Die Kickstarter-Kampagne der All-in-One-VR-Brille ExChimp läuft gut für die Österreicher: Das erste Ziel von 37.500 Euro hat das VR-Headset schon über mehr als das doppelte übertroffen und damit bereits das dritte Stretch Goal erreicht. Auch das Dritte sollte bald folgen, immerhin bleiben noch über 30 Tage Zeit, um noch mehr Geld einzusammeln.

ExChimp: Virtual-Reality-System aus Österreich macht Sprünge

Zwischen Brillen mit Smartphone-Halterung und großen Systemen wie der HTC Vive, Oculus Rift und PSVR klafft derzeit noch eine Lücke: Für die Smartphone-Lösungen spricht ihre Mobilität und der günstige Einstieg, für die großen Systeme unter Anderem die wesentlich bessere Immersion. Die ExChimp positioniert sich preislich an der PSVR, bringt aber die Konsole praktisch gleich mit: Die Recheneinheit, ein Intel-Atom-Prozesssor, sitzt im Controller, der per Kabel mit der Brille verbunden ist. Als Betriebssystem kommt Android zum Einsatz, womit man auf VR-Futter aus dem Google Play Store angewiesen ist.

Wie die Kickstarter-Kampagne zeigt, scheint es durchaus einen Bedarf nach solchen Mittellösungen zu geben. Bis heute sammelte das Projekt knapp 270 Unterstützer und 75.000 Euro ein, womit gleich die ersten beiden Stretch Goals erreicht sind. Fiel das erste Ziel mit zehn 360-Grad-Videos noch unspektakulär aus, kann sich das zweite sehen lassen: Der Hersteller verdoppelt den Ausbau des Flash-Speichers von 16 GB auf 32 GB. Auf den allein ist das System allerdings nicht angewiesen, da man den Speicher mit microSD-Karten aufrüsten kann. Das nächste Ziel mit 85.000 Euro dürfte bald erreicht sein und bringt ein verbessertes Kopfband mit, ab 112.000 Euro gibt es noch Ohrstöpsel obendrauf. Ein Ziel für 150.000 Euro steht noch aus. Derzeit ist die Brille noch für 229 Euro im Early-Bird-Angebot, der spätere Verkaufspreis soll bei 399 Euro liegen.

Im ausführlichen Interview mit uns verrät Firmenchef Stefan Ponsold einige Details darüber, wie es zu dem Projekt kam und was die Vorzüge der Lösung sind. Ponsold verspricht beispielsweise, dass das 2560 x 1440 Pixel auflösende Display durch den Wegfall der Touch-Schicht eine bessere Darstellung ermöglicht als Samsungs Smartphones in der Gear VR. Außerdem preist er das geringe Gewicht der ExChimp von 389 Gramm und die lange Akkulaufzeit von bis zu sieben Stunden an. Mit Akkutechnik kennt sich der Österreicher aus, schließlich hat seine Firma mit SunnyBag bereits Powerbanks auf den Markt gebracht.

Neu ist die Idee der Österreicher allerdings nicht, Qualcomm hat schon vor längerer Zeit ein Referenzsystem für ein All-in-One-VR-Headset vorgestellt, das Pico-System wartet auf den Launch und auf dem chinesischen Markt tummeln sich einige Lösungen herum. ExChimp wäre aber immerhin die erste All-in-One-VR-Brille aus Europa.

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