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Hat VR ein Multiplayer Problem?

Quelle: Steam

Viel Spaß!

Es gibt kein schöneres Erlebnis, als in Virtual Reality mit anderen Menschen zu spielen. Die gemeinsame Erfahrung ist einfach viel intensiver und wir fühlen uns direkt mit anderen Menschen verbunden. Oculus hat einige Multiplayer-Titel für die Oculus Touch Controller veröffentlicht und auch Ubisoft legt mit Werewolf Within seinen Fokus nur auf das gemeinsame Spielen. Eigentlich eine brillante Idee! Doch sind die Entwickler ihrer Zeit voraus?

Hat VR ein Multiplayer Problem?

Aktuell haben viele Spiele, die nur einen Multiplayer-Modus bieten und diese Partien nicht mit einer KI auffüllen, falls es zu wenig Spieler gibt, das selbe Probleme. Es mangelt einfach eindeutig an Spielern. Dieser Fakt ist wenig überraschend, denn Virtual Reality ist aktuell noch sehr teuer und somit gibt es natürlich deutlich weniger Menschen, die zeitgleich das gleiche Spiel spielen wollen. Deshalb sitzt man derzeit häufig lange vor dem Bildschirm, bis man einen Partner zum Spielen gefunden hat. Verstärkt wird dieses Problem, wenn es eine regionale Begrenzung gibt und sich nicht die Spieler auf der ganzen Welt verbinden können. Bei Spielen für die PS4 ist das Problem zwar etwas geringer ausgeprägt, aber es ist durchaus auch dort vorhanden.

Eigentlich ist dies auch kein Beinbruch, außer das Spiel setzt ausschließlich auf einen Multiplayer-Modus oder das wichtigste Element des Spiels ist der Multiplayer-Modus. Bei Werewolf Within ist die fehlende KI logisch, doch bei manchen Spielen ist der Verzicht auf eine gute Singleplayer-Erfahrung eventuell eine falsche Entscheidung.

Wenn man sich die Daten von Battle Dome bei SteamCharts anschaut, dann wird deutlich, wie schnell ein MP Spiel seine Spieler verlieren kann. Während beim Release im Juni noch 87 Spieler gleichzeitig das Spiel verwendeten, lag der Peak in den letzten 24 Stunden bei 5 Spielern. Das sollte auch der Grund dafür sein, warum die Entwickler nun auch eine einfache KI integriert haben, denn ohne Mitspieler macht ein Spiel wie Battle Dome keinen Sinn. Vielleicht kam die Integrierung der Bots aber auch schon zu spät und viele Käufer erinnern sich mittlerweile kaum noch an das Spiel.

Nicht viel besser sieht es aktuell bei Pool Nation VR aus. Eigentlich ist das Spiel großartig und im Juni gab es Tage, an denen 150 Spieler gleichzeitig das Spiel spielten. In den letzten 24 Stunden waren aber nur maximal 13 Spieler zur selben Zeit im Spiel. Es ist also nicht verwunderlich, wenn man häufig alleine in der Lobby steht? Von einem funktionierenden Matchmaking kann bei solchen Zahlen auch keine Rede sein. Es gibt zwar auch einen Singleplayer-Modus bei diesem Spiel, aber dieser macht das Spiel nicht Interessant. Das Highlight ist bzw. war der Multiplayer-Modus.

Der Hype um das Spiel Onward flacht zwar auch etwas ab, doch dennoch konnte das Spiel in den letzten 24 Stunden noch einen Peak von 111 Spielern verbuchen.

Liegt das Problem also nicht an der geringen Verbreitung, sondern auch an den Inhalten selbst? Sicherlich ist es ein Mix aus beiden Faktoren. Onward beweist zumindest, dass auch ein reines Online-Spiel funktionieren kann. Komischerweise kümmert sich das Spiel auch überhaupt nicht um eine besondere Art der Fortbewegung und lässt die Spieler einfach mit den Controllern laufen, während andere Entwickler häufig auf das Teleportieren setzen, damit dem Benutzer nicht übel wird. Das bringt uns wieder zum Punkt der Bevormundung, den wir bereits vor einigen Wochen besprochen hatte.

Die aktuelle geringe Verbreitung bedeutet im Endeffekt, dass wenn Entwickler ein Spiel auf den Markt bringen, welches nur bei einem kleinen Teil der VR-Nerds ein Interesse hervorruft, dass die Server häufig leer sind. Wenn sich Entwickler auf Multiplayer fokussieren, dann muss das Konzept schon riesigen Anklang bei der Community finden, denn ansonsten ist es schnell von der Bildfläche verschwunden.

Cross-Platform Unterstützung als Lösung?

Etwas Abhilfe können Entwickler schaffen, wenn sie auf Cross-Platform Unterstützung setzen bzw. setzen können. Die Entwickler von CCP Games haben bereits bestätigt, dass die Verbindung zwischen den PC-Spielern und den PS4-Spielern dem Spiel wieder neues Leben einhauchen konnte. Auch Ubisoft setzt nicht ohne Grund bei allen VR-Titeln auf Cross-Plattform Play. Im Endeffekt ist diese Funktion nur beiläufig ein nettes Feature für die Spieler. Viel wichtiger ist, dass mit einer solchen Funktion das Spiel am Leben gehalten werden kann. Doch eine Veröffentlichung für das PlayStation VR System ist mit mehr Fallstricken versehen als die Veröffentlichung für Steam und deshalb werden es auch viele SteamVR Spiele wohl niemals auf die PlayStation 4 schaffen. Dies liegt an den notwendigen und aufwendigen Optimierungen und an der strengen Qualitätskontrolle durch Sony.

Gemeinsames Spielen in VR hat definitiv eine Zukunft und es ist toll, dass bereits einige Entwickler den Schritt wagen. Wir hoffen nur, dass es sich für die Entwickler auch auszahlt, wenn sie in einer so frühen Phase auf Multiplayer-Spiele setzen.