zero point

Zero Point ist die erste Dokumentation, die extra für das immersive VR-Erlebnis eines Oculus Rift gemacht wurde, zugleich dreht es sich bei diesem Kurzfilm auch noch um VR. Der für einen Oscar nominierte Regisseur und Fotograf Dennis Danfung spricht mit VR-Pionieren über das neue Medium, zeigt dem Zuschauer was mit diesem bereits möglich ist und bringt diese damit näher ans Geschehen als jemals zuvor.

Dennis Danfung hat nach einem Wirtschaftsstudium an der Cornell University angefangen als freier Fotograf für das Büro der Associated Press in Peking zu arbeiten. Seine Tätigkeit als Fotograf hat ihn 2006 nach Afghanistan gebracht, dort hatte er erstmalig direkten Kontakt zum Kriegsgeschehen, was seinen beruflichen Werdegang entscheidend prägen sollte. Im folgenden Jahr war er sechs Monate als Fotograf im Irakkrieg tätig. Seine Bilder aus der Zeit als Kriegsfotograf in diesen Konfliktherden wurden in renommierten Zeitschriften und Magazinen wie der TIME, The New York Times, dem Guardian oder dem deutschen Spiegel veröffentlicht.

Fotografie bietet zu wenig Immersion

Die von ihm wahrgenommen Gleichgültigkeit der westlichen Bevölkerung gegenüber den Kriegsgeschehnissen weckte in Dennis Danfung eine zunehmende Unzufriedenheit mit der Fotografie. Er war der Meinung, dass es ihm mit bewegten Bildern besser gelingen könnte das Publikum zu erreichen und für die Geschehnisse an den Kriegsschauplätzen der Welt zu sensibilisieren.  Während er 2009 als akkreditierter Fotograf der New York Times mehrere Wochen lang ein Battalion der US Marines begleiten konnte, entstand mit Hell and Back Again sein erster Dokumentarfilm. Hell and Back Again gewann 2011 den Jurypreis beim Sundance Film festival, wurde 2012 für einen Oscar als bester Dokumentarfilm nominiert.

Weiterhin besessen von der Idee die Zuschauer tiefer in das Geschehen zu transportieren, gründete er 2010 das Unternehmen Conditon One. Condition One veröffentlichte eine gleichnamige App, die es dem Nutzer erlaubt 360 Grad-Aufnahmen interaktiv anzuschauen, das Ergebnis erinnert ein wenig an ein rudimentäres VR-Erlebnis mit sehr eingeschränktem Blickwinkel, zeigt aber in welche Richtung Dennis Danfung schon damals wollte.

Zero Point weist den Weg

Für Zero Point stand Dennis Danfung mit dem Oculus Rift endlich ein adäquates Wiedergabegerät für seine Vision zur Verfügung und er erschuf mit Zero Point den ersten Kurzfilm, der speziell für das Oculus Rift gemacht ist. Der etwa viertelstündige Film ist nun bei Steam verfügbar und kostet 11,19 Euro. Das Oculus Rift ist für den Filmgenuß von Zero Point ebenso erforderlich wie ein ausreichend schneller Rechner, der aber bei kaum einem Oculus Rift-User fehlen sollte. Inhaltlich bietet Zero Point leider eher wenig, zu großen Teilen besteht der Kurzfilm aus Interviews und Voice-Overs von VR-Pionieren wie Palmer Luckey. Zero Point ist allerdings auch nicht wirklich als inhaltlich überzeugende Dokumentation gedacht, sondern ist vielmehr eine Techdemo, und in dieser Sparte kann der Film durchaus überzeugen. Der technische Aufwand der Produktion zu Zero Point war gewaltig, da es derzeit keine bestehende Technik für Filme dieser Art gibt, musste aufwändige Kameraaufbauten improvisiert werden und schraubten die Produktionskosten in die Höhe. Ein buntes Potpourri von 360 Grad-Aufnahmen zieht den Betrachter in die Bilder hinein und gibt einen vagen Blick in die Zukunft von abendfüllenden Filmen für das Oculus Rift – die Möglichkeiten sind erstaunlich.

Dennis Danfung hat mit Zero Point eine interessante Techdemo für das Oculus Rift produziert, die zwar ein wenig an der Auflösung des DK 2 leidet, aber schon deutlich zeigt, was VR-Filme bei entsprechender Nutzung der Hardware dem Zuschauer bieten könnten. Wir sind gespannt auf die Zukunft von Filmen für das Oculus Rift oder dessen Mitstreitern und werden am Ball bleiben um hier die neusten Neuigkeiten zu präsentieren. Interessierten VR Nerds sei Zero Point durchaus empfohlen, der Preis ist vielleicht angesichts des enormen Produktionsaufwandes wirtschaftlich gerechtfertigt, erscheint jedoch angesichts des Gebotenen recht hoch.

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