Tron
TRON ist weder zeitlich gesehen der erste VR-Film, noch ist es der größte Box-Office-Hit dieser Liste, trotz alledem kann man ihn getrost als die Mutter aller VR-Filme bezeichnen und das absolut zurecht.

Tron handelt von Kevin Flynn, einem von Jeff Bridges gespielten Programmierer dessen geniale Computerspielideen vom Chef der Computerfirma ENCOM gestohlen wurden. Mit Hilfe seiner beiden Freunde Alan Bradley und Lora versucht er die Beweise für den Diebstahl aus dem Hauptcomputer der Firma zu stehlen. Was indes noch niemand ahnt ist, dass dieser vom allmächtigen MCP übernommen wurde und dieses über eine Virtuelle Realität herrscht in der die Programme ihren Programmierern ähneln und tödliche Spiele ausfechten müssen. Indes hat Alan den Einfall, ein von ihm geschriebenes Überwachungsprogramm mit Namen Tron zu benutzen, um das MCP auszuschalten. Es rechnet jedoch niemand mit den Fähigkeiten des MCP und so wird Flynn bei dem Versuch sich in den Computer zu hacken mittels eines Lasers in die Virtuelle Realität des MCP transportiert. Verwirrt in dieser Realität angekommen ist es Flynns einzige Hoffnung Tron zu finden und mit seiner Hilfe das MCP auszuschalten.

Tron revolutioniert die Tricktechnik

Wer sich an dieser Stelle damit abfinden kann, dass man per Laserstrahl in eine andere Realität versetzt werden kann, der bekommt eine visuell überragende Achterbahnfahrt durch das Innenleben eines Computers der 80er geboten. Schlüssel zu der umwerfenden Optik von Tron sind zum einen die Computeranimationen die seinerzeit ihres Gleichen suchten, so war Tron der erste Film der über weite Strecken Computeranimationen einsetzte (etwas über 15 Minuten des Film entstanden komplett am Computer) zum anderen bestimmt das Backlit-Verfahren die Optik, dieses Verfahren wurde benutzt um die Szenen innerhalb des Computer darzustellen, die nicht von Computern generiert sind. Beim Backlit-Verfahren werden die Szenen zunächst schwarz-weiß aufgenommen, die einzelnen Frames dann vergrößert, per Hand nachgearbeitet, retuschiert und koloriert, anschließend mit von hinten kommender Beleuchtung fotografiert, um dann schließlich wieder zum Film zusammengesetzt zu werden… Was nach einem unfassbar aufwendigen Verfahren klingt, ist es auch. Wagenladungen voll mit Filmresten entstanden bei der Produktion und auf Grund dieses gewaltigen Aufwands des Verfahrens blieb Tron der einzige Film bei dem diese Technik so umfassend verwendet wurde.

Der aus klassischen Versatzstücken der westlichen Erzählstruktur bestehende Plot von Tron ist ein geschickt gewähltes Vehikel für die Verwendung der neuen technischen Möglichkeiten, darüber hinaus transportierte Tron Themen wie Virtuelle Realität und Computer in das Bewusstsein der Popkultur. Als Pionier in diesen Bereichen hat Tron wenig an seiner Relevanz verloren, so haben Bands wie Daft Punk  immer wieder verlauten lassen, dass sie von diesem Film stark inspiriert wurden, des weiteren hat es Tron bis zu den Simpsons und zahllosen weiteren Auftritten in Film und Fernsehen gebracht – Tron ist Kult.

John Lasseter, Chef von Pixar fasste die Bedeutung simpel zusammen als er sagte, dass es ohne Tron auch kein TotyStory gegeben hätte. Tron hat die Möglichkeiten computeranimierter Filme aufgezeigt und damit ein Umdenkprozess im Bereich der visuellen Effekte verdeutlicht. Bereits 1989 gewann mit The Abyss ein Film den Oscar für visuelle Effekte, der umfangreiche CGI-Sequenzen enthielt, 1994 Jurassic Park mit den computergenerierten prähistorischen Hauptdarstellern, da bleibt es unterhaltsame Randnotiz der Filmgeschichte, dass Tron seinerzeit eine Nominierung für den Oscar verweigert wurde. Die Academy sagte damals noch, Computereffekten seien Mogelei.

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