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Test: Bravo Team für PlayStation VR (PSVR)

Viel Spaß!

Mit Bravo Team schickt Supermassive Games einen neuen Shooter für den Aim Controller und die PlayStation-VR-Brille ins Rennen, in dem ihr die Ordnung nach einen terroristischen Anschlag wiederherstellen sollt. Sony rührt schon einige Zeit die Werbetrommel für Bravo Team, doch ist der Titel das erhoffte Highlight für den VR-Controller von Sony? Diese Frage wollen wir im Test beantworten.

Bravo Team: Kooperatives Versteckspiel mit Flugmodus

Das Kernelement von Bravo Team ist das kooperative Spielen und dementsprechend müsst ihr mit einer KI zusammenspielen, wenn ihr gerade keine Lust auf menschliche Gesellschaft habt. Damit der Partner jedoch nicht zum hölzernen Begleiter wird, könnt ihr per Stick Befehle geben und somit taktisch durch die Level fliegen. Stopp. Fliegen? Nun …

In Bravo Team ist die Fortbewegung etwas speziell. Es gibt nur sehr wenige Punkte auf der Karte, zu denen ihr euch bewegen könnt. Wenn ihr zu einem „Versteck“ reisen wollt, schaut ihr den Hotspot an und drückt einen Knopf. Anschließend verlasst ihr euren Körper, seht euren Soldaten zum Ziel laufen und springt wieder in den Körper hinein. Auch wenn diese Art der Fortbewegung bei manchen Spielen Freude bringt, so fühlt sie sich in Bravo Team nicht besonders immersiv an. Ständig werden wir aus unserer Perspektive gerissen und müssen uns somit auch stets an eine neue Form der Darstellung gewöhnen. Zudem kann man dem laufenden Soldaten nur tatenlos zuschauen, wenn er auf seinem Weg mit Kugeln durchsiebt wird, was sehr frustrierend sein kann.

Das Pappfigurenkabinett

Während euer Partner als KI im Spiel noch eine relativ gute Figur macht, sind die Gegner nicht viel intelligenter als ein Stück Pappe. Solltet ihr zufällig einen Feind auf den schlauchigen Maps „überholen“, dann schießt dieser euch nicht etwa in den Rücken, sondern versucht vor euch zu laufen, damit ihr ihn besser treffen könnt. Ebenso ist es kein Problem, wenn ihr in Stealth-Abschnitten mit eurer Waffe Kisten neben feindlichen Soldaten aufschlagt oder Soldaten der Reihe nach mit dem Messer erledigt, denn anscheinend gibt es kein Geräusch, wenn eine Leiche zu Boden fällt oder ein Mensch erstochen wird. Diese Dummheit der KI mag wichtig sein für den Spielfluss, doch in VR fühlt es sich so unrealistisch an, dass wir die Feinde eher als Pappaufsteller begreifen, die durch das Bild gezogen werden. Dies nimmt dem Spiel damit auch eine große Portion an Bedrohlichkeit, denn wir werden ständig darauf hingewiesen, dass wir uns in einem Videospiel befinden.

Ebenso unrealistisch ist teilweise die Verwendung des Aim Controllers. Zwar spielt ihr großteils mit einem Maschinengewehr, welches zur Form des Controllers passt, aber wenn ihr beispielsweise zur Pistole greifen müsst oder in einem besonderen Abschnitt seid, dann verliert der Controller sofort seinen Zauber und wirkt unkomfortabler als der DualShock 4 Controller. Hätte man nicht auf eine einhändige Waffe für einen zweihändigen Controller verzichten können?

Fazit

Bravo Team ist leider nicht das erhoffte Highlight für den PlayStation Aim Controller und das PlayStation VR Headset. Die Level sind linear, die Gegner einfach gestrickt und die Abwechslung so gering, dass selbst die kurze Spielzeit von drei bis vier Stunden euch nicht durchgehend in eine andere Welt teleportieren kann. Dennoch kann das Spiel mit einem guten Freund oder einer guten Freundin viel Spaß machen, denn das gemeinsame Agieren funktioniert gut und die geringe Komplexität der Level ist hier durchaus vorteilhaft. Wenn ihr das Spiel aber nicht mit einem anderen Menschen spielen wollt, dann solltet ihr euch den Kauf gründlich überlegen. Nach dem Abschluss der Kampagne, welche nicht mit einer packenden Story geschmückt ist, gibt es nur wenig zu entdecken und der Score Attack Mode ist eigentlich nur ein schmückendes Beiwerk, um über die kurze Spielzeit hinwegzutäuschen.

Bravo Team kostet 40 Euro und ist im PlayStation Store ab dem 7. März als Download verfügbar. Das Bundle mit Aim Controller schlägt mit knapp 100 Euro zu Buche.

Stark
  • Kooperative Schlacht mit Freunden
Schwach
  • Fortbewegung zu einschränkend
  • KI-Gegner zerstören die Immersion
  • Fragwürdige Design-Entscheidungen
2.5 / 5