Kremer Museum HTC Vive

Dass Kunst und VR gut zusammenpassen, sieht man an dem HTC-Projekt Vive Arts, das der chinesische Hersteller mit einigen Millionen US-Dollar fördert. Teil von Vive Arts ist auch die Famile Kremer : Sie haben von einem Architekten ein virtuelles Museum entwerfen lassen, um ihre Sammlung von alten holländischen und flämischen Meisterwerken auszustellen. 74 Exponate aus dem 17. Jahrhundert darf man im virtuellen Kremer Museum bewundern.

Virtuelle Ausstellung im Kremer Museum

Der niederländische Kunstsammler George Kremer arbeitet mit seinem Sohn Joël zusammen, um das Kremer Museum zu eröffnen. Das bringt 74 Meisterwerke aus dem 17. Jahrhundert in neu entworfene virtuelle Räumlichkeiten. Der ehemalige Google-Mitarbeiter Joël brachte für das Projekt sein technisches Know How ein, der Vater die über 20 Jahre lang aufgebaute Sammlung. Eigentlich war der Plan, ein echtes Museum zu bauen, aber man habe sich für die virtuelle Lösung entschieden. Schließlich kann man mit ihr wesentlich mehr Menschen erreichen, da sich einige beispielsweise die Reise in die Niederlande nicht leisten könnten. Im Interview mit Artsy erklärt Joël, dass ihr Museum ein völlig neuer Weg sei, um Kunst zu erfahren.

Für die Gestaltung der Kunsträume beauftragte die Familie den Architekten Johan van Lierop. Der ist von der Arbeit begeistert: Ein Museum entwerfen zu können ohne Rücksicht auf Physik, Sanitäranlagen und gesetzlichen Vorschriften sei ein Traum. Ganz unerfahren ist der Mann nicht und hat schon ein „echtes“ Museum in Amrika gebaut. Außerdem war van Lierop Teil des Guggenheim-Teams in Mexiko. Auch sonst betrieben die Kremers einen hohen Aufwand. Jedes Bild wurde über Photogrammetrie digitalisiert, was zwischen 2500 bis 3500 Fotos pro Bild erforderte. So sind die Gemälde keine flachen Wiedergaben, sondern dreidimensionale Objekte, wodurch zum Beispiel die Dicke des Farbauftrags sichtbar wird. Als nächstes fertigten sie Hologramme von Experten an. So erklärt beispielsweise George Kremer in der virtuellen Realität Hintergründe zu einzelnen Gemälden. Das Kremer Museum wurde letzten Monat auf der Vive-Arts-Webseite vorgestellt. Wer sich für das Projekt und die Gemälde-Sammlung interessiert, findet auf Webseite The Kremer Museum weiteres Futter.

(Quellen: VR Focus, Artsy, The Kremer Collection)

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