GerätenameOmni
HerstellerVirtuix
FunktionOmnidirektionale Treadmill
Releasedatumvoraussichtlich April 2015
EntwicklungsstandPrototyp
PlattformPC
Kombinierbar mit:Oculus Rift, Kinect
Vergleichbar mit:Cyberith Virtualizer
Preisca. 500 US$
Der US-Amerikaner Jan Goetgeluk gehört zu den VR-Erfindern der allerersten Stunde, jedenfalls wenn man den kurzen Virtual-Reality-Hype in den 90ern mal außen vor lässt. Fast parallel zur Oculus Rift entwickelte er sein Konzept für eine omnidirektionale Treadmill, also ein “Lauf-Pad” mit dem es einem möglich ist auf kleinstem Raum unendlich weit in jede beliebige Richtig zu laufen. Unter dem einfachen wie genialen Namen “Omni” promotete er sein Produkt auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Innerhalb kürzester Zeit erreichte das Projekt sein Finanzierungsziel von 150.000 USD und schoß weiter nach oben. Mit schlussendlichen 1.1 Millionen Dollar knackte dann das zweite VR Projekt nach der Oculus Rift die magische Millionen-Grenze und zeigte somit dass es ein beachtliches Marktpotenzial für “Full-Body-VR-Gaming” gibt.

Funktionsweise der Omni

Das Herzstück der Omni Treatmill ist das einzigartige “Lauf-Pad”. Es besteht aus einem leicht rutschigem Material und ist zu den Rändern hin leicht erhöht. Durch diese konkave Form wird jeder Schritt den der User macht wieder zur Mitte hingeleitet. Damit man auf dem rutschigen Untergrund nicht zur Seite hin wegslidet, wurden spezielle Schuhe entworfen. Am vorderen Teil der Schuhsohle ist ein Nippel angebracht ist, der den Schritt des Users in einer geraden Bahn hält, indem der Nippel in eine von vielen Rillen geleitet wird, die im Lauf–Pad eingearbeitet worden sind.

Eine Hüfthalterung sorgt indes für die nötige Sicherheit und verhindert, dass man nicht über das Pad hinausläuft. Während beim Konkurrenz-Projekt, aus dem Hause Cyberith, ausschließlich die Hüfthalterung den User im Center hält, übernimmt diese Funktion eben auch die Bodenplatte durch ihre kulenartige Form. Dadurch wird die Hüfthalterung wahrscheinlich weniger belastet und man muss sich sicherlich auch nicht wie bei der Konkurrenz mit dem ganzen Körper in die Laufrichtung lehnen. Trotzdem gibt es mindestens einen gravierenden Nachteil bei der Omni – die Hüfthalterung ist, wenn sie einmal an die Körpergröße des Nutzers angepasst ist, fixiert und kann sich nicht dynamisch, wie beim Virtualizer von Cyberith, zum Ducken oder Springen der Höhe verändern.

Die Bewegungserkennung funktioniert in der bisherigen, bei Kickstarter vorgestellten Version noch mit einer Kinect v1.0. Bis zum Realase–Termin soll die Omni dann aber mit einer eigenen und integrierten Motion–Tracking–Funktion daherkommen, die alle Standard-Bewegungen erkennt und diese dann in Befehle umwandelt, die dann an das Spiel gegeben werden. So lassen sich mit der mitgelieferten Software, ähnlich wie bei einem üblichen Gamepad, die erkannten Bewegungen auf die Tasten W,A,S,D legen. Daher lässt sich praktisch jedes Spiel mit der Omni steuern. Spiele die direkt für die Treadmill konzipiert sind, werden aber sicherlich ein besseres und immersivers Gefühl liefern.

Meine Meinung

Ich gebe zu, durch meinen Besuch bei den Jungs von Cyberith bin ich vielleicht etwas voreingenommen. Immerhin erzählten sie mir von ihren negativen Erfahrungen mit einer gewölbten Bodenplatte für ihr System. Dass ein gewölbter Boden sich für den Fuß anders anfühlt als ein ebener Boden und einem das die Immersion rauben würde, weil das Gehirn, einen virtuellen, ebenen Boden vorausgesetzt, auch einen ebenen Boden erwartet. Und da es wohl eher selten vorkommt, dass man in einer virtuellen Kule herumläuft scheint eine ebene Bodenplatte für eine Treadmill tatsächlich die bessere Lösung zu sein. Meiner Meinung nach ist das aber ein grundsätzliches Problem aller Treadmills. Schließlich wird eher keine bezahlbare Treadmill geben, die Stufen, Steigungen, Gefälle oder Hindernisse simulieren könnte. Eine Treadmill bleibt also grundsätzlich ein Kompromiss. Die Frage ist nur welcher Tüftler schafft es die Treadmill mit den besten Kompromissen zu entwickeln. Selbst wenn die Bodenplatte der Omni viel besser Funktioniert als wie ich es befürchte, bleibt immer noch ein ziemlich erdrückender Kritikpunkt – die unbewegliche Hüfthalterung. Ich halte es für essenziell, dass man sich in einem VR-Spiel, insbesondere in Shootern, ducken kann. Das Gefühl mit meinen Fingern einen Knopf zu drücken mich zu ducken, während ich meine Beine zum Laufen verwende ist sicherlich weit von einer vollendeten Immersion entfernt.

Gut finde ich das Design und das Marketing, der kompletten Kickstarter-Kampange und auch den Fakt, dass man das Gerät mit ein paar Handgriffen schnell unterm Bett verschwinden lassen kann. Ob man es dann auch wieder dort rausholt wird sich zeigen.

Trotz meiner recht kritischen Einstellung zur Omni zolle ich dem Projekt großen Respekt. Immerhin war Jan Goetgeluk einer derjenigen, der VR im Jahr 2013 mit nach Vorne gebracht hat und wer weiß vielleicht sehe ich die Sache auch völlig anders wenn dich das Teil selbst mal Probe gelaufen bin.

Fazit

Treadmills sind meiner Meinung nach immer ein Kompromiss und können keine vollkommene Immersion bieten, trotzdem sind sie Schritte in die richtige Richtung. Obwohl die Omni auf den ersten Blick ziemlich durchdacht erscheint weißt sie einige grundlegende Schwächen auf. Mein Tipp: Auf die Treadmill von Cyberith warten und hoffen dass sie ihr Gerät noch weiter verbessern.

Gutes
IconPlus gutes Design
IconPlus Leichte Montage
IconPlus Bewegungssensoren werden mitgeliefert
IconPlus leicht verstaubar
IconPlus kein nach vorne lehnen zum Gehen nötig

Nicht so Gutes
IconMinus Hüfthalterung nicht flexibel
IconMinus Ggf. Immersionseinbußen durch konkave Bodenplatte
IconMinus Spezial–Schuhe benötigt

Videos

Battlefield 4 und das Virtuix Omni

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