LVL UP Bild von Chris und Uke Bosse auf der Bühne

An dieser Stelle möchte ich keine Forschungsergebnisse zitieren und auch kein Programm aus der aktuellen Medizin vorstellen. Dies wird ein kleiner Erfahrungsbericht, der euch zeigen soll, warum Virtual Reality bei Depressionen nützlich sein kann.

Virtual Reality bei Depressionen

Sturz in Space Pirate Trainer

Chris stürzt beim Space Pirate Trainer.

Ich habe insgesamt 6 Jahre unter wiederkehrenden Depressionen gelitten und hielt es aber nie für nötig, eine Therapie zu machen. Ich dachte, dass meine schlechte Laune halt zu mir gehört. Mit wiederkehrend ist auch nicht gemeint, dass sie zwischendurch völlig verschwunden waren. Sie waren aber in gewissen Zeiten stärker und in gewissen Zeiten schwächer. Glücklicherweise führte die Depression aber nicht dazu, dass ich komplett den Antrieb verloren habe. Studium und Arbeit waren kein Problem.

Sicherlich kennen viele Menschen die unter Depressionen leiden das Problem, dass sie sich nicht ablenken können. So war es auch bei mir. Egal ob ein Film lief, ein Spiel gespielt wurde oder man sich mit Freunden getroffen hat. Ständig war ich in meinen Sorgen gefangen, auch wenn ich es nicht unbedingt nach außen gezeigt habe. Für Menschen mit Depressionen ist aber der Ausbruch aus dem Kreis der negativen Gedanken extrem wichtig und hier kam bei mir Virtual Reality ins Spiel.

Mit dem DK 1 der Oculus Rift habe ich etwas erlebt, was ich zu diesem Zeitpunkt nicht kannte. Ich war plötzlich in der Lage, in eine andere Welt zu gehen und die Sorgen hinter mir zu lassen. Dies hatte kein anderes Medium geschafft. Jetzt könnte man meinen, dass sei eine Flucht und ein Verstecken vor den echten Problemen, doch das wäre zu kurz gedacht. Natürlich muss man seine Depression auch mit einer Therapie und ggf. mit Medikamenten angehen. Das habe ich auch gemacht. Doch gerade beim Start einer Therapie ist das gelegentliche entkommen aus dem Kreislauf wichtig, da diese Ablenkung ein positives Signal sendet. Es zeigt, dass man sich auch anders fühlen kann und das die Gedanken nur Gedanken sind und mit der Realität nicht wirklich viel gemein haben.

Das Spielen von Virtual Reality Spielen kann definitiv keine Therapie ersetzen. Nicht ansatzweise. Doch es kann ein praktisches Element sein, um dem Kreislauf zu entkommen. In einer Therapie lernt man auch andere Wege um dies zu schaffen und daher ist diese auch wichtig. Mir hat es aber sehr geholfen und daher wollte ich die Erfahrung gerne mit der Community teilen. Heute geht es mir aber nur besser, weil ich eine Therapie gemacht habe. Trotzdem denke ich, dass VR für mich ein wichtiger Baustein war. Sicherlich sind hier einige Leser, die unter Depressionen gelitten haben oder aktuell unter Depressionen leiden. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Erfahrungen mit VR schildern könntet.

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Daniel
Mitglied

Schön, dass du dies hier so schreibst. Leider schämen sich immer noch viele dafür.

Maria
Gast
Maria

Ich habe wenig Erfahrungen in dieser Richtung aber ich freue mich sehr, dass VR für Dich eine Hilfe war.

Alexander
Mitglied

Die “tuscany” demo empfand ich schon allein wegen des sommerlichen Lichts als schönen Stimmungsufheller im Winter.