Wenige Stunden vor der Entwicklerkonferenz Google I/O 2017 geisterte es durch die Gerüchteküche: Google stelle ein All-in-One-Headset vor, das vielleicht sogar Mixed Reality verwirklichen sollte: sprich, die neue Hardware wäre sowohl für AR als auch VR geeignet. Ganz so ist es nicht gekommen, dafür scheint Google bemüht zu sein, die unterschiedlichen VR-Kräfte zu bündeln und setzt dabei auf das von Qualcomm entwickelte Referenzmodell eines All-in-One VR-Headset.

Qualcomm, HTC, Lenovo und Google kooperieren

Der wichtigste Prozessorhersteller im Android-Markt forscht schon länger an VR und stellte ein Referenzdesign für ein All-in-One-Headset vor, das wir auf der IFA 2016 ausprobieren konnten. Die VR-Brille wird Daydream unterstützen und wohl den aktuellen Snapdragon 835 erhalten – der bislang stärkste Prozessor von Qualcomm. Google und Qualcomm wollen die Brille allerdings nicht verkaufen, sondern nur das Design übernehmen und die Fertigung den Hardware-Partnern überlassen. Das gleiche Konzept verfolgt Microsoft mit den neuen Mixed-Reality-VR-Brillen. Eine Gemeinsamkeit ist auch das Inside-Out-Tracking, wodurch die Systeme von Google/Qualcomm und Microsoft keine Kameras oder Lasertürme benötigen. Google nennt das System World Sense. Wie es sich im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen und vor allem Microsofts Mixed-Reality-Brillen schlägt, muss ein Test zeigen.

Erste Hardware-Partner nannte Google auch. Kaum überraschend ist die Ankündigung, dass HTC ein System bauen wird. Der Hersteller liefert aktuell die Hardware für das kleinere Google-Pixie-Modell und kann vor allem mit der HTC Vive viele Erfahrungen im VR-Bereich vorweisen. Der zweite Partner ist Lenovo, die bereits Smartphones mit dem 3D-AR-System Tango von Google auf den Markt brachten. Preise für die neuen VR-Brillen bleiben derzeit offen, eine Veröffentlichung kündigte Google unbestimmt für Ende 2017 an.

Hinterlasse einen Kommentar

Benachrichtige mich zu:
avatar
wpDiscuz