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AR für Rift und Vive: ZED mini kann im Test beeindrucken

Viel Spaß!

Bereits im September hatten wir über die ZED mini berichtet, mit der sich die VR-Brillen Oculus Rift und HTC Vive in AR-Headsets verwandeln lässt. Inzwischen liefert der Hersteller die ZED mini aus, allerdings muss man noch Geduld mitbringen, nämlich bis zu vier Wochen. Nun haben die Kollegen von Upload VR die ZED mini testen können und zeigen sich beeindruckt.

ZED mini für Oculus Rift und HTC Vive im Test

Die Idee ist eigentlich simpel: Zwei Kameras nehmen die Umgebung auf und bringen sie in die VR, wo man 3D-Objekte in die echte Umgebung einblendet. Somit erhält man eine hochwertige Augmented-Reality-Lösung, wobei hier ausnahmsweise die Bezeichnung Mixed Reality auch bestens passen würde. Die ZED mini räumt auch gleich eines der größten Probleme von AR-Systemen wie die HoloLens aus dem Weg: das kleine Sichtfeld. Der ist zwar etwas kleiner als bei den VR Headsets, soll aber immer noch  noch zwischen 100 und 110 Grad liegen. Die aktuelle Microsoft-Lösung besitzt dagegen nur ein FOV von 35 Grad. Mit einem Trick soll sich das Sichtfeld der HoloLens in Zukunft auf 70 Grad erhöhen, was aber immer noch deutlich kleiner als bei der ZED mini wäre.

Die beiden Kameras der ZED mini liefern nicht nur das 3D-Bild in die VR, sondern ermöglichen zudem Inside-Out-Tracking, das im Test jederzeit einwandfrei funktionierte. Negativ aufgefallen war allerdings die kurze Latenz, an die man sich laut David Jagneaux von Upload VR aber nach einigen Minuten gewöhnen kann. Zudem enspricht die Auflösung prinzipbedingt nicht der „Realität“.

Sonnenlicht und Deckung suchen

In einem Video des Redakteurs sieht man gut die Vorzüge des weiten Sichtfeldes: Das eingeblendete Planetensystem kann den ganzen Sichtbereich einnehmen – da die ZED mini etwas weniger Sichtfeld als die VR-Brillen hat, schneidet sie auf den Seiten allerdings etwas weg, wodurch dem Tester schwarze Ränder auffielen. Beeindruckt war er hingegen von dem Effekt, als Sonnenlicht auf seine Hand schien und ihn für eine Sekunde denken ließ, dass seine Hand eigentlich wärmer werden müsste.

Der Vorteil in AR: Man sieht die eigenen Körperteile.

Nach entspannten zwei Minuten gibt es dann Action zu sehen und den Kampf mit Drohnen, mit denen der Spieler Lasergefechte austrägt. Dabei kann man hinter realen Objekten in Deckung gehen. Ein Vorteil der Lösung wird in dem Video ebenfalls noch sichtbar. Anstatt einen virtuellen Körper in Besitz zu nehmen, sieht man beispielsweise die eigenen Hände. Die dritte und letzte Demo hat ihren Weg nicht ins Video geschafft. Erneut zog der Redakteur in den Kampf, dieses Mal à la Star Wars mit einem Laserschwert.

Nach der Vorbestellphase lässt sich die ZED mini als Entwickler-Kit nun sofort kaufen. Die Lieferzeit gibt der Hersteller allerdings mit drei bis vier Wochen an. Der Preis wirkt mit 450 US-Dollar auf den ersten Blick zwar etwas hoch, angesichts des Preisverfalls der Oculus Rift erhält man allerdings eine gute Alternative zum Konkurrenten Meta 2 – die kostet 1500 Dollar und ist auf die Augmented Reality beschränkt. Für Menschen, die nicht entwickeln, ist es derzeit wohl dennoch sinnvoll, auf Consumer-Versionen zu warten. Nicht nur die Preise könnten sinken, sondern es werden auch mehr AR-Inhalte zur Verfügung stehen.

(Quelle: Upload VR)