Next-Reality-Contest-2017-Hamburg

Der Next Reality Contest 2017 in Hamburg forderte die deutsche VR-Szene auf, ihre besten AR- und VR-Apps einzureichen um Geldpreise im Wert von 11.000 Euro zu gewinnen. Aus den vielen Einsendungen konnten sich schließlich insgesamt zwölf Nominierte bei der Fachjury durchsetzen. Wir haben uns ein paar der interessantesten Projekte herausgesucht, die wir in einem Interview mit den Entwicklern in den kommenden Tagen vorstellen möchten. Den Anfang macht das Team von CrazyBunch aus Hamburg.

Die nominierten des NRC 2017: CrazyBunch aus Hamburg mit ihrem Dungeon Crawler KryptCrawler

Kryptcrawler von CrazyBunch

VR Nerds: Hi CrazyBunch, könnt ihr euch kurz vorstellen?

CB: Moin, wir sind CrazyBunch, ein Entwicklerteam aus Hamburg. Bereits seit 2014 entwickeln wir VR-Games und haben derzeit 3 veröffentlichte Spiele für die Gear VR und Oculus Rift.

VR Nerds: Wie groß ist euer Team?

CB: Derzeit besteht unser Team aus acht Leuten. Als wir KryptCrawler entwickelt haben, waren wir allerdings nur zu viert, ein Game Designer, zwei Programmierer und ein 3D-Artist.

VR Nerds: Warum habt ihr euch dazu entschieden, einen VR-Dungeon-Crawler zu machen?

CB: Das war eigentlich eine sehr pragmatische Entscheidung. Wir hatten 2016 verschiedene Pitches zu VR-Projekten für mehrere Konferenzen und Messen in Deutschland sowie für die Oculus Connect 3 in San Jose vorbereitet. Unter anderem zeigten wir auch unser Spiel Relaxing VR Games: Mahjong, welches 2016 sogar für den Deutschen Entwicklerpreis nominiert war. Letztlich konnte KryptCrawler ebenso überzeugen und ist schließlich im Januar 2017 in Produktion gegangen. Für uns war es dabei wichtig, nicht nur eine Tech-Demo zu entwickeln, sondern ein VR-Projekt mit richtigen Inhalten, das den Spielern mehr als nur 20 Minuten Spielspaß bietet.

VR Nerds: Könnt ihr eure nominierte VR-App KryptCrawler kurz beschreiben?

CB: KryptCrawler ist ein Oldschool Dungeon Crawler mit Action-Adventure-Elementen. Der Spieler erkundet einen Dungeon, kämpft gegen Gegner, findet neue Ausrüstung und löst Rätsel. Bei KryptCrawler ist der Dungeon in drei größere Bereiche aufgeteilt und besteht aus rund zwölf Leveln, die nach und nach erkundet werden können. Am Ende der größeren Bereiche erwartet den Spieler ein Bossgegner, den es zu besiegen gilt. Wenn der Spieler neue Ausrüstung findet, beispielsweise einen Hammer, mit dem man brüchige Wände zerstört, können neue Bereiche des Dungeons erkundet werden, die vorher noch verschlossen waren. Dadurch entfaltet sich die Spielwelt immer weiter und bietet dem Spieler eine Menge an optionalen Content.

VR Nerds: Welche Zielgruppe versucht ihr damit zu erreichen?

CB: Da wir mit Relaxing VR Games: Mahjong den Casual-Gamer anprechen, wollten wir mit KryptCrawler eher die Core-Gamer erreichen. Das Spiel ist daher recht anspruchsvoll geworden und bietet mit einer durchschnittlichen Spielzeit von fünf bis sechs Stunden reichlich Inhalte, um auch ambitioniertere Spieler zu überzeugen.

VR Nerds: An welchen weiteren Projekten arbeitet ihr derzeit?

CB: Derzeit arbeiten wir an mehreren Projekten im Bereich klassische Games und Virtual Reality. Genaueres können wir derzeit leider noch nicht sagen. Wir halten euch auf dem Laufenden.

VR Nerds: Klingt spannend. Wie denkt ihr entwickelt sich VR/AR innerhalb der nächsten fünf Jahre?

CB: Der ganz große Hype ist natürlich schon wieder abgeflaut, aber in den nächsten fünf Jahren wird sich besonders die Technik so weit entwickelt haben, dass uns ganz andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um VR-Applikationen zu entwickeln. Gerade Standalone-Lösungen mit Inside-Out-Tracking sind unserer Ansicht nach ein großer Schritt in die richtige Richtung, um einen Massenmarkt zu erschließen und VR endlich auch im Mainstream zu etablieren. Aber auch Displays, Grafikkarten und Sound werden schon in fünf Jahren viel näher an dem sein, was wir für eine wirklich immersive virtuelle Welt brauchen.

VR Nerds: Wie sieht demnach die perfekte VR-App nach euren Ansprüchen aus?

CB: Die perfekte VR-App wäre eine hundertprozentig immersive Welt, in der man nicht mehr zwischen realer und virtueller Realität unterscheiden kann. Das ist aber natürlich das langfristige Ziel, welches die Faszination von VR überhaupt ausmacht. Unter einer realistischeren Betrachtung für den heutigen Stand der Technik würden wir uns eine VR-App wünschen, in der sich der Spieler langfristig aufhalten und beschäftigen kann. Zudem sollte sie mehrere Aspekte wie Social, Education und Gaming vereinen. Sozusagen eine OASIS 1.0, wie bei Ready Player One.

VR Nerds: Noch eine abschließende Frage: Was haltet ihr von Hamburg als VR-Standort?

CB: Wir haben sehr viele tolle VR-Start-ups, generell viele talentierte Spieleentwickler und auch jede Menge Veranstaltungen zu Games und Virtual Reality. Es ist aber sicherlich auch noch viel Luft nach oben. Gerade die Förderlandschaft für Games in Hamburg lässt stark zu wünschen übrig, da sind andere Bundesländer viel weiter.

Wir bedanken uns bei CrazyBunch für das interessante Interview und wünschen euch viel Glück beim Wettbewerb.

Preisverleihung am 28. November 2017 in Hamburg

Alle Nominierten des NRC 2017 müssen sich einer Fachjury bestehend aus folgenden Personen stellen:

  • Lukas Best (Streamdust.tv und Vertreter des Ersten Deutschen Fachverbandes für Virtual Reality e.V.)
  • Tanja Döring (Digital Media Group)
  • Rüdiger Höfert (Absolute Software GmbH)
  • Dr. Heiko Milde (IFB Innovationsstarter GmbH)

Die Gewinner des NRC 2017 werden am 28. November 2017 offiziell in der Handelskammer Hamburg verkündet. Alle Teilnehmer lassen sich auf der offiziellen Webseite einsehen.

(Quellen: NRC 2017 | CrazyBunch)

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