AR Konferenz in Moskau

Wie angekündigt war Michael Mats von Virtuis am 30.11.2016 auf der AR-Konferenz in Moskau und hat für uns Informationen und Eindrücke über die jährlich stattfindende Augmented Reality Konferenz aus erster Hand bereitgestellt.

Virtual und Augmented Reality im Fokus

Das war bereits die dritte VR/AR Konferenz in Moskau und auch wie die Vorgänger, ein voller Erfolg! Auf der Konferenz trafen sich VR/AR fokussierte Software- und Hardware-Entwickler, Geschäftsmänner, Firmenrepräsentanten sowie namhafte Marktanalytiker und Trendforscher. Das Programm war dabei überaus anspruchsvoll und umfangreich. Es gab über 20 Vorträge, die Themen wie „Aktuelle Marktlage von AR/VR Technologien“, „Möglichkeiten der Popularisierung“, verschiedene „Anwendungsbeispiele im Marketing, Produktentwicklung und Videoproduktion“.

Im Expo-Bereich gab es diverse Aussteller, die sich aber, wegen der Spezifika des russischen Marktes, sehr auf den mobilen AR/VR Anwendungsbereich konzentrierten. Dort wurden verschiedene VR-Brillen für Smartphones, BT-Controller, entsprechende Smartphoneapps und die kleinen 360° Kameras wie die von HOMIDO präsentiert. Es gab aber auch Aussteller, die mich mehr begeistert haben.

Die Firma Fibrum hat einen selbst entwickelten Egoshooter „The Raid“ präsentiert. Die Technologie hinter dem Spiel basiert auf einem VR-Headset für Smartphones, ergänzt um ein Streamingmodul und Trackingmodul (Die leuchtende Kugel vom PSVR Controller). Das Tracking wird zum Teil von zwei IR-Webcams und zum anderen Teil vom BT-Modul auf der Waffe erledigt. Die Daten werden am PC gesammelt, verarbeitet und das Spiel als ein Live-Videostream an das Smartphone gestreamt. Das beeindruckende dabei ist, dass man mit dieser Lösung eine akzeptable Latenzzeit von 7-10ms erreicht und keine Motionsickness/Cybersickness spürt. Ein weiterer Vorteil ist natürlich die kabellose Funktionsweise, aber die Grafik und die Auflösung auf dem Smartphone können sich natürlich nicht mit einer HTC Vive oder Oculus Rift messen.

Die Firma VRQUEST hat eine Testversion des eigenen VR-Quest „Trance VR“ präsentiert. Das ist ein Multiplayer Quest für 2-4 Spieler und speziell für die Nutzung mit Oculus Rift + Motion Leap Orion entwickelt worden. Das Spiel sieht grafisch sehr ansprechend aus und lässt sich nach kurzer Ingame-Einführung intuitiv bedienen. Leider bekommt man im Sitzen nicht das volle Gefühl einer virtuellen Realität zu spüren, wie es z.B. mit der HTC Vive der Fall ist.

Die Firma VR Concept hat eine CAD-Software für die Benutzung in VR vorgestellt. Die Software kann für die Verwendung mit beliebigen VR-Lösungen wie Vive oder Oculus adaptiert und verwendet werden. Es hat diverse Schnittstellen für die Einspielung von fertigen 3D Modellen in die man sich mittels einer VR-Brille hineinversetzen kann. Aber Vorsicht! Das ist definitiv nichts für Leute die zur Motion-Sickness neigen, denn in einem Modell könnt Ihr so ziemlich alles verändern, also zum Beispiel auch den Boden drehen, das erzeugt sofort einen Schwindelanfall und die Beine versuchen intuitiv die Drehung auszugleichen.

Einer der interessantesten Vorträge und Präsentationstände, meiner Meinung nach, war das vo Matthieu Labeau aus Brüssel, Firma Nozon. Er hat über die von Nozon entwickelte Technologie PresenZ berichtet und auch am Stand vorgeführt. Diese Technologie macht 360° Videos vollständig VR tauglich, das heißt man kann nicht nur vom einem festen Standpunkt aus in verschiedene Richtungen sehen, sondern diesen Blickpunkt auch verschieben, dadurch wird das Cybersickness Effekt vollständig eliminiert und man hat das Gefühl in der Filmszene tatsächlich anwesend zu sein. Die Technologie arbeitet mit zwei Renderingphasen wie bei einer Videokomprimierung. Die erste Phase wird vorgerendert und als Datei zur Verfügung gestellt, die zweite Phase wird On-Demand pro Zuschauer gerendert. Mit dieser bahnbrechender Technik sind CG-Videos (Computer Generated) in einer unglaublichen Detailqualität und Immersion in VR möglich.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die dritte AR-Konferenz in Moskau die gesteckten Ziele erfüllt und sogar übertroffen hat, die VR-Experten, Businessowner und Entwickler könnten Ihre Visionen, Erwartungen und Hoffnungen miteinander teilen und neue Netzwerke bilden. Ich freue mich jetzt schon auf die nächste AR-Konferenz in 2017.

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