Mass Effect Andromeda

Computerlogbuch der Tempest
Sternzeit 2819,5
Captain Ryder


Wir sind in einer neuen Galaxie angekommen. Nach über 600 Jahren im Kryoschlaf haben wir die Milchstraße für alle Zeit hinter uns gelassen und sind bereit die Andromeda-Galaxie zu bevölkern. Wir haben ein neues Schiff, eine neue Crew und gänzlich neue Weiten, die es sich zu entdecken lohnt. Nur eine Sache erinnert noch an unsere Tage jenseits des Heleus-Clusters:

Wir sind noch immer nicht in der virtuellen Realität angekommen. 

 

Schade eigentlich. Denn VR würde auch dem neusten Teil der Mass-Effect-Reihe gut zu Gesicht stehen. Die abwechslungsreichen Planeten der neuen Galaxie laden schließlich bereits auf flachen Bildschirmen zum Erkunden ein. Zwar wird nicht ganz zu Unrecht über die hakeligen Gesichtsanimationen gelästert, doch die Planeten sind, rein optisch zumindest, über jeden Zweifel erhaben. Einmal einen Blick über die vereiste Schneelandschaft von Voeld werfen, sein Augenmerk auf das glitzernde Sternenzelt des Heleus-Clusters legen oder die weiten Dünen von Elaaden bestaunen. Eine solche Sightseeing-Tour wäre im neuen Mass Effect Andromeda geradezu verführerisch. Das neue Spiel aus dem Hause Bioware bietet allerdings erneut keine native VR-Unterstützung.

Immerhin haben die Entwickler aber über eine solche Möglichkeit nachgedacht. Schließlich fand Producer Michael Gamble gefallen an der Möglichkeit das Mass Effect Universum in der virtuellen Realität darzustellen. “It would be cool,” so Gamble gegenüber der Webseite Stevivor. “All I would say is that we would never want to quote, unquote ‘port’ a Mass Effect game to VR. We would want to create a custom experience, if we were to ever do it.”

Bereits jetzt versuchen eifrige Nutzer auf Reddit eine Möglichkeit zu finden, Mass Effect in irgend einer Art und Weise auf Virtual-Reality-Brillen zu bringen. Schließlich gelang dies bereits mehrfach mit den Vorgängern der Reihe. 

“We would want to create a custom experience, if we were to ever do it.” – Producer Michael Gamble

Bisher allerdings ohne nennenswerten Erfolg – sowieso ist die einfache Übertragung von 2D-Spielen in eine 360° Umgebung nicht nur schwierig, sondern bringt auch noch einige weitere Probleme mit sich. Nicht nur, dass die Kopfbewegungen dabei in der Regel als Kameraschwenks umgesetzt werden (und somit zu akuten Anfällen von Motion Sickness führen), auch die Relation von Objekten zueinander und ihrer Größe im Spiel stimmt oftmals nicht mit der gewählten Perspektive überein.

Mass Effect Andromeda ist nicht Dragon Age Inquisition

Ebenfalls problematisch ist dabei die Tatsache, dass die vorherigen Teile nicht auf der selben Engine laufen wie Andromeda. Dieses Problem sind jedoch bereits findige User von VorpX angegangen. Schließlich, so die Argumentation, läuft ja auch Dragon Age Inquisition – der neuste Teil der ebenfalls von Bioware stammenden Dragon Age Serie – mit der Frostbite Engine. Und dieses Spiel wird bereits von VorpX unterstützt. 

Doch auch hier scheint Mass Effect Andromeda die Spieler vor größere Herausforderungen zu stellen und auch im internen Test ist es uns nicht gelungen Mass Effect Andromeda auf die VR-Brille zu portieren. Dazu meldet sich der Programmierer von VorpX, Ralf Ostertag, im offiziellen Forum zu Wort: “I’ll take a look at it shortly. Z3D will likely be possible quite easily, G3D however will require additional coding work. vorpX at this point can’t handle G3D for newer Frostbite engine games (yet).”

Es ist jedoch zu vermuten, dass sich auch bei Andromeda eine Lösung über den VorpX eigenen Cinema Mode – eine Art großes Wohnzimmer inklusive riesigen 3D-Fernseher mit simulierter Tiefe – am naheliegendsten ist. Dies würde auch mögliche Probleme rund um Perspektive und Motion Sickness umgehen und bietet sich daher als gangbare Lösung an. Zumindest aufgeben will der Programmierer jedoch nicht: “*** IF POSSIBLE *** support will be added.”

Allzu lange gedulden müssen sich Mass-Effect-Fans jedoch nicht. Zwar gibt es noch keine genauen Informationen zu einem möglichen Ob und Wenn einer VR-Implementierung, allerdings gibt es dennoch eine Möglichkeit mithilfe einer VR-Brille in die fernen Welten einzutauchen. Mass Effect Andromeda unterstützt nämlich Nvidias Ansel-Technology. Mithilfe dieser sind Nutzer in der Lage nicht nur 4K-Aufnahmen von Spielen zu machen, sondern auch 360°-Bilder aufzunehmen. Diese können dann entweder mit dem NVIDIA VR VIEWER für Google Cardboards angesehen, oder aber mit Hilfe des Virtual Desktops auf Oculus Rift und HTC Vive betrachtet werden.

*** IF POSSIBLE *** support will be added.” – Ralf Ostertag

Erste Beispiele für diese Nutzung bietet auch Nvidia selbst. Auch einige Twitter-Accounts zeigen die Möglichkeiten, welche Ansel anbietet.

Um eigene Aufnahmen mit Ansel zu machen, können Geforce-Nutzer einfach Alt+F2 drücken. Mit Hilfe dieser Aufnahmen kann man später wenigstens eine Ahnung von dem erhaschen, was mit einer vollkommenen VR-Unterstützung für Mass Effect Andromeda alles möglich gewesen wäre. Und wenngleich wir selbst mit VorpX bisher noch nicht in Mass Effect eintauchen konnten, so bleibt immerhin eine vage Hoffnung:

Eine Mass Effect Andromeda VR-Erfahrung auf der Tempest fände Producer Michael Gamble “ziemlich cool”.

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