GerätenamePrioVR
HerstellerYEI Technology
FunktionFull Body Motion Sensor (kabellos)
ReleasedatumTBA Juni 2014
EntwicklungsstandKickstarter Produktion
Verzögerungszeitlaut Hersteller kaum spürbar (5 - 10ms)
PlattformPC
Kombinierbar mit:Oculus Rift, Cyberith Virtualizer, Virtuix Omni,
Vergleichbar mit:Kinect 2, Stem System
Preisvon 275 US$ bis 399 US$
Die Oculus Rift hat viele Hard- und Softwareentwickler inspiriert neue und ergänzende VR-Produkte zu kreieren. Einige VR-Enthusiasten hat sie sogar inspiriert, sich überhaupt erst zu Entwicklern zu entwickeln. Doch nicht immer muss das Rad völlig neu erfunden werden. Die in Ohio ansässige Firma YEI Technologies hat schon jahrelange Erfahrung im Sektor Motion Capturing. Mit ihrem, bereits vor einiger Zeit vorgestelltem 3-Space-Sensor lieferten sie eine vergleichsweise kostengünstige Lösung menschliche Bewegungsabläufe in beinahe Echtzeit aufzuzeichnen und an den Rechner zu übertragen. Diese Technik bot sich insbesondere dafür an realistische Animationen für Computerspiele oder 3D-Animationsfilme zu erhalten. Seit “The-Day-Rift” ist klar, es muss früher oder später eine Möglichkeit geben die Bewegungen des gesamten menschlichen Körper möglichst genau und verzögerungsfrei auf die virtuelle Welt zu übertragen. Und da die Jungs von YEI-Technology offensichtlich mit einem ausgeprägten Sinn für Virtual Reality gesegnet worden sind, haben sie ihr Motion-Capturing-System kurzer Hand für den Einsatz im Cyberspace optimiert. Das Ergebnis heißt PrioVR, es hat im Vergleich zum Vorgänger kleinere Sensoren und verringerte Latenzzeiten. Leider ist der erste Anlauf das Projekt über die Crowdfunding-Plattform vorzufinanzieren gescheitert. Zur Freude vieler VR-Fans haben sich die Profis von YEI davon nicht den Wind aus den Segeln nehmen lassen und starteten am 14. Februar 2014 einen erneuten Kickstarter-Aufruf. Scheinbar war die Zeit nun reif, denn das Finanzierungsziel war dieses Mal binnen 24h erreicht. Schon im Juni 2014 sollen die ersten PrioVR Suits verschickt werden. Eine sportliches Ziel wenn man bedenkt, dass bei der ersten Kickstarter Kampagne noch vom September 2014 die Rede war.

Funktionsweise des PrioVR Systems

Seit der zweiten Kickstarter Kampagne gibt es drei verschieden Sets zur Auswahl. Das günstigste ist das Core-Set, es besteht aus 8 Sensoren, einem Master-Hub und zwei Handcontrollern die u.a. mit Trigger und kleinem Joystick bestückt sind. Bei diesem Set, das laut Entwickler-Team in erster Linie für Couch Potatos gedacht ist, wird nur der Oberkörper getrackt, man kann also entspannt vom Sofa aus aktiv werden. Mit dem Lite-Set hingegen ist voller Körpereinsatz gefragt. Mit 12 Sensoren werden alle nötigen Körperstellen getrackt und direkt auf einen virtuellen Avatar übertragen. So sind fast alle denkbaren Interaktionen mit der virtuellen Umwelt möglich. Das Kickstarter Video Update  zeigt in welch wunderbarer Vielfalt man virtuelle Zombies von ihrem Leid erlösen kann. Goodbye Quicktime Events – Hello Virtual Reality! Die Pro-Version liefert mit ihren 17 Sensoren ein noch feineres Motion-Tracking. So werden hier beispielsweise auch die Bewegungen der Handgelenke und der Schultern übertragen. Bei allen drei Varianten werden die Sensoren mit Klettbändern an den jeweiligen Körperteilen befestigt und mit elastischen Kabeln miteinander verbunden.

Das PrioVR System arbeitet mit sogenannten Trägheitssensoren die keine zusätzliche Kamera benötigen und in einem ziemlich großen Bereich von bis zu 40m benutzt werden können. Anders als beim STEM System gib es keine Grenze was die Spielerzahl und die Anzahl der Sensoren betrifft. Wer keine Turnhalle als Wohnzimmer hat, kann die mitgelieferten Handcontroller für die Vorbewegung im virtuellen Raum nutzen und die Interaktionen auf einer viel kleineren Fläche ausführen. Alternativ wäre sicher auch eine Kombination mit einer Treadmill denkbar.

Eigene Meinung

Ich finde, dass das STEM System eigentlich schon ziemlich gut durchdacht ist, doch ich denke, dass für wirklich immersive VR-Erfahrungen das PrioVR System das bisher beste Konzept für Bewegungssteuerung ist. Dies hat mehrere Gründe. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass immer dann wenn das im virtuellen Raum Wahrgenommene sich von dem tatsächlichen Wahrgenommenen unterscheidet, es zu einer Minderung der Immersion kommt. Betrachtet man beispielsweise seinen virtuellen Avatar-Körper in einem Full-Body-VR-Game bei einer Interaktion und dieser verhält sich dann entgegen der eigenen Erwartungen anders als es der echte Körper tut (z.B. ist der Ellenbogen an einer falschen Stelle), wird es nicht zu einer überzeugenden Verschmelzung von Spieler und Avatar kommen. Und genau das passiert früher oder später beim STEM System und Kinect oder anderen Tiefenschärfenkameras. Während Kinect und Co durch Dinge wie eine verdeckte Sichtverbindung oder andere Faktoren zeitweise ungenaue Ergebnisse erzielen, wird das STEM System mit seinen maximal 5 Sensoren kaum eine wirklich akkurate Übertragungen aller Körperstellen geben können, da durch die Inverse-Kinematische-Berechnung viele Punkte nur “geraten” werden können.

Zu diesem Zeitpunkt scheint es mir, als wenn man für ein wirklich genaues Full-Body-Tracking nicht an einer vergleichsweise komplexen und vielteiligen Lösung wie dem PrioVR-System vorbeikommt. Neben dieser Komplexität die das Setup mit sich bringt und damit meine ich in erster Linie das Anlegen der vielen Sensoren, gibt es noch einen weiteren Faktor der einige VR-Freunde verschrecken könnte. Die Entwickler müssen ihr Spiel nämlich individuell auf das PrioVR System anpassen. Deswegen vermute ich, dass solange sich das System nicht wirklich im Mainstream etabliert hat, die Spieler wohl erst mal auf kleinere Indie-Titel und kreative Modder angewiesen sind. Da meiner Meinung nach die Indies ein riesiges Potenzial haben, störe ich mich nicht daran. Wir von VR-Nerds haben selbst auf ein PRO-Doppelpack gebackt und können es kaum erwarten im Koop-Modus des mitgelieferten Zombie-Survival-Games den Zombies das Fürchten beizubringen.

Fazit

Für “Casual-VR-Gamer” könnte das PrioVR–System vielleicht etwas „too much“ sein. Sie finden mit dem STEM-System sicher eine gute und ausreichende Lösung. Für VR-Nerds die auf der Suche nach der bestmöglichen Immersion sind, scheint PrioVR im Moment die vielversprechendste Lösung zu sein.

Gutes
IconPlus kabellos (Akkulaufzeit von ca. 8h)
IconPlus sehr detailliertes virtuelles Skelett
IconPlus zuverlässiges und störungsfreies Motion–Tracking
IconPlus unbegrenzte Spielanzahl
IconPlus geringe Verzögerungszeiten
IconPlus keine Kamera nötig
IconPlus integrierte Handcontroller
IconPlus 8, 12 oder 17 Tracker…
IconPlus …deren Zahl man sogar noch erweitern kann
IconPlus große Reichweite
IconPlus mindestens zwei Spiele im Lieferumfang

Nicht so Gutes
IconMinus relativ vielteiliges System
IconMinus anfänglich sicherlich noch wenige Titel
IconMinus (noch) kein Fingertracking möglich
IconMinus relativ teuer

(Bei unseren Previews beziehen wir unsere Angaben in der Regel von den Herstellern der Produkte oder von Personen die diese bereits ausprobiert haben, eine spätere Abweichung unserer Angaben ist also durchaus möglich)

Videos

YEI Technologies präsentiert ihr System zum zweiten Mal auf Kickstarter.

Heute mal kein Shooter oder Beat’em’Up

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