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So baut ihr einen Virtual Reality PC 2017

Viel Spaß!

Vor einigen Jahren gehörte es für PC-Nutzer zur Normalität, sich den eigenen PC zusammenzustellen und zusammenzubauen. Während PC-Gamer auch heute noch auf eigene Systeme setzen, gibt es viele Virtual-Reality-Nerds, die sich bisher mit diesem Thema nicht beschäftigt haben. Deshalb möchten wir euch heute die Angst vor dem Zusammenbauen nehmen. Wir zeigen euch exemplarisch, wie ihr an einen Virtual-Reality-PC gelangt, der klein und leise ist und durchaus auch im Wohnzimmer einen Platz finden kann. Ein besonderer Dank gebührt an dieser Stelle Cooler Master, die uns mit Hardware für diesen Artikel unterstützt haben, damit wir euch auch Bildmaterial vom Installieren zeigen können. Die Unterstützung hat aber keine Auswirkung auf unsere Empfehlungen.

Virtual Reality PC 2017 – Was brauche ich?

Um zu ermitteln welche Hardware ihr benötigt, lohnt sich ein Blick auf die Mindestanforderungen der Oculus Rift und der HTC Vive. Während die Oculus Rift aktuell sogar mit einer NVIDIA GTX 1050Ti oder AMD Radeon RX 470 Grafikkarte auskommt, verlangt die HTC Vive weiterhin mindestens eine GTX 1060 oder eine RX 480. Doch auch wenn der Preis der GTX 1050Ti verlockend niedrig ist, würden wir euch aktuell nicht zu dieser Grafikkarte raten, auch wenn ihr eine Oculus Rift kaufen wollt. Der Grund ist, dass ihr mit diesem System aufwendige Spiele sicherlich nicht genießen könnt und außerdem auf ein System setzen würdet, welches schnell zum alten Eisen gehört.

Beim Prozessor sieht es ähnlich aus. Oculus gibt einen Intel i3-6100 als Mindestanforderung an, während HTC für die Vive mindestens einen i5-4590. Unsere Empfehlung ist, sich mindestens an den Anforderungen der HTC Vive zu orientieren. An dieser Stelle wollen wir euch zwei Rechenbeispiele geben, damit ihr wisst, mit welchen Kosten ihr rechnen müsst.

Beim Mainboard habt ihr relativ freie Wahl und solltet euch danach richten, welche Funktionen ihr tatsächlich benötigt. Für die VR-Brille ist es wichtig, dass ihr genügend USB 2.0 und USB 3.0 Anschlüsse besitzt. Aktuell benötigt die HTC Vive einen USB-Anschluss und die Oculus Rift, je nach Setup, bis zu vier USB-Anschlüsse.

HTC empfiehlt beim Arbeitsspeicher lediglich 4 GB RAM, was für unseren Geschmack doch sehr knauserig ist. Ihr solltet deshalb mindestens direkt auf 8 GB RAM setzen.

Als Betriebssystem empfiehlt sich Windows 10, da bereits einige Titel für Windows 10 optimiert sind und da zukünftig auch Windows 10 eine wichtige Plattform für Virtual-Reality-Content werden will.

Wir fassen zusammen:

Bei eurem PC solltet ihr mindestens auf eine GTX 1060 mit einem i5-4590, 8 GB RAM und Windows 10 setzen.

Wo bestelle ich die Hardware?

Bei den genannten Teilen lohnt sich ein Preisvergleich und ihr solltet ggf. nicht alle Teile bei einem Händler kaufen. Außerdem gibt es bei der Grafikkarte, dem Mainboard und den weiteren Komponenten natürlich diverse Hersteller, die um eure Aufmerksamkeit buhlen. Wir werden euch immer zeigen, welche Komponenten wir gewählt haben und welche Alternative vielleicht einen Blick wert ist.

Die Grafikkarte:

Aktuell würden wir stets zu einer NVIDIA Grafikkarte raten, denn mit Karten von AMD waren wir leider häufig mit Problemen konfrontiert. Doch AMD hat im Virtual-Reality-Bereich in den letzten Monaten deutlich aufgeholt und letztendlich entscheidet wohl euer Geschmack. Denn preislich liegen die Karten nicht mehr so weit auseinander. Falls ihr auch Gameplay aufzeichnen wollt, dann solltet ihr aber definitiv zur Karte von NVIDIA greifen, denn ShadowPlay ist hervorragend dafür geeignet, Virtual-Reality-Spiele aufzuzeichnen. Wir haben uns letztendlich für die Asus Turbo entschieden, da diese mit zwei HDMI Ports ausgestattet ist und wir viele Geräte verwenden die noch auf HDMI setzen. Unsere Empfehlungen für eine Grafikkarte:

Grafikkarte 1: Asus Turbo-GTX1070-8G

Alternative (günstiger): ZOTAC GeForce GTX 1060 AMP! Edition

Auf eine Nutzung von mehreren Grafikkarten für Virtual Reality würden wir im Moment noch abraten. Besser seid ihr beraten, wenn ihr mehr Geld in eine einzelne Grafikkarte investiert.

Der Prozessor: 

Solltet ihr den PC hauptsächlich für Virtual-Reality-Inhalte nutzen wollen, dann solltet ihr auch beim Prozessor nicht zu sehr sparen. Der von HTC empfohlene i5-4590 ist sicherlich keine schlechte Wahl und erschwinglich, doch für einen etwas tieferen Griff in die Tasche, bekommt ihr auch schnell deutlich mehr Leistung. Aktuell würden wir deshalb folgende Prozessoren empfehlen:

Prozessor 1:  Intel Core i7-6700K

Alternative: Intel Core i7-7700K

Da sich der i7-7700K jedoch preislich kaum vom dem 6700K unterscheidet, solltet ihr zum neueren Modell greifen.

Der Kühler für den Prozessor:

Wenn ihr aktuell kein Interesse am Übertakten des Prozessor habt, dann könnt ihr auch auf einen mitgelieferten Lüfter (bei manchen Prozessoren enthalten/ Boxed) oder auf einen besonders leisen Lüfter setzen, damit euer PC nicht versucht, die Geräusche einen Flugzeugs zu imitieren. Bei unserem System setzen wir auf einen Cooler Master Hyper TX3i CPU-Kühler, der uns nicht von Cooler Master zur Verfügung gestellt wurde. 

Eine teurere und gute Alternative stellen die Lüfter von Noctua dar, die sich besonders durch eine sehr geringe Lautstärke auszeichnen. Wichtig ist, dass ihr beim Kühler beachtet, dass er auf euer Mainboard passt. Dies ist immer vom verwendeten Sockel abhängig. Wenn ihr auf einen der genannten i7 Prozessoren setzt, dann benötigt ihr einen Kühler, der auf den 1151 Sockel passt. Bitte achtet beim Kauf des Kühlers darauf, dass er auch in das gewünschte Gehäuse passt. Besonders wenn ihr auf ein kleines Gehäuse setzen wollt, ist nicht sichergestellt, dass der Kühler auch in das Gehäuse passt.

Kühler 1: Cooler Master Hyper TX3i CPU-Kühler

Alternative: Noctua NH-D9L

Arbeitsspeicher:

Während HTC nur 4 GB RAM für die Verwendung der HTC Vive angibt, empfiehlt Oculus 8 GB RAM. Aktuell würden wir auch nicht empfehlen, einen Rechner mit weniger als 8 GB RAM zusammenzustellen. Besonders wenn ihr mehrere Dinge parallel erledigen wollt, empfiehlt es sich nicht beim RAM zu sparen.

Arbeitsspeicher: Crucial Ballistix Arbeitsspeicher 16GB Kit

Alternative: HyperX FURY HX421C14FB

Das Mainboard und das Gehäuse: 

Wie bereits erwähnt, solltet ihr beim Mainboard darauf achten, dass eure Ansprüche erfüllt werden. Außerdem solltet ihr beim Formfaktor des Mainboards schauen, dass dieser kompatibel mit dem gewählten Gehäuse ist. Wir setzen auf das AS Rock Z170M Extreme und ein Gehäuse von Cooler Master. Wenn ihr unserem Beispiel folgen wollt, dann setzt ihr auf folgende Teile:

Mainboard: AS Rock Z170M Extreme

Gehäuse: MasterBox Lite 3

Festplatte:

Bei der Festplatte solltet ihr darauf achten, dass die Geschwindigkeit und die Größe stimmt. Viele Virtual-Reality-Anwendungen und besonders 360-Grad-Videos verschlingen enorm viel Speicherplatz. Deshalb empfiehlt sich eine Kombination aus HDD und SSD oder die Verwendung einer besonders großen SSD. Da wir vorrangig auf Virtual-Reality-Spiele setzen und nicht auf 360-Grad-Content, haben wir unser System mit einer SSD mit 525 GB Speicherplatz ausgestattet. Wer mehr Speicherplatz benötigt, für den könnte unsere Alternative einen Blick wert sein. Die OCZ TR150 besitzt 960 GB Speicherplatz und ihr bezahlt pro GB weniger als 28 Cent.

Festplatte: Crucial MX300 525 GB

Alternative: OCZ TR150

Netzteil:

Auch wenn es mittlerweile viele Netzteile mit extrem viel Watt gibt, so muss man es bei einem gewöhnlichen VR PC beim Netzteil nicht übertreiben. Bei unserem System setzen wir auf ein Cooler Master V550, welches 550W bereitstellen kann und die nötigen Anschlüsse für aktuelle Grafikkarten besitzt und eine Effizienz von 90 % verspricht. Unsere Alternative von Thermaltake ist deutlich günstiger und die Effizienz ist nur 2% geringer.

Netzteil: Cooler Master V550

Alternative: Thermaltake Berlin 630W

Gehäuselüfter:

Braucht jeder PC zusätzliche Gehäuselüfter? Schwer zu beantworten, aber die Verwendung von mindestes einem guten Lüfter kann nicht schaden. Optimal fahrt ihr, wenn ihr zwei verwendet und diese vorne und hinten einbaut, damit ihr eine Art Durchzug erzeugt. Der vordere Lüfter (unten) saugt beispielsweise kalte Luft an und der hintere Lüfter (oben) pustet die warme Luft heraus. Ob man auf Überdruck oder Unterdruck setzen sollte (Lüfter mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten), daran scheiden sich die Geister. Wir würden für das Wohnzimmer aber darauf achten, dass die Lüfter besonders leise sind.

Lüfter: Coolink SWiF2-1200

Alternative: be quiet! Shadow Wings

Diese Komponenten stecken in unserem PC:

Wenn ihr einen Virtual Reality PC zusammenstellen wollt, dann gibt es zahlreiche Möglichkeiten und Variationen. Da wir nicht auf alle Fälle und Bedürfnisse eingehen können, seht ihr hier den Inhalt unseres Beispiel-Rechners:

Netzteil: Cooler Master V550

Festplatte: Crucial MX300 525 GB

Mainboard: Z170M Extreme

Gehäuse: MasterBox Lite 3

CPU Kühler: Cooler Master Hyper TX3i CPU-Kühler

Prozessor: Intel Core i7-7700K

Grafikkarte: ZOTAC GeForce GTX 1070 AMP! Extreme

Arbeitsspeicher: Crucial Ballistix Sport Arbeitsspeicher 16GB Kit

Total: ca. 1300 Euro

Wie ihr bei den einzelnen Komponenten sehen könnt, setzten wir bei unseren Virtual-Reality-PC nicht auf die billigsten, aber auch bei weitem nicht auf die teuersten Bestandteile. Wenn man bei manchen Komponenten zur aufgezeigten Alternative greift, dann landet man auch schnell bei einem Preis von unter 1000 Euro. Theoretisch lässt sich ein Virtual-Reality-PC auch deutlich günstiger zusammenstellen, doch natürlich läuft man Gefahr, dass das System bald nicht mehr mithalten kann. Dennoch möchten wir euch zeigen, wie günstig ein PC sein kann, der die Mindestanforderungen der Oculus Rift erfüllt.

Wenn ihr gerne die Preise vergleichen wollt, dann nutzt doch unser VR Preisvergleichstool.

PC zum Erfüllen der Mindestanforderungen der Oculus Rift

Netzteil: Cooler Master V550

Festplatte: Crucial MX300 525 GB

Mainboard: Z170M Extreme

Gehäuse: MasterBox Lite 3

Prozessor: Intel i3-6100

Grafikkarte: Gigabyte GeForce GTX 1050 Ti OC Grafikkarte

Arbeitsspeicher: HyperX FURY HX421C14FB

Wenn wir alleine den Prozessor und die Grafikkarte bei unserem PC austauschen, dann sparen wir bereits gute 500 Euro. Wenn wir zusätzlich auf nur 8 GB Arbeitsspeicher setzen, können wir weitere ca. 70 Euro sparen.

Wer baut mir den Kram ein?

Für viele Menschen ist das Zusammenbauen eines PCs das Highlight nach dem Kauf. Doch einige Menschen trauen sich weiterhin nicht an die Hardware, obwohl es dafür eigentlich keine Gründe gibt. Das Zusammenstecken der Teile ist heutzutage nicht schwieriger als ein Haus aus Lego zu bauen.

  1. Mainboard mit dem Gehäuse verschrauben
  2. Netzteil mit dem Gehäuse verschrauben
  3. Festplatte mit dem Gehäuse verschrauben
  4. Arbeitsspeicher einsetzen (Bitte die Verteilung nach Anleitung verwenden)
  5. Prozessor einlegen (ggf. Wärmeleitpaste auftragen)
  6. CPU Kühler aufsetzen (Anleitung für den entsprechenden Sockel / das Mainboard beachten)
  7. CPU Kühler mit CPU FAN Anschluss auf dem Mainboard verbinden
  8. Netzteil mit Mainboard, Festplatte und Grafikkarte verbinden
  9. Gehäuselüfter anbringen und mit dem Mainboard verbinden

Auch wenn diese Schritte recht kompliziert klingen, so ist das Stecksystem beim PC in der Regel so aufgebaut, dass ihr wenig falsch verkabeln könnt. Lediglich bei den Anschlüssen für den Power-Knopf etc. ist ein Blick in die Anleitung teilweise zwingend erforderlich.

Wenn ihr dennoch keine Lust habt, die Komponenten selbst zu verbauen, dann könnt ihr dies auch häufig von den Verkäufern der Hardware erledigen lassen. Hier müsst ihr euch bei den Händlern über die Kosten erkundigen.

Komplett-PC als Alternative?

Mit dem Start der Oculus Rift und der HTC Vive kamen auch unterschiedliche PCs auf den Markt, die so zusammengestellt sind, dass sie Virtual-Reality-Spiele problemlos stemmen können. Doch auch bei den Komplett-PCs müsst ihr die Augen offen halten, denn es gibt mittlerweile auch Modelle mit gleicher Bezeichnung und unterschiedlichen Spezifikationen. Wenn ihr den PC aber nicht im Bundle mit einer VR-Brille kauft, dann ist der fertige PC häufig die etwas teurere Wahl. Hier eine kleine Auswahl:

Ähnlich zu unserem PC: OMEN by HP Desktop 870-255ng

Günstigerer und kleinerer VR PC: ASUS GR8 II-T005Z

Günstiger VR PC: Acer Aspire GX-781 DT.B88EG.013

Wird mein neuer PC für die VR Brillen für Windows 10 ausreichen?

Microsoft hat sich einige Partner ins Boot geholt und deshalb wird es demnächst verschiedene VR-Brillen speziell für Windows 10 geben. Aktuell ist noch nicht klar, welche Anforderungen für die High-End-Brillen benötigt werden, aber die Mindestanforderungen gehen von einer Grafikkarte mit Direct X 12 Support, einem Prozessor mit 4 Kernen und 4 GB RAM aus. Somit solltet ihr mit einem der genannten PCs auf der sicheren Seite sein.