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Der große Hörsaal direkt unter der Aula ist bis oben hin gefüllt. Fast alle Plätze sind besetzt als Thomas Hoger, Business und Product Developer der Darmstädter Firma 3spin seinen Gastvortrag über Oculus Rift und Google Glass eröffnet. Seine Firma entwickelt verschiedene Augmented und Virtual Reality Anwendungen für bekannte Firmen wie Lego oder Lufthansa.

Dass sich auch solch große Firmen für die Nutzungsmöglichkeiten der Datenbrillen interessieren, kommt nicht nur der Verbreitung der Rift zugute – es spiegelt auch die momentane Situation der Google Glass wider, welche von einigen bereits jetzt, vor ihrer Markteinführung, totgesagt wird. Zu sehr sei das Interesse abgeflacht, das Konzept zu weit von der Realität entfernt. Das “Handelsblatt” schreibt am 19.11.2014 sogar: “Die Vorschusslorbeeren des unfehlbaren Innovators Google sind verwelkt. Die eigentlich für 2014 geplante breite Markteinführung ist praktisch geplatzt.” Dennoch muss dies nicht das Ende von Google Glass einläuten. Wenn auch Anfangs das Hauptaugenmerk auf dem Konsumenten lag, so scheint sich Google nun mehr auf Firmen zu konzentrieren. So will nun auch schon BMW Glass in seinen Werken einsetzen um die Qualitätskontrolle zu erleichtern.

Doch damit nicht genuB2GIJtgIcAAbJnE (1)g. Getreu dem Motto “Hände frei – Blick aufs Detail” entwickelt die Firma 3spin eine Glass-App für Lego, welche es nicht nur ermöglichen soll direkt ein 3D-Modell des ausgewählten Spielzeugs zu sehen, sondern auch in einer Anleitung alle wichtigen Schritte nacheinander einzublenden. So wäre es nicht mehr nötig im Bauheft zu blättern – man könnte sich dieses direkt über Glass anschauen. Das funktioniert im Praxistest ziemlich gut.

Google Glass besitzt einen kleinen Projektor in der Innenseite des Gestells und projiziert das Bild auf ein angrenzendes Prisma, welches das Licht direkt auf die Retina des Anwenders wirft und somit die Illusion kreiert, ein etwa handtellergroßer, durchsichtiger Bildschirm würde vor einem schweben. “Beim Programmieren für Glass geht es darum alles auf Schritte herunter zu brechen” erklärt Hoger. Da der Bildschirm zu klein für viele Informationen ist, eignet sich so vor allem auch das Lego-Beispiel. “Google setzt nun auf ein neues Programm namens ´Glass at work´” erklärt Hoger und stellt klar, dass dank der Möglichkeit direkt Informationen abrufen zu können, bei Unternehmen nicht nur Zeit, sondern auch Geld gespart werden kann: “bis zu einer Milliarde Dollar”. Geschätzt würden in naher Zukunft 10% aller Unternehmen Smartglasses einsetzen.

“Hände frei – Blick aufs Detail”

Der Autor konnte Google Glasses ebenfalls ausprobieren.

Der Autor konnte Google Glasses ebenfalls ausprobieren.

Hoger kann sich jedoch auch noch weitere Einsatzmöglichkeiten für Google Glasses vorstellen: “Vor allem die Lufthansa könnte dank Google Glasses viele Sparten bedienen. Beispielsweise Instandhaltung, Training, Medizinische Notfälle, Service, Catering, In-Flight-Entertainment und Social Media”.

Doch neben all diesen Anwendungen mit Glasses, hat auch die Rift ihre Daseinsberechtigung in Firmenkreisen. “Die Lufthansa hat Produkte die schwer vermittelbar sind wie zum Beispiel Flugzeuge. Diese kann man kaum auf Messen mitnehmen. Dank der Oculus Rift kann man jedoch von jedem Ort der Welt in die First Class”. Momentan arbeitet die Lufthansa zwar noch mit Fotos, bald könnte man jedoch vielleicht auch 3D-Videos einsetzen.

Laut Hoger wäre Google Glass vor allem direkt während des Arbeitens nützlich, da man Informationen verarbeiten könnte ohne dafür weite Wege zurück zu legen, oder gar eine andere Arbeit ruhen zu lassen. Währenddessen hat die Rift natürlich den Vorteil, eine gänzlich virtuelle Umgebung zu erschaffen was ebenfalls seine Vorteile haben kann.

Doch trotz all der Möglichkeiten im Industriesektor reißt die Kritik an Google Glasses nicht ab. Kein Wunder also, dass bereits frisches Blut in den AR-Markt dringt – möglicherweise in der Hoffnung das Erbe von Google Glass antreten zu können. Mit dem “Meta Developert Kit” von Smartglasses  versprechen die Entwickler richtige Hologramme, Surface-Tracking und ein gut funktionierendes User Interface. Was jedoch aus diesem Projekt wird und welche Richtung Google Glass schließlich noch einschlagen wird steht in den Sternen.

 

 

 

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