapazität. Im Jahr 2019 will der Hersteller aber in der Lage sein, fünf Millionen Headsets zu produzieren. Außerdem plant man, mit 150 Millionen US-Dollar eine Fabrik bauen zu können, um größere Displays mit noch höherer Auflösung fertigen zu können. Die böten beispielsweise eine 4K-Auflösung auf 1,37 Zoll.

(Quelle: Road To VR)

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