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Marvel Powers United VR im Test – Eine weitere Lizenzgurke?

Viel Spaß!

Mit Marvel Powers United VR bringt Sanzaru Games eine große Auswahl an Superhelden aus dem Marvel-Universum in die Virtual Reality. In einem Team aus vier bekannten Charakteren gilt es Punkte zu verteidigen, Superschurken zu vernichten und geschickt die Skills der einzelnen Mitglieder zu kombinieren. Der VR-Exklusivtitel für Oculus Rift ist seit wenigen Tagen im Oculus Store erhältlich. Wir verraten euch, ob die Verantwortlichen nur eine Lizenz ausschlachten oder das Spiel tatsächlich überzeugen kann.

Marvel Powers United VR

Der Exklusivtitel Marvel Powers United VR ist offiziell am 26. Juli erschienen, um die Spieler/innen auf ein Koop-Abenteuer im Marvel-Universum einzuladen.

Mit insgesamt 18 auswählbaren Helden, wie Spider-Man, Wolverine und Dr. Strange dürft ihr euch gemeinsam ins Matchmaking stürzen, um mit Freunden und anderen Comic-Fans Missionen an populären Orten und Gebieten zu bewältigen. Zur Belohnung winken Punkte, freischaltbare Skins und ein Platz in der Bestenliste. Ein narrativer Kampagnen-Modus ist nicht integriert.

Die verschiedenen Charaktere besitzen unterschiedliche Fähigkeiten, welche die Superheldenkräfte aus Comics und Filmen repräsentieren. So könnt ihr beispielsweise mit Netzwerfer, Pfeil und Bogen oder elementaren Fähigkeiten eure Gegner aus der Distanz erledigen oder euch mit Adamantit-Krallen und Fäusten in den Nahkampf stürzen. Am Ende der jeweiligen Abschnitte erwarten euch als Endgegner berühmte Superschurken, wie Thanos oder Magneto, die euch als besondere Herausforderung das Leben schwer machen möchten. Soweit zur Theorie.

Täglich grüßt das Murmeltier

Sanzaru Games integriert 18 unterschiedliche Helden in das Game, verliert dabei aber wesentliche Elemente aus den Augen, die ein Spiel längerfristig attraktiv machen. Zwar gibt es zehn verschiedene Maps, allerdings ist der Ablauf stets identisch. Auch wenn die Feinde zufällig generiert werden und sich wohl an eure Teamstärke anpassen sollen, sorgt das nur für wenig Abwechslung. Ihr verteidigt ein paar Punkte, woraufhin Superschurken anrücken und zum Ende werden Energiezellen eingesammelt. Die bekannten Antagonisten haben zwar immer eine besondere Attacke, jedoch erfordern sie generell keine spezielle Taktik und sind nur etwas zäher als die gewöhnlichen Widersacher.

Doch nicht nur in puncto Abwechslung schwächelt das Spiel, sondern auch bei den Helden selbst. Viele Charaktere spielen sich zu ähnlich oder sind in ein spezielles Konzept gepresst. Dadurch liefern sie nicht wirklich die Erfahrung, die wir bei der Auswahl erwarten würden. Beispielsweise kann Spider-Man sich nicht wirklich mit seinen Fäden durch die Lüfte schwingen. Stattdessen zieht er sich nur an einen Punkt, was eigentlich jeder Akteur ähnlich über die Teleportation beherrscht. Im Kontext betrachtet, macht dies zwar Sinn, aber wie viel Individualität herrscht dann bei dem Helden überhaupt noch vor? Mit Deadpool hingegen hatte ich sehr viel Spaß und auch die Klingen von Wolverine ließen mich staunen.

Die 3D-Modelle aus der First-Person-Ansicht sehen durchweg extrem hochwertig aus und man bekommt direkt ein gutes Gefühl für seine Rolle. Besonders mit Freunden kann die Entdeckung der Spielfiguren spaßig sein. Vorausgesetzt man kann dem Marvel-Universum etwas abgewinnen und lässt sich auf das Rollenspiel ein. Da die Abwechslung bei den Matches ansonsten jedoch auf der Strecke bleibt und die Belohnungen in Form von neuen Outfits mich nicht reizen, fühlt sich das Spiel für mich eher wie eine ausgiebige Demonstration der Helden und Heldinnen an. Dementsprechend empfand ich bereits nach wenigen Runden die meisten Spielfiguren langweilig. Der größte Spaß am Spiel von Sanzaru Games lag daher eindeutig im Entdecken der Skills.

Marvel: Powers United VR ist ein kooperativer Titel, weshalb ihr stets mir vier Held/innen antretet. Sollten nicht genügend menschliche Spieler online sein, dann kann das Team auch mit KI-Freunden aufgefüllt werden. Leider sind diese nicht besonders clever. Doch nicht nur der gemeinsame Erfolg ist wichtig, auch die Spielenden werden untereinander gemessen. Das Ziel ist es deshalb, der oder die beste Spieler/in des eigenen Teams in den Abschnitten der Level zu werden. Einen PvP-Modus gibt es nicht.

Fazit

Würde man die Helden und Heldinnen aus Marvel Powers United VR entfernen, würde das Spiel vermutlich keine besondere Aufmerksamkeit bekommen. Abwechslungsreiche Missionen, verschiedene Spielmodi, Duelle gegen andere Spieler und eine spielbare Story fehlen dem Franchise komplett. Letztlich bleibt jedoch, dass wir in Marvel: Powers United VR erstmalig in 18 verschiedene Marvel-Akteure springen und mit deren speziellen Fähigkeiten und Waffen hantieren können. Wer daran Spaß hat und ein Fan des amerikanischen Comicbuch-Verlags ist, für den ist das Spiel für 39,99 Euro ab sofort im Oculus Store erhältlich. Zudem veröffentlichte Oculus ein neues Rift-Bundle, das neben dem Superhelden-Titel die VR-Brille sowie zwei Sensoren enthält. Sanzaru Games wird außerdem mit kommenden DLCs noch weitere Helden und Heldinnen einführen.

Stark
  • Großartige Darstellung und Inszenierung einiger Helden und Heldinnen
  • Gemeinsames Erkunden der Fähigkeiten
Schwach
  • Qualität stark schwankend
  • Keine unterschiedlichen Spielmodi
  • Spielerisch kaum Abwechslung
3 / 5