CES 2017

Wenn man sich durch verschiedene Webseiten aus dem Bereich Technik wühlt, dann liest man häufig, dass Virtual Reality auf der CES 2017 nur wenig überzeugen konnte. Der Grund wird häufig bei den unausgereiften Gadgets gesucht, denn von diesen gab es einige auf der CES 2017 zu sehen. Doch sollte man dies als schlechtes Zeichen für VR deuten? Hat sich überhaupt etwas verändert?

Deshalb war die CES 2017 ein Reinfall

Mit VR-Nerds sind wir seit drei Jahren im Virtual Reality Bereich aktiv und wir treiben uns auch stets auf den wichtigen Messen rum. Wenn man nach VR Produkten sucht, dann findet man bereits seit ca. 2 Jahren sehr viele unausgereifte Systeme und ein paar kleine Perlen. Das mediale Interesse war aber vor zwei Jahren deutlich geringer und somit wurden auch keine Produkte ins Rampenlicht gezerrt, die dort eigentlich nichts verloren haben. Auf der diesjährigen CES wurde aber aus jedem Gadget eine große Story gemacht und wir sind uns sicher, dass nur ein Bruchteil dieser Erfindungen jemals an Konsumenten ausgeliefert werden wird. Während also vor wenigen Jahren diese Produkte  einfach noch ignoriert wurden, hat sich das Blatt mit der Veröffentlichung der ersten Virtual Reality Headsets für Konsumenten gewendet.

Durch diesen Umstand werden Leser auch mit Infos zu Produkten überschwemmt, die entweder nicht relevant sind, absurd scheinen oder bestehende Systeme nachahmen und daran scheitern. Wir möchten nicht abstreiten, dass es eventuell auch mehr VR Zubehör auf der CES 2017 gab als auf den letzten Veranstaltungen, aber ob es prozentual mehr unnötige Entwicklung gab, wagen wir zu bezweifeln.

Dass im Bereich VR viel experimentiert wird, ist gut und dass nicht jedes Produkt sinnvoll sein kann, liegt in der Natur der Sache. Genau diese Experimentierfreudigkeit lieben und schätzen wir und es bleibt zu hoffen, dass sich die Entwickler nicht den Mut hierzu nehmen lassen, denn auch auf der CES 2017 wurden hervorragende Systeme vorgestellt, die wegweisend für die Entwicklung von VR sein werden und ohne diesen Mut eventuell nicht entstanden wären.

VR-Nerds brauchen also den Kopf nicht in den Sand stecken, auch wenn die Medienlandschaft gespalten ist.

Die CES 2017 war kein Reinfall!

Selbst wenn es vielleicht keine Ankündigung eines geheimen Produktes gab, so wurden auf der CES 2017 einige Produkte vorgeführt, auf die wir uns definitiv in diesem Jahr freuen sollten. Der TPCAST hat bewiesen, dass kabelloses VR bereits in diesem Jahr möglich sein wird, Lenovo hat das erste Virtual Reality Headset für Windows 10 vorgestellt und auch die Designs der weiteren Headsets für Windows 10 wurden präsentiert. Besonders auf die Headsets für Windows 10 sollte man ein Auge werfen, denn diese Headsets könnten Virtual Reality in einer guten Qualität erschwinglich machen. Das Headset von Lenovo wird beispielsweise nur ca.300 US-Dollar kosten und bietet eine bessere Auflösung als die Oculus Rift und die HTC Vive. Spannend bleibt aber die Frage, mit welchen Controllern wir die Headsets für Windows 10 verwenden sollen. Wir hoffen, dass Microsoft sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt und uns noch in diesem Jahr mit einem Konzept für einen passenden Controller überraschen wird.

Lenovo VR

Das erste Windows 10 VR Headset von Lenovo

Doch nicht nur diese Neulinge auf dem VR-Terrain versprechen ein tolles VR Jahr 2017. Auch HTC wird mit dem Deluxe Audio Strap die Erfahrung mit der HTC signifikant verbessern und mit den Vive Trackern für eine Flut an Custom-Controllern sorgen. Auch wenn diese Erfindungen nach einem kleinen Wurf klingen, könnten diese Systeme die Vive zur wichtigsten VR Plattform für Arcades und Heimanwender machen.

Weitere Projekte, die auf der CES gezeigt wurden, könnten ebenso zu spannenden Entwicklungen führen. Nolo beispielsweise hat ein System vorgestellt, welches Mobile VR Systeme mit Positional Tracking ausstatten kann und den Headsets getrackte Controller spendiert. Um das System zu erhalten, ist auch kein besonders tiefer Griff in die Tasche nötig, denn das System soll bereits für unter 100 US-Dollar angeboten werden. Auch wenn es in diesem Jahr autarke Headsets mit Inside-Out Tracking geben wird, so könnte das Produkt von Nolo die bestehenden Virtual Reality Systeme kostengünstig erweitern. Außerdem soll das Nolo System auch für Steam VR geeignet sein und könnte somit eine günstige Alternative für die Headsets für den PC darstellen.

NOLO

NOLO soll Mobile VR mit Positional Tracking und trackbaren Controllern erweitern

Im Bereich 360 Grad Kameras gab es einiges auf der CES 2017 zu entdecken. Neben Kameras mit beeindruckenden Spezifikationen hat Intel auch gezeigt, was mit dem System von Hype VR bereits heute möglich ist. Intel zeigte auf der CES 2017 ein begehbares Video, welches in 360 Grad und 3D abgespielt wird. Diese Entwicklung sollte jedem Journalisten mehr als nur ein “WOW” aus der Feder locken, denn mit dieser Technologie lässt sich Virtual Reality mit der echten Welt verschmelzen und wir können vielleicht in naher Zukunft selbst entfernte Orte im eigenen Wohnzimmer besuchen.

Allein die hier genannten Produkte und Technologien zeigen, dass die CES 2017 sicherlich kein Reinfall für Virtual Reality war. Wir haben vielversprechende Virtual Reality Headsets gesehen, wichtige Erweiterungen für die bestehenden Systeme erleben dürfen und eine Revolution im Bereich der 360 Grad Videos in Aussicht gestellt bekommen. Was will man mehr?

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