Vive Focus von HTC
Tower Tag auf Steam

Richard Lai von Engadget hatte die Gelegenheit, die Vive Focus ein zweites Mal zu testen. Dabei stellte er Verbesserungen des autarken Headsets gegenüber dem Modell aus dem November fest. In China hat HTC am Dienstag den Vorverkauf begonnen, das rund 600 US-Dollar teure Headset legte dabei einen sehr guten Start hin und konnte die Marktführerschaft erobern. HTC plant die Auslieferung ab dem 18. Januar 2018, später im nächsten Jahr soll die Vive Focus auch im Westen erscheinen.

HTC Vive Focus

Vive Focus: Radschlagen mit autarker Brille

Erneut konnte Richard Lai die Vive Focus testen, dieses Mal ein neueres Modell, das einige Verbesserungen aufweist. Die technischen Spezifikationen bleiben gleich, das VR-Headset besitzt ein sehr hoch auflösendes AMOLED-Display mit 2880 x 1600 Bildpunkten, ein Sichtfeld von 110 Grad sowie als Prozessor einen Snapdragon 835 von Qualcomm. Was sich geändert hat: Das Kunststoffgehäuse soll jetzt hochwertiger sein. Die Auflage auf der Nase hat HTC so überarbeitet, dass weniger Licht ins Innere der Brille dringen kann. Am wichtigsten sei aber laut Lai der neue hintere Riemen, der ein einfaches Aufsetzen ermöglicht und den Tragekomfort erhöht. Sobald man die VR-Brille aufgesetzt hat, zieht man den Riemen einfach zu, er rastet automatisch ein. Das Headset ließ sich auch mit Brille angenehm tragen, verrät der Tester. Eine Stunde konnte Lai mit der Vive Focus verbringen und beschreibt, dass das Tragen der VR-Brille zu keinem Zeitpunkt unbequem war. Sogar Radschlagen war mit dem Headset möglich, da sie sicher und fest sitzt und keine Kabelverbindung benötigt. Im ersten Hands-on traten bei einem Spiel noch Überhitzungsprobleme auf, im zweiten gab es keine.

Tracking: Gut, aber noch Verbesserungsbedarf

Gegenüber dem Test vor einem Monat hatten die Entwickler nun etwas mehr Zeit, ihre App anzupassen – das betrifft vor allem das Spiel Bowshot vom Vive Studio, das sich zu einem superflüssigen Ego-Shooter entwickelt haben soll. Das 6DOF-Tracking der Vive Focus arbeitet dem Tester nach gut, allerdings spielte es in einer App plötzlich verrückt und ließ Lai grundlos durch Gebäude treiben. Außerdem gab es tote Punkte im Raum, die das Tracking nicht erfasste. Der Redakteur vermutet, dass es an den Lichtverhältnissen lag. Insgesamt fühlte sich das Tracking aber nicht ganz so präzise an wie bei der HTC Vive. Die Controller werden wie bekannt nur mit 3DOF erkannt. Zwei Kleinigkeiten fielen Lai noch auf: Man sollte beim Aufsetzen des Headsets nicht die Kamera mit der Hand verdecken und das Tracking benötigt länger um sich auszurichten, wenn man die Vive Focus beim Spielen absetzt, herumgeht und wieder aufsetzt. Das einzige große Problem bestehe aber darin, dass es bisher keine virtuellen Grenzen gibt. Man läuft also Gefahr, gegen die Wand zu prallen. Allerdings will HTC das Problem noch lösen. Anwender sollen optional dann eine Karte mit der gewünschten Raumgröße eingeben, so dass man in VR eine Grenze sieht, wenn man sich der Wand nähert. Eine Erkennung der Wand oder anderer Objekte durch die Brille selbst würde den Prozessor überfordern.

Vive Focus Vorbestellungen in China: Starker Start

Weitere gute Neuigkeit für den Hersteller steuerte HTCs Vive China Präsident Alvin Wang Graylin auf Twitter bei. Demnach gab es eine Großbestellung der Vive Focus über rund 150 Millionen US-Dollar. Wer der Auftraggeber war, lässt Graylin allerdings offen. Außerdem konnte die VR-Brille beim Vorbestellstart am 12. Dezember 2017 satte 56 Prozent Marktanteile erobern – trotz des „chinesischen Cyber-Mondays“, bei dem andere VR-Brillen im Angebot waren.

(Quelle: Twitter/Engadget)

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