Oculus Rift Patient

Ein Chirurg in Mexiko-Stadt fand ein neues schmerzlinderndes Heilmittel – er bringt die Virtuelle Realität mitten in den Operationssaal. Zusätzliche chemische Beruhigungsmittel sind nicht mehr nötig.

VR sorgt für Schmerzlinderung und Entspannung

Können Menschen von ihren Schmerzen abgelenkt werden, wenn die Wirkung von virtuellen Welten nur stark genug auf sie einwirkt? Dr. Jose Luis Mosso Vazquez scheint so zu denken. Der Chirurg verwendet schon seit Jahren bei der Behandlung seiner Patienten die immersive Technologie und verzichtet dabei auf Sedativa. Es ist eine revolutionäre neue Form der Schmerzlinderung, die nicht nur die Art und Weise verändert, wie wir Operationen erleben, sondern auch wir uns anschließend wieder davon erholen können.

Dr. Vazquez nutzt eine Kombination von VR und einfachen Anästhetika als High-Tech-Ablenkungsmanöver, die die Notwendigkeit für potenziell gefährliche Schmerzmittel oder leistungsstarke Beruhigungsmittel einschränkt. In einer kürzlich durchgeführten Operation wurde Virtual Reality mit einer lokalen Anästhesie kombiniert. Das Ergebnis war eine relativ entspannte Erfahrung, bei der der Patient kaum Schmerzen oder Unannehmlichkeiten bemerkt haben soll.

Die Methode schont die Patienten, indem sie ihre Körper nicht durch die negativen Auswirkungen von Medikamenten belasten müssen. Dies wirkt sich zudem stark auf die Kosten der Verfahren aus. Für viele Krankenhäuser ist der Kauf und die Verwaltung von Beruhigungs- und Schmerzmitteln sehr aufwendig. Vor allem leiden die oft unterfinanzierten medizinischen Einrichtungen von Mexiko-Stadt darunter.

Enstehung und Weiterentwicklung

Dies ist keineswegs ein neues Unterfangen für Dr. Vazquez. Der 54-jährige Chirurg der Panamerican University hat sich für die Nutzung der virtuellen Realität im Operationssaal seit Jahren stark gemacht. Die Idee dazu kam ihm nach dem Kauf eines Spiderman-VR-Spiels im Jahr 2004. Vazquez sah, wie stark sein Sohn während des Spielens von der Umwelt abgelenkt wurde. Daraufhin begann Vazquez das gleiche Spiel bei einer Magen-Endoskopie zu verwenden. Er zeichnete die Erfahrungen seiner Patienten auf und maß ihren Schmerzpegel.

Nach der Präsentation seiner Ergebnisse auf der Medicine Meets Virtual Reality-Konferenz 2016 in Kalifornien, erhielt der Pionier eine beträchtliche Menge an Aufmerksamkeit sowie Ressourcen, um sein Projekt weiter auszubauen. Mittlerweile hat Vazquez über 350 erfolgreiche Operationen mit seinem Virtual Reality-Programm überwacht und durchgeführt. Da die Technologie Fortschritte macht und die Preise dafür immer niedriger werden, gibt es keinen Zweifel mehr daran, dass VR in den kommenden Jahren ein wichtiger Bestandteil für die Welt der Medizin sein wird.

Auch in der Schmerztherapie von Verbrennungsopfern findet Virtual Reality Verwendung und lindert dort schon lange Schmerzen.

(Quelle: VR Scout)

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