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Dass die Wiener Jungs von Cyberith ihr Baby, den Virtualizer, per Crowdfunding serientauglich machen wollen, war bereits seit dem Video, in dem Erfinder Tuncay Cakmak auf Safari geht, kein Geheimnis mehr. Mit dem Teaser gab es dann auch ein konkretes Datum und heute ist es nun endlich soweit: der Virtualizer ist offiziell über Kickstarter “backbar”.

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Der dritte Prototyp ist aus sehr stabilem Kunststoff

Für alle die es noch nicht wissen, der Virtualizer ist eine sogenannte omnidirektionale Treadmill, quasi ein Laufband, das einem ermöglicht in alle beliebigen Richtungen zu laufen. Cyberith ist nicht die einzige Garagen-Firma die sich diesem Thema gewidmet hat. Das “Omni” aus dem Hause Virtuix war, obwohl beide Projekte in etwa Zeitgleich geboren wurden, lange vor dem Virtualizer bei Kickstarter “verfügbar”. Vielleicht etwas zu früh, denn im Gegensatz zum Mitstreiter aus Österreich fehlen dem Omni ein paar, wie ich finde, essentielle Funktionen. So ist es beispielsweise nur mit dem Virtualizer möglich sich zu ducken. Auch die Tatsache, dass man hier anstelle von speziellen Schuhen eine Lösung gefunden hat, handelsübliche Socken benutzen zu können, scheint ein intelligenter Clou von Tuncay Cakmak und seiner Truppe zu sein. Vielleicht ist jetzt tatsächlich der beste Zeitpunkt um den Virtualizer per Kickstarter Marktreif zu machen, um zeitgleich mit dem Oculus Rift Anfang 2015 den aufstrebenden Virtual-Reality-Markt zu erobern.

Die neuen Funktionen des Virtualizers

Der aufmerksame VR-Nerds-Follower weiß, dass wir Anfang 2014 dem Cyberith Team einen Besuch abgestattet haben, um den zweiten (den blauen) Prototypen auszuprobieren. Wir waren damals sehr heiß drauf den virtuellen Raum nicht nur mit der Oculus Rift, sondern auch mit unserem “ganzen Körper” zu erfahren. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase waren wir ziemlich “immersed”. Trotz aller Begeisterung, sind uns einige Schwächen aufgefallen. So war insbesondere das Tracking, also das Erfassen der Bewegung der Beine noch etwas unpräzise und zeitlich versetzt. Dadurch war es teilweise schwierig bestimmte Abschnitte im Spiel passieren zu können. In ihrem Kickstarter Video zeigen die Österreicher nun, dass sie an dieser Schwachstelle gearbeitet haben. Ein spezielles, optisches Tracking, das durch 6 in die Bodenplatte eingearbeitete Sensoren dafür sorgt, dass die Bewegungen der Beine präzise erkannt wird, gehört zu den Highlights. Auch die Halterung für das Oculus Rift oder andere VR-Brillen ist eine sinnvolle Erweiterung. Dass der zweite Prototyp noch relativ viele Geräusche von sich gegeben hatte störte einen mit guten Kopfhörern zwar nur wenig, trotzdem war das stabile, aber auch schwere Metall, aus dem der Virtualizer P2 gefertigt war beim Benutzen spürbar. Durch die Verwendung von Kunststoff anstelle von Metall sind die Bewegungen nun leichter, leiser und somit auch Nachbar-freundlich. Darüber hinaus soll das neue Material sogar noch stabiler sein als das des Vorgängers.

Gegen einen Aufpreis erhält man den Virtualizer in der HT-Version. HT steht für Haptic Feedback und ist eine weitere Neuerung die das Gerät von der Konkurrenz abhebt. Hierfür werden Vibrationseinheiten in die Bodenplatte integriert, die, wenn das Spiel dafür ausgelegt ist, ein habtisches Feedback, also ein Ruckeln oder ein Vibrieren auslösen kann. Ein Feature was das Immersionslevel sicherlich noch etwas anheben wird.

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Preise und Ausstattungen des Virtualizers

Cyberith bietet ihren Virtualizer in einer abgespeckten Version ohne Tracker bereits für 599.- Dollar also knapp 450.- Euro an. Diese Version macht vor allem für Leute Sinn die das Gerät mit anderen Motion Tracking/Controller Systemen wie z.B. PrioVR, STEM oder Kinect kombinieren wollen, da die hauseigene Trackinglösung in diesem Fall obsolet wäre.

Wer schnell ist bekommt den “richtigen” Virtualizer zum Preis von 699,- Dollar (ca. 520.- Euro). Bei dieser Version ist das Trackingsystem, welches die Geh- und Laufbewegungen erfassen kann, von Haus aus dabei. Wer etwas tiefer in die Tasche greifen möchte, bekommt zum Preis von 750,- die HQ-Version.

Jetzt schon den Virtualizer kaufen oder lieber warten?

Für uns als VR-Nerds stellt sich die Frage nicht. Wir sind uns ziemlich sicher, dass dieses Gerät seine Investition wert ist und freuen uns, dass wir nicht schon im Übereifer die längst angekündigte und immer wieder aufgeschobene Virtiux Omni Treadmill erworben haben. Zugegeben 520.- Euronen sind schon ne Menge Kohle und wer das Geld nicht übrig hat, sollte sich das Ganze noch einmal gründlich durch den Kopf gehen lassen. Immerhin backed man hier auf ein System das zwar grundsätzlich mit fast jedem Ego-Shooter am PC funktionieren sollte, was aber nicht heißt, dass es auch mit jedem Game wirklich überzeugen kann. Wie bei allen VR-Produkten ist die Software ein großer und entscheiden Faktor. Diejenigen, die wie wir auf die Modder und Indie-Entwickler vertrauen oder selbst Spiele entwickeln und ebenfalls Vollblut-VR-Fans sind, sollten schnell zugreifen. Wer weniger von dem Treadmill-Konzept überzeugt ist, oder noch von Zweifeln geplagt ist, der sollte sich zumindest überlegen ob er dieses tolle Projekt nicht mit einem kleineren Betrag unterstützt.
Zur Virtualizer Kickstarter Kampagne, die auch noch weitere Videos und Infos bietet, geht es HIER.

Battlefield 4 mit dem Virtualizer:

Kickstarter Pitch

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